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Was passiert, wenn es im Urlaub blitzt

13.05.2016 - 16:30

Urlaub, die schönste Zeit des Jahres. Da sollen der Stress und die Sorgen des Alltags ganz fern sein. Dumm nur, wenn es ausgerechnet dann blitzt. Nicht nur am Himmel – obwohl Gewitter auch nicht unbedingt sein müssen –, sondern direkt vor Ihnen auf der Straße. Dann kann es ganz schön teuer werden, um Ihre Fahrerlaubnis müssen Sie grundsätzlich nicht fürchten.

Teurer Spaß

Aupfahrer wird geblitzt
Geblitzt zu werden ist nicht nur in Deutschland ärgerlich. In den meisten anderen Ländern sind die Geldbußen deutlich höher als hierzulande.
Das Wichtigste gleich vorweg: Am besten versuchen Sie Verkehrsregelverstöße mit dem Mietwagen im Ausland zu vermeiden. Denn vor allem in der Europäischen Union (EU) können Sie davon ausgehen, dass die meisten anderen Länder deutlich tiefer in Ihr Portemonnaie greifen als der deutsche Staat. Werden Ihnen in Deutschland bei bis zu 20 km/h zu schnell maximal 35 Euro berechnet, zahlen Sie für das gleiche Vergehen in Belgien, Griechenland, Spanien und Finnland mindestens 100 Euro, in Dänemark und Frankreich 135 Euro, in Italien bereits 170 Euro und in Schweden sogar ab 270 Euro. Noch drastischer werden die Strafen bei notorischen Rasern. Bei mehr als 50 km/h zu viel – in Deutschland kostet Sie dies mindestens 240 Euro – müssen Sie in Frankreich bereits mit 1.500 Euro rechnen, in Österreich werden gar bis zu 2.180 Euro fällig. Das höchste Bußgeld lauert jedoch in der Schweiz, da das Strafmaß hier am Einkommen des Verkehrssünders festgemacht wird: Bei 50 km/h werden 60 Tagessätze fällig, also zwei (durchschnittliche) Monatsgehälter!

Die magische Grenze und weitere Konsequenzen

Blick aus fahrendem Auto
Mietwagenfirmen holen sich Bußgelder von ihren Kunden wieder, behalten notfalls die Kaution einfach ein.
Früher konnten Sie Knöllchen im Ausland getrost ignorieren, denn zurück in Deutschland war der Sachverhalt wieder vergessen. Seit 2010 gilt jedoch EU-weit ein Gesetz, dass Mittgliedstaaten Bußgelder aus dem Ausland ab 70 Euro eintreiben müssen (mit Ausnahme von Griechenland, Italien, Irland und Kroatien). Anhand der oben genannten Beträge merken Sie schnell, dass diese Grenze in den meisten Fällen erreicht wird. Knöllchen aus Österreich werden in Deutschland sogar schon ab einem Betrag von 25 Euro weitergeleitet. Obwohl die Amtshilfe zwischen den europäischen Staaten bei privat zugelassenen Autos eher schleppend verläuft, holen sich die Mietwagenanbieter etwaige Bußgelder vom Kunden definitiv wieder.

Abgesehen von finanziellen Ansprüchen müssen Sie zu Hause keine weiteren Sanktionen fürchten, wie etwa den Entzug des Führerscheins oder Punkte in der Verkehrssünderkartei. Das gilt im Übrigen auch für Bußgelder in Nicht-EU-Staaten. Allerdings könnten Ihnen Ihre Vergehen bei erneuter Einreise in das entsprechende Land auf die Füße fallen. Dann kann es passieren, dass Sie am Flughafen oder an der Grenzkontrolle zur Kasse gebeten werden, die Behörden Ihnen die Einreise verweigern oder Sie gar direkt in Haft nehmen.

Bei Kontrollen zahlen Sie sofort

Polizeikontrolle
In vielen Ländern erlaubt die Polizei erst die Weiterfahrt, sobald Sie die Strafe für Ihr Verkehrsdelikt beglichen haben.
Egal wo Sie erwischt wurden, wenn Sie von den Gesetzeshütern angehalten werden, müssen Sie natürlich auch direkt bezahlen. Dabei begleiten Sie die Gesetzeshüter auch gerne zum nächsten Geldautomaten. Doch selbst wenn Sie die gesamte Strafe nicht sofort bezahlen wollen oder können, müssen Sie auf jeden Fall eine gewisse Summe als Sicherheitsleistung hinterlegen. Doch nicht nur das, in manchen Ländern drohen noch viel drastischere Strafen, wenn Sie die zum Teil verrückten Verkehrsregeln im Ausland nicht beherzigen.

Tipp: Informieren Sie sich stets vor Reiseantritt über die Verkehrsregeln im Urlaubsland.
Italien und Dänemark gehen zum Beispiel besonders hart gegen Fahrer unter Alkoholeinfluss vor. Erwischen Sie die dortigen Ordnungshüter betrunken im eigenen Wagen, können diese das Fahrzeug konfiszieren und im Anschluss meistbietend versteigern. Auch in der Schweiz kann Ihnen der Staat das Auto entziehen. Geschwindigkeitsübertritte von 50 km/h oder mehr gelten hier als Straftat, daher können die Behörden auch hier Auto als „Tatwaffe“ beschlagnahmen. Zudem steht auf den Straftatbestand des „Rasens“ mindesten ein Jahr Gefängnis.
 

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