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Kaugummikauen statt Zähneputzen?

09.04.2015 - 16:32

Nach der Mittagspause keine Zeit zum Zähneputzen: Manche schwören dann auf Zahnpflegekaugummis, um ihre Zähne zu reinigen. Doch ist Kaugummikauen wirklich ein Ersatz für richtiges Zähneputzen?

Karies an den Zähnen entsteht, wenn die Kariesbakterien in der Mundhöhle Zucker aus der Nahrung verdauen. Die Bakterien selbst schädigen dabei die Zähne nicht. Sie verarbeiten den Zucker allerdings zu Milchsäure. Und diese Säure schädigt die Zähne, indem sie Mineralien aus dem Zahnschmelz herauslöst.

Mehr Speichel – weniger Zahnschäden

Frau kaut Kaugummi
Durch das Kauen von Kaugummis wird vermehrt Speichel produziert - das schützt die Zähne.
Kaugummis helfen hier, indem durch das Kauen vermehrt Speichel produziert wird. Da der Speichel leicht alkalisch ist, neutralisiert er die Milchsäure und verhindert damit ihre schädliche Wirkung auf die Zähne. Der Speichel enthält zudem auch Mineralien, die wieder in den Zahnschmelz eingelagert werden – die Zähne werden somit teilweise reminalisiert.

Xylit (oder Xylitol), das in manchen Kaugummis als Ersatzstoff für Zucker verwendet wird, kann von Kariesbakterien besonders schlecht verdaut werden. Das verstärkt die karieshemmende Wirkung dieser Kaugummis zusätzlich.

Durch das Kaugummikauen werden die Bakterien allerdings nicht abgetötet. Auch die Beläge, in denen sie sitzen, werden durch reines Kauen nur zu einem kleinen Teil entfernt. Ein Kaugummi wirkt fast nur auf den Kauflächen, während die Seitenflächen der Zähne praktisch gar nicht gereinigt werden. Dies hat ein Test der Zeitschrift Öko-Test belegt. Demnach reduziert Kaugummikauen die Zahnbeläge nur um weniger als 20 Prozent. Beim Putzen mit der Zahnbürste werden dagegen rund 70 bis 90 Prozent der Beläge entfernt.

Kein Ersatz für regelmäßiges Putzen

Daher gilt: Ein Zahnpflegekaugummi nach dem Essen ersetzt keinesfalls das regelmäßige Zähneputzen. Gegen Beläge und Speisereste helfen nur richtiges Putzen und Zahnseide. Allerdings sind Kaugummis eine praktische Alternative für unterwegs oder im Büro, wenn zum Zähneputzen keine Zeit bleibt.

Wer seine Zähne besonders gründlich pflegen möchte, sollte zudem ein- bis zweimal im Jahr zu einer professionellen Zahnreinigung gehen. Hier entfernt der Zahnarzt oder ein Dentalhygieniker auch harte Zahnbeläge, die sich beim normalen Putzen nicht lösen.

(mst)

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