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Kleine und große Helfer: Diese Assistenzsysteme könnten Sie in ihrem Mietwagen finden

30.05.2016 - 10:30

Parksensoren am Heck eines Opel Insignia
Gewohnter Anblick: Die meisten Autos verfügen mindestens am Heck über die als kleine Kreise erkennbaren Parksensoren. Foto: H. Zehden
Konnten sich früher Autohersteller noch mit Design, kultivierten Motoren oder einer butterweichen Automatik von der Konkurrenz absetzen, beherrschen mittlerweile fast alle Anbieter ihr Handwerk bis zur Perfektion. Heute sind Multimedia- und Technik-Gadgets die Währung, mit der die Autobauer ihre Fahrzeuge dem Kunden schmackhaft machen. Laserlicht, Abstandstempomat und E-Call landen dann unweigerlich auch im ein oder anderen Mietwagen. Wir haben die wichtigsten für Sie zusammengetragen und erklärt.

Parkpiepser

Eines der wohl bekanntesten Helferlein beim Autofahren sind die Parksensoren, aufgrund der akustischen Signale im Innenraum auch gerne Parkpiepser genannt. Anhand von Ultraschall- oder Radarsensoren in den Stoßstangen messen die Systeme den Abstand zu Hindernissen und warnen den Fahrer vor einer möglichen Kollision. Neben den typischen Piep-Tönen ergänzen manche Hersteller das System um optische Hinweise zur Entfernung, etwa Lichtbalken oder Diagramme im Bordcomputer.

Wahrscheinlichkeit: Hoch; gehört in fast allen Klassen zum Standard

Rangierkameras

Parkkamera in einer Mercedes C-Klasse
Neben einer Heckansicht bieten immer mehr Hersteller auch eine Draufsicht aus der Vogelperspektive an. Foto: Daimler
Alternativ zu den Parkpiepsern kommen auch Kameras zum Einsatz, die beim Einlegen des Rückwärtsgangs ein Bild des Fahrwegs anzeigen. Häufig helfen farbige Linien beim Abschätzen der Abstände. Einige Systeme zeichnen zudem – je nach Lenkradeinschlag – den Fahrweg ins Bild. Statt nur einer Kamera am Heck verfügen viele Autos mittlerweile über zusätzliche Linsen an den Seiten und an der Front. Diese werden oft dafür genutzt, um eine Draufsicht auf das Auto zu simulieren. Die Vogelperspektive vereinfacht das Einparken ungemein. Kamerasysteme kommen heute auch häufig in Kombination zur Unterstützung von Radarsensoren vor.

Wahrscheinlichkeit: Hoch; Rückfahrkameras sind in allen Klassen möglich, 360°-Ansicht ab Kompaktklasse oder höher, etwa bei Audi, BMW, Ford, Mercedes, Nissan und Opel

Parkpilot

Parkpilot von BMW
Der Parkpilot erkennt Lücken automatisch und gibt dem Fahrer Anweisungen, wie der Wagen in die Lücke bekommt. Der große 7er BMW kann sogar per Autoschlüssel von außen eingeparkt werden. Foto: BMW
Etwas komplexere Systeme nutzen die Daten der Kameras und Radarsensoren mittlerweile dazu, den Wagen komplett eigenständig in eine Parklücke zu rangieren. Je nach Modell und Marke des Autos muss der Assistent bei langsamer Fahrt per Knopfdruck aktiviert werden. Die Sensoren halten nun nach einer geeigneten Parklücke Ausschau. Ist diese gefunden, übernimmt der Computer das Lenken wie von Geisterhand. Der Fahrer muss lediglich Gas, Bremse (und ggf. Kupplung) bedienen, wobei auch hier der Bordcomputer vorgibt, wann der Wagen in welche Richtung bewegt werden muss, bis das Fahrzeug in der Lücke steht. Diese Systeme funktionieren mittlerweile so gut, dass der Parkplatz nur noch wenige Zentimeter (20 – 40 cm) größer sein muss als das Auto. Zudem können viele Assistenten heute sowohl längs als auch quer zur Fahrbahn ein- und auch wieder ausparken.

Die neuste Variante eines solchen Systems ist die komplett autonome Ein- und Ausparkhilfe. Autos mit dieser Technologie – etwa der neue BMW 7er – lassen sich per Autoschlüssel von außen starten und in eine Parklücke oder aus dieser heraus manövrieren.

Wahrscheinlichkeit: Gute Chancen; ab Kompaktklasse häufig, Fernsteuern von außen bisher nur Luxusklasse

Kollisionswarner und Notbremsassistent

Mit Kameras, Infrarot- und Mikrowellen-Sensoren sollen diese Systeme dabei helfen, Auffahrunfälle zu verhindern. Die einfachere Variante überwacht den Bereich vor dem Fahrzeug auf Hindernisse und schlägt akustisch und visuell Alarm, wenn ein Crash droht. Die komplexere Variante leitet im Anschluss selbstständig auch eine Notbremsung ein, sollte der Fahrer nicht rechtzeitig reagieren. Diese Systeme können aktuell Kollisionen bei einem Tempo bis zu 50 km/h zuverlässig verhindern. Fährt der Wagen schneller, wird immerhin die Aufprallgeschwindigkeit deutlich gemindert. Schon vor einem möglichen Unfall bereiten viele Notbremsassistenten die Gurtstraffer und Bremsen auf ihren Einsatz vor, dass diese im Ernstfall noch schneller ansprechen.

Wahrscheinlichkeit: Hoch; bereits bei vielen Kleinwagen verbaut
Toter Winkel Assistent Honda
Symbolen und Warnleuchten in den Außenspiegeln weißen den Fahrer auf Fahrzeuge im Toten Winkel hin. Foto: Honda

Toter-Winkel-Assistent

Damit es möglichst zu keinem Zusammenstoß kommt, bieten immer mehr Fahrzeuge sogenannte Totwinkel-Überwachung an. Über Kameras, Radar- oder Lasersensoren erfassen diese den Verkehr auf den benachbarten Spuren und sollen den Fahrer vor allem vor Autos im gefürchteten „Toten Winkel“ warnen. Hat der Fahrer dort einen Wagenübersehen und will trotzdem die Spur wechseln, warnt der Assistent per Blinklicht und Ton vor dem Hindernis. Kleiner Nachteil: Damit der Helfer weiß, dass Sie die Spur wechseln wollen, müssen Sie den Blinker setzen. Erst dann springt der etwaige Alarm an. Bei manchen Herstellern zeigen farbige LEDs in den Außenspiegel permanent an, ob der tote Winkel frei ist oder nicht.

Wahrscheinlichkeit: Gute Chancen; ab Kompaktklasse häufig verbaut

Spurassistent

Wie der Name schon sagt, soll der Spurassistent dabei helfen, dass das Auto die Fahrbahn nicht unbeabsichtigt verlässt. Hierfür nutzt das System Kamerabilder, die fast immer die Fahrbahnmarkierung als Referenz benutzt. Rollt der Wagen ohne zu Blinken über eine Fahrbahnlinie, meldet das System dies dem Fahrer. Aktive Spurassistenten greifen dann sogar leicht ins Lenkrad ein oder manövrieren den Wagen durch nicht merkbare Bremseingriffe auf einer Fahrzeugseite wieder in die Spur. Die selbstlenkenden Helfer kommen oft in Verbindung mit der Totwinkel-Überwachung. Achillesferse dieser Systeme ist auch die Aktivierung per Blinker. Vergessen Sie beim Spurwechsel rechtzeitig zu blinken, nervt Sie das System trotz gewolltem Manöver mit Warnsignalen. Vergessen Sie hingegen vor dem herüber Fahren den Blinker zu setzen, können die meisten Systeme auch keine Unfälle verhindern.

Wahrscheinlichkeit: Mittelmäßig; Gibt es zwar auch in der Kompaktklasse, in höheren Klassen steigt aber die Wahrscheinlichkeit

Abstandsregeltempomat

Audi Stauassistent
Der Stauassistent übernimmt bei langsamer Fahrt die komplette Steuerung des Autos. Der Fahrer soll jedoch stets aufmerksam bleiben. Foto: Audi
Der Tempomat ist heute Vielen ein Begriff, an ihm kann der Fahrer eine Geschwindigkeit einstellen, die der Wagen dann automatisch hält. Viele Fahrzeuge verfügen zudem über einen sogenannten Limiter, bei dem Sie eine Höchstgeschwindigkeit festlegen, ab der das Auto trotz Gaspedaleingaben nicht mehr beschleunigt. Durch den Einzug unzähliger Sensoren ins Auto, erkennen viele Fahrzeuge den vorausfahrenden Verkehr ganz genau und können dessen Geschwindigkeit häufig besser einschätzen als wir selbst. Erkennen adaptive Geschwindigkeits-Regelanlagen, dass ein vorausfahrendes Fahrzeug langsamer fährt als Sie, bremst es Ihr Auto langsam ab, bis sie entweder die gleiche Geschwindigkeit wie der Vordermann erreichen oder Sie die Spur wechseln und freie Fahrt haben. Den Abstand, den der Assistent zum vorausfahrenden Fahrzeug hält, können Sie bei vielen Autos erhöhen oder verringern. Letzteres natürlich nur so weit, dass noch immer ein Sicherheitsabstand gewahrt bleibt.

Die modernste Variante dieses Helfers ist der Stauassistent. Dabei handelt es sich quasi um eine Vorstufe zum komplett autonomen Fahren, ganz ohne Zutun eines Menschen. Bei Geschwindigkeiten unter 60 km/h (Stand 2016) übernimmt der Computer das Fahren komplett für Sie. In sehr zäh fließendem Verkehr müssen Sie also weder Gas geben noch bremsen, auch die Spur wird automatisch gehalten. Allerdings weisen alle Hersteller ausdrücklich darauf hin, dass dieser Helfer nur zur Unterstützung gedacht ist und Sie stets aufmerksam den Verkehr beobachten sollten.

Wahrscheinlichkeit: Mittelmäßig; Vereinzelt auch in der Kompaktklasse, meist jedoch darüber. Stauassistent bisher nur ab der oberen Mittelklasse

Head-up-Display

BMW Head-up-Display
Beim Head-up-Display werden wichtige Informationen direkt ins Sichtfeld des Fahrers auf die Windschutzscheibe oder einen kleinen Spiegel projeziert. Foto: BMW
Apropos Verkehr beobachten: Damit Sie den Blick nach Möglichkeit überhaupt nicht mehr vom Geschehen auf der Straße abwenden müssen, bieten immer mehr Hersteller sogenannte Head-up-Displays an. Ursprünglich bei Kampfjets genutzt, projizieren die Systeme wichtige Informationen direkt ins Sichtfeld des Fahrers. Teurere Systeme (etwa bei BMW oder Mercedes) nutzen ein speziell polarisiertes Glas und stellen zum Beispiel aktuelle Geschwindigkeit, Richtungsangaben des Navis oder Tempolimits direkt in der Windschutzscheibe dar. Für den Fahrer scheinen diese, frei über der Motorhaube oder der Straße zu schweben. Aufgrund des eingeschränkten Betrachtungswinkels sind die Anzeigen solcher Head-up-Displays für die Beifahrer unsichtbar. Eine günstigere Variante (zum Beispiel bei Citroen, Mini oder VW) verwendet eine Art ausfahrbaren Spiegel hinter dem Lenkrad als Projektionsfläche.

Wahrscheinlichkeit: Selten, Spiegel-Variante gibt es zwar bereits in Kleinwagen, in der Scheibe nur bei Premiumautos ab der Mittelklasse, in Mietwagen aber eher selten

Fernlichtautomatik

Doch was nützen einem detaillierte Informationen über das Auto, wenn im Dunkeln der Durchblick fehlt? Damit Sie stets gut sehen können, dabei jedoch nicht die anderen Verkehrsteilnehmer blenden, besitzen immer mehr Autos eine Fernlichtautomatik. Über eine Frontkamera erkennt das System dicht vorausfahrende oder entgegen kommende Fahrzeuge und blendet eigenständig ab. Aktiviert wird die Automatik ganz einfach wie beim Aufblenden.

Wahrscheinlichkeit: Häufig, ab der Kompaktklasse häufig verbaut
LED-Matrix-Licht von Opel
Dank der neuen LED-Licht-Technik können Bereiche mit anderen Autos abgedunkelt werden, während der Rest voll vom Fernlicht beleuchtet bleibt. Foto: Opel

Adaptives Fernlicht

Anders sieht das bei adaptivem Fernlicht aus. Hier werden über verschiedene System nur die Bereiche der Scheinwerfer abgedunkelt, welche die anderen Autos blenden würden. Ältere Systeme schieben dafür Blenden oder Walzen vor die Scheinwerfer. Seit Einführung der LED-Technologie können einfach gezielt einzelne Bereiche der Scheinwerfer bei Bedarf deaktiviert werden. Man spricht hier häufig von LED- oder einfach nur Matrixlicht. Neuster Schrei auf dem Auto-Lichtmarkt ist das sogenannte Laserlicht. Hier kommt tatsächlich ein kleiner Laser zum Einsatz, dessen Licht jedoch zunächst ins sichtbare (Tages)Lichtsprektrum umgewandelt und dann per Mikrospiegel auf die Straße projiziert wird. Vorteil dieser Technologie ist die extreme Reichweite und dass das Licht sehr fein justiert werden kann. Das Deaktivieren bestimmter Bereiche – um mehrere andere Autos nicht zu blenden – ist hier kein Problem mehr. Aktuell kommt Laserlicht nur bei Fahrzeugen der Marken Audi und BMW zum Einsatz.

Wahrscheinlichkeit: Noch eher selten, häufig in Oberklasse- und Sportwagen von Audi und BMW

Nachtsichtgerät

Nachtsichtassistent von Audi
Mit einer Wärmebildkamera machen Nachtsicht-Assistenten warme Objekte wie Tiere und Menschen auch in der Dunkelheit klar sichtbar. Foto: Audi
Doch wem selbst Lichter nicht reichen, die die Nacht zum Tag machen, kann in einigen teureren Modellen auf ein Nachtsichtgerät setzen. Das Bild einer Infrarotkamera wird dabei auf das Display des Bordcomputers übertragen. Warme Objekte wie Personen oder Tiere sind hier selbst außerhalb des Lichtkegels hell leuchtend zu erkennen und werden farblich markiert. Befindet sich das Objekt gar direkt in Fahrtrichtung des Wagens, wechselt die Markierung ihre Farbe auf Rot und das Auto warnt den Fahrer akustisch.

Wahrscheinlichkeit: Sehr selten, nur in der Ober- und oberen Mittelklasse

Internetverbindung – Connected Car

Nur bedingt mit dem Fahren zu tun hat ein weiterer Trend, nämlich die Vernetzung des Autos. Manche Fahrzeuge können – ein entsprechende Infotainment-System vorausgesetzt – eine eigene SIM-Karte aufnehmen und per mobiler Datenverbindung ins Netz gehen. Diese Verbindung steht dann den Bordsystemen zu Verfügung, kann in manchen Fällen jedoch auch über WLAN von allen Insassen genutzt werden. Hierbei dient das Auto quasi als Router. Alternativ bieten manche Mietwagenanbieter sogenannte Mifi-Router, also einen WLAN (Wifi-Router) der seine Internetverbindung per SIM-Karte aufbaut. So kann zum Beispiel Musik von Streamingdiensten im Auto gehört oder der Facebookstatus abgefragt werden. Für eine schnellere Ankunft am Ziel beziehen einige Navigationssysteme auch Verkehrsmeldung in Echtzeit aus dem Internet.

Wahrscheinlichkeit: Wir immer häufiger, selbst bei Kleinwagen

Automatischer Notruf E-Call

E-Call Service von Opel
Sogenannte E-Call-Systeme informieren bei einem Unfall automatisch die Rettungskräfte. Manche Hersteller kombinieren dies mit einer Art Concierge Service. Foto: Opel
Ein ganz ähnliches Feature, der sogenannte E-Call, kann sogar Leben retten. Fahrzeuge mit diesem System, unabhängig davon ob sie über eine SIM-Karte verfügen, setzen bei einem Unfall automatisch einen Notruf ab. Dabei reagieren die Systeme blitzschnell auf die Auslösung der Airbags im Fahrzeug. Aktuelle Versionen solcher Dienste informieren die Rettungsdienste des Landes, in dem sich das Fahrzeug gerade befindet, bereits in der korrekten Landessprache. Im Anschluss kann auch eine Telefonverbindung hergestellt werden. Zudem übermittelt der E-Call den Helfern die letzte bekannte GPS-Position des Fahrzeugs. So können die Rettungskräfte besonders schnell vor Ort sein, was im Zweifelsfall über Leben und Tod entscheiden kann.

Wahrscheinlichkeit: Herstellerabhängig, manche verbauen E-Call selbst in ihren Kleinwagen, bei anderen Anbietern nur ab der Mittelklasse

Übrigens: Genau wie die Marke und das Modell, können Sie beim Mietwagen Assistenzsysteme eigentlich nie explizit dazu buchen. Viele Firmen bieten jedoch die Möglichkeit, Wünsche bei der Anmietung zu äußern, die dann nach Möglichkeit auch erfüllt werden. Das gilt übrigens auch für Dinge wie Fahrzeugfarbe, Bluetooth-Freisprecheinrichtung oder gar die Marke des Mietwagens.

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