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Die wichtigsten Verkehrsregeln für die USA

06.11.2015 - 15:27

Verkehr auf der Brooklyn Bridge
Reisen mit dem Mietwagen durch die USA sind beliebt. Erkundigen Sie sich jedoch vorab über die Verkehrsregeln der einzelnen Bundesstaaten.
Die USA sind nach wie vor eines der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen. Ganz groß im Kurs stehen hier ausgedehnte Rundreisen mit dem Mietwagen, immerhin verfügen die Vereinigten Staaten von Amerika über eines der längsten und am besten ausgebauten Straßennetze der Welt. Doch wer die USA mit einem Mietwagen erkundet, sollte sich vorher dringend mit den geltenden Verkehrsregeln bekannt machen. Da sich diese jedoch von Bundesstaat zu Bundesstaat stark unterscheiden, ist das nicht immer ganz einfach.

Rechtsverkehr und Gurtpflicht

Auch wenn jeder Bundesstaat den Verkehr mit eigenen Gesetzen regelt, einige Dinge sind allgemein in den gesamten USA gültig und den Deutschen gar nicht so unähnlich. Allem voran besteht im gesamten Staatsgebiet der Vereinigten Staaten Rechtsverkehr, zudem herrscht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren eine generelle Gurtpflicht. Kleine Kinder müssen in zertifizierten Rückhaltesystemen untergebracht werden. Auch Erwachsene sind mit einer Ausnahme in allen Bundesstaaten dazu verpflichtet sich anzuschnallen. Nur im Bundesstaat New Hampshire im Nordosten des Landes dürfen Personen über 18 Jahre auch ohne angelegten Sicherheitsgurt fahren.

Vorfahrt: Wer zuerst kommt …

4-Way-Stopp
Am "4-Way" Stop gilt: Wer zuerst kommt, fährt zuerst.
Anders als häufig behauptet, gibt es auch in den USA die Regel Rechts vor Links, sie kommt nur fast nie zum Einsatz. Meist regeln Schilder eindeutig, welche Straße an einer Abzweigung oder Kreuzung Vorfahrt hat. Vor allem in Wohngegenden begegnen Sie jedoch häufig Stoppschildern mit einem „4-Way“ Zusatz. Dies bedeutet, dass die Autos in genau der Reihenfolge über die Kreuzung fahren dürfen, in der sie auch an ihr eingetroffen sind. Ganz nach dem Motto: Wer zuerst kommt, fährt zuerst. Das Gleiche gilt übrigens bei ausgefallenen oder in alle Richtungen Rot blinkenden Ampeln.

Rechts abbiegen bei Rot

Was wir hier aus Deutschland vom grünen Pfeil kennen, ist so gut wie allen Bundesstaaten auch erlaubt, wird jedoch genau anders herum gehandhabt. Während hierzulande das Schild mit einem grünen Pfeil das Abbiegen bei Rot erlauben muss, ist es mit wenigen Ausnahmen grundsätzlich gestattet und nur verboten, wenn es ein „No turn on red“ Schild explizit untersagt.

Eine der wenigen Ausnahmen ist die Millionenstadt New York City. Hier gilt die Regel wie in Deutschland. Fahren bei Rot ist nur erlaubt, wenn es ein Schild ausdrücklich gestattet. Um auf Nummer sicher zu gehen, können Sie sich beim Abholen Ihres Mietwagens beim Autovermieter über die im Bundesstaat gültigen Verkehrsregeln informieren.

Wunder Punkt: Alkohol

Teenager feiern am Van
Keine Party im Grünen: In vielen Bundesstaaten ist bereits das Mitführen von Alkohol vorne im Auto verboten. Die Getränke müssen verpackt und im Kofferraum transportiert werden.
Besonders streng sind US-Behörden beim Thema Drogen, Medikamenten oder Alkohol. Letzteres wird  in den USA nicht in Promille sondern BAC (Blood Alcohol Conten) angegeben. Dabei entsprechen 0,1 Promille einem BAC von 0,01. Fahrer unter 21 Jahren dürfen in den meisten Staaten gar keinen (BAC 0,00) oder nur sehr wenig (BAC bis maximal 0,02) Alkohol trinken. Bei Fahrern über 21 Jahren steigt die Promillegrenze auf 0,8 Promille (BAC 0,08). Diese Grenzen sollten sehr ernst genommen werden, denn bereits beim ersten Verstoß drohen mehrmonatige Haftstrafen sowie eine Geldbuße von mehreren Hundert bis einigen Tausend US-Dollar. Beim Verdacht auf Alkohol verlangen Polizisten in der Regel noch vor Ort einen Atem-, Blut- oder Urintest. Dem sollte man dringend Folge leisten, denn eine Weigerung hat in allen Staaten eine Geldstrafe und den Verlust des Führerscheins für ein Jahr zur Folge. In den meisten Staaten dürfen übrigens Alkoholika nur im Kofferraum transportiert werden. Einige Staaten untersagen die Mitnahme geöffneter alkoholischer Getränke im Auto generell.

Rechts überholen, nicht die Spur wechseln

Auch andere Verkehrsregeln könnten deutsche Autofahrer auf amerikanischen Straßen überraschen. Während bei uns möglichst weit rechts gefahren werden sollte, das rechts überholen hingegen verboten ist, gilt in den USA das sogenannten „Keep Lane“ Prinzip. Autofahrer sollen hier Spurwechsel möglichst vermeiden, das Überholen ist dafür links wie rechts erlaubt. In einigen Bundesstaaten werden grundlose Spurwechsel sogar mit einem Bußgeld geahndet.

Kinder im Straßenverkehr

Generell werden Kinder in den USA bei den Verkehrsregeln in besonderem Maße geschützt. So dürfen Sie Ihren Nachwuchs nicht alleine im Auto lassen, wenn dieser noch nicht 12 Jahre alt ist. Außerdem steht es in vielen Bundesstaaten unter Strafe im Auto zu rauchen, wenn Kinder mit im Auto sitzen.

Kleine Zeichenkunde

X-ING
Kein Guerilla-Marketing für ein soziales Netzwerk, sondern Warnung vor kreuzendem Verkehr.
Während auch in den USA die meisten Verkehrsschilder durch eindeutige Symbole selbsterklärend sind, gibt es einige Eigenheiten, die deutsche Autofahrer häufig zunächst ratlos zurücklassen. Das Wort „Yield“ bedeutet zum Beispiel schlichtweg: Vorfahrt gewähren. Häufig steht auch „XING“ bzw. "X-ING "in großen Lettern quer über die Straße oder auf Schildern. Dies hat natürlich nichts mit dem sozialen Netzwerk aus Deutschland zu tun, sondern vielmehr für die Vorliebe der Amerikaner, alles abzukürzen.

XING ist nämlich schlicht die Abkürzung für „Crossing“ und soll darauf hinweisen, dass irgendetwas die Fahrbahn kreuzt. Das können andere Autos, Züge, Fahrräder oder Fußgänger sein. Was genau Ihren Weg kreuzt, wird meist mit einem entsprechenden Symbol gekennzeichnet. Ausnahme: PED XING steht für „Pedestrians Crossing“ und bedeutet: Achtung Fußgänger.

Nicht abschleppen lassen

Auch sogenannte „Tow Away Zones“ werden meist, jedoch nicht immer mit entsprechenden Symbolen erklärt. Sie stehen fast immer im Zusammenhang mit Parkverbotszonen und zeigen an, dass Sie hier nicht nur ein Bußgeld riskieren, sondern direkt von einem Abschleppwagen „Tow Truck“ an den Haken genommen werden. Apropos: Dies wird Ihnen definitiv auch passieren, wenn Sie Ihren Mietwagen vor einen der roten Feuerhydranten stellen. 

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