0800 - 24 24 123
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

Was bedeutet Trumps Amtsantritt für die Klimapolitik?

24.01.2017 - 17:10

Mit Trump zieht heute ein Klimaleugner ins Weiße Haus ein. Aber kann er wirklich die Klimapolitik Obamas in kürzester Zeit zunichtemachen? Wir stellen Ihnen die klimapolitischen Pläne Trumps vor.

Trumps Klimapolitik
Gefährdet Trump die internationale Energiewende?
Bildquelle: © Gage Skidmore

Ist das Pariser Klimaabkommen in Gefahr?

Bereits im Wahlkampf hatte Trump angekündigt, aus dem Pariser Klimaabkommen auszutreten. Steven Herz von der US-Umweltorganisation Sierra Club bezweifelt im Interview mit dem Portal Klimaretter.info, dass ihm das so einfach gelingen wird. Denn auch er ist von seinen Bündnispartnern abhängig und will weiterhin mit ihnen kooperieren. Sei es das Freihandelsabkommen oder der Kampf gegen den Terrorismus, die USA braucht die Unterstützung der anderen Länder. „Wenn Trump beim Klimaschutz nicht mitspielt, entziehen ihm andere Länder bei anderen Themen die Unterstützung.“ so Herz optimistisch.

Rettet Trump die Kohle?

Der neue US-Präsident will die Kohleindustrie stärken, indem er die strengen Umweltauflagen für den Bergbau wieder lockert. Doch wirtschaftlich gesehen steht Kohle schon seit Jahren auf dem absteigenden Ast. Will Trump wettbewerbsfähig bleiben, muss auch er früher oder später aus der Kohle aussteigen und auf Erneuerbare setzen. In den letzten Jahren wurden in den USA bereits 250 Kohlekraftwerke geschlossen. Mittlerweile ist es deutlich günstiger, Strom aus erneuerbare Energien zu gewinnen als aus Kohle. Sogar der ehemalige Ölstaat Texas setzt heute auf Windenergie. Fast die Hälfte des Energiebedarfs wird mit Strom aus Wind abgedeckt. Geschäftsmann Trump wird wohl auch die ökonomischere Variante wählen. Zumal er Rick Perry, den ehemaligen texanischen Gouverneur, zum Chef des Energieministeriums machen wird, in dessen Amtszeit die Windbranche Fahrt aufnahm.

Trump alleine kann die Energiewende nicht aufhalten

Die Energiewende ist auch in den USA längst nicht mehr von der Gesinnungshaltung abhängig, sondern ist zu einem großen Wirtschaftsfaktor mit vielen Arbeitsplätzen geworden. Mit dem Rückgang der Kohlekraftwerke erfüllen die USA bereits jetzt einen Großteil der ihres Clean Power Plans. Zudem verfolgt jeder US-Bundesstaat seine eigenen Klimaziele. So hat zum Beispiel Kalifornien bereits einen Klimaschutzplan bis zum Jahr 2030 vorgelegt. Im Sonnenstaat sollen die CO2-Emissionen gegenüber dem Jahr 1990 um 40 Prozent gesenkt werden. Trotz Trump wird sich die USA nicht aus jeglichen klimapolitischen Verpflichtungen ziehen können. Um weiter eine Rolle in der Stromwirtschaft zu spielen, müssen die USA auf die weit ökonomischeren Erneuerbaren setzen.

(sho)

Weitere Artikel: