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Zahnersatz: Arzt muss über notwendige Nachbesserungen informieren

07.11.2014 - 10:34

Weist ein Zahnarzt einen Patienten nicht darauf hin, dass ein eingesetzter Zahnersatz nachgebessert werden muss, begeht er einen groben Behandlungsfehler. Dem Patienten steht in einem solchen Fall Schmerzensgeld zu. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm hervor.

Im verhandelten Fall ließ sich ein heute 53 Jahre alter Mann von seinem Zahnarzt eine Brücke im Oberkiefer einsetzen. Die Brücke wies am Kronenrand jedoch eine Stufe zu den natürlichen Zähnen auf. Weder korrigierte der Zahnarzt diesen Fehler noch informierte er seinen Patienten, dass der Zahnersatz nachgebessert werden müsse. Da der Mann aufgrund der fehlerhaften Brücke unter anhaltenden Schmerzen litt, suchte er den Arzt nach einem Jahr erneut auf. Er brach die Behandlung dann jedoch ab und wechselte zu einem anderen Zahnmediziner.

Gericht spricht dem Patienten Schmerzensgeld zu

Urteil: Zahnarzt muss über notwendige Nachbesserungen informieren.
Der Patient verklagte den Zahnarzt wegen mangelhafter Behandlung auf Schmerzensgeld. Das Oberlandesgericht Hamm sprach dem Mann eine Entschädigung in Höhe von 1.000 Euro zu. Ein Gutachter hatte festgestellt, dass die Brückenkonstruktion mangelhaft gewesen war. Dies hätte der Zahnarzt erkennen und von sich aus korrigieren müssen.

 

Der Arzt hätte sich nicht darauf verlassen dürfen, dass ihn der Patient von sich aus noch einmal aufsucht, urteilte das Gericht. Der Patient habe durch den mangelhaften Zahnersatz Schmerzen erlitten und sei beim Essen und Trinken beeinträchtigt gewesen. Insofern lag nach Auffassung des Gerichts ein grober Behandlungsfehler vor.

Allerdings verweigerte das Oberlandesgericht ein höheres Schmerzensgeld. Das Gericht glaubte dem Mann nicht, dass er besonders starke Schmerzen gehabt habe. In dem Fall hätte er den beklagten Zahnarzt sicherlich nicht erst nach einem Jahr aufgesucht, so die Richter.

(mst)

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