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Warum man seine Bordkarte niemals posten sollte

27.07.2016 - 16:35

Sie sitzen überglücklich im Wartebereich Ihres Abfluggates, freuen sich auf Ihre bevorstehende Reise und posten voller Stolz Ihren Boarding Pass bei Facebook oder einem anderen sozialen Netzwerk? Das sollten Sie in Zukunft nicht mehr tun! Warum und wie sich am besten vor einem Missbrauch schützen können, erfahren Sie hier!

Was ist eine Bordkarte?

Der Boarding Pass (auch Bordkarte genannt) ist sozusagen die Eintrittskarte in ein Flugzeug – vergleichbar mit einem Fahrticket im Zug. Mit diesem können Sie den Sicherheitsbereich im Flughafen passieren und schließlich in die jeweilige Maschine steigen.

Darum sollte man den Boarding Pass niemals posten!

Neben dem Namen des Passagiers und der Airline enthält die Bordkarte folgende Informationen:
Vor allem Vielflieger müssen auf ihre Bordkarte besonders gut aufpassen!

- Datum und Zeit des Flugs
- IATA-Codes des Abflug- und Ankunftsflughafen
- Beförderungsklasse
- Flugnummer
- Gatenummer
- Sitzplatznummer
- 2D-Strichcode/Barcode oder QR-Code

Vor allem der letzte Punkt hat es in sich, sofern Sie bei einem Vielfliegerprogramm registriert sind. Denn auch die Nummer Ihres Meilenkontos wird im Barcode angezeigt. Beim Prämienprogramm Miles & More der Deutschen Lufthansa etwa wird auch die 16-stellige Kundennummer im 2D-Strichcode verschlüsselt. Mithilfe diverser Scan-Apps fürs Smartphone kann dieser Code jederzeit von jedem ausgelesen werden, sobald Sie Ihre Bordkarte bei Instagram, Facebook und anderen sozialen Netzwerken posten oder den Boarding Pass nach der Landung sorglos in den Mülleimer schmeißen. Beides sollten Sie lieber lassen, denn Datendiebe könnten genau jetzt zuschlagen und sich mit ihrem Vielflieger-Kunden-Account einloggen, Guthaben ausgeben, Sitzplätze umbuchen oder sogar Flüge stornieren.  

Achtung! Viel gefährlicher ist jedoch die Tatsache, dass nach einem gehackten Zugang des Meilenkontos auch sensible Daten wie beispielsweise Adresse, Telefonnummer und das Geburtsdatum einsehbar sind. Laut dem US-amerikanischen Computerexperten Winston Krone, ist damit auch das Hacken des Bankkotos kein Problem mehr. 

Vorsicht – auch nach dem Flug!

Urlauber, die glauben, die Daten werden nach dem Flug gelöscht, irren sich! Sowohl der 2D-Strichcode als auch der QR-Code sind nach erfolgreicher Landung noch aktiv. Zwar kann niemand mehr mit dem bereits verwendeten Boarding Pass fliegen, aber die Daten können immer noch abgerufen werden, erklärt Lufthansa-Sprecherin Sandra Kraft.

Wie können Sie sich schützen?

Wir empfehlen mit der Bordkarte genauso sensibel umzugehen, wie mit allen anderen wichtigen Dokumenten.
Wie oben bereits beschrieben, sollten Sie Ihre Bordkarte auf keinen Fall abfotografieren und in ein soziales Netzwerk posten. Zudem empfehlen wir Ihnen auch, das Flugticket nicht in einem öffentlichen Mülleimer zu entsorgen. Nehmen Sie Ihren Boarding Pass am besten mit und schreddern ihn zu Hause oder kleben diesen zur Erinnerung in ein Fotoalbum. 

Wer seine Bordkarte doch versehentlich weggeworfen hat, sollte sein Vielflieger-Kunden-Account:

- Mit einem sicheren Passwort schützen (ein Mix aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen, ggf. Sonderzeichen).
- Die Sicherheitsanfrage so wählen, dass kein Fremder diese beantworten kann.
 
General sollten Sie aufpassen und Ihre Urlaubspläne nicht via Facebook veröffentlichen. Schon häufig wurden ganze Häuser leer geräumt, weil windige Freundesfreunde durch Posts in sozialen Netzwerken darauf aufmerksam gemacht worden, dass Reisende nicht zu Hause sind. Überlegen Sie also gut, was Sie preisgeben und was nicht.

(mja)

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