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Juni-Hochwasser 2013: Teuerste Naturkatastrophe Deutschlands

13.07.2013 - 11:00

Auch wenn die endgültige Schadenshöhe noch nicht feststeht, ist eines bereits klar – die durch das Juni-Hochwasser entstandenen Schäden sind die teuersten in der Geschichte der Bundesrepublik. Einer ersten Bilanz des Gesamtverbands der Deutschen Versicherer (GDV) zufolge kosten die circa 180.000 versicherten Schäden die Versicherer rund zwei Milliarden Euro. Die Elbe-Flut von 2002 verursachte "nur" 150.000 versicherte Schäden in Höhe von etwa 1,8 Milliarden Euro.

Gemäß der Schadensanalyse stieg das Schadensvolumen insgesamt nicht in gleichem Maße wie die Schadenszahl. Das heißt, die Kosten für Einzelschäden fallen 2013 im Vergleich zu 2002 niedriger aus, was vor allem auf staatliche und individuelle Hochwasserschutzmaßnahmen zurückzuführen sei. "Viele Betroffene waren besser auf die Katastrophe vorbereitet als 2002", erklärt der Präsident des GDV Alexander Erdland. Unter anderem haben viele Menschen ihre Häuser und den Hausrat mit einer Hausrat- und/oder Wohngebäudeversicherung versichert.

Vor elf Jahren waren nur 19 Prozent der Gebäude durch eine Elementarversicherung gegen Naturgewalten versichert, heute sind es 32 Prozent. Vor dem Hintergrund der aktuellen Schadensbilanz und den potentiellen Schadenskosten erscheint diese Versicherungsbilanz nach wie vor sehr gering. Zudem offenbaren Schadensanalysen, dass das durch Starkregenfälle verursachte Hochwasser viele Schäden auch weitab großer Flüsse verursacht hat. Zu dieser Erkenntnis kommt auch die SparkassenVersicherung (SV) nach einer Auswertung der Schadensfälle in Baden-Württemberg.

Hochwasserschäden treten auch in vermeintlich ungefährdeten Gebieten auf

Um das Versicherungsrisiko bezüglich Überschwemmungs- und Hochwasserschäden einschätzen und berechnen zu können, wird das Bundesgebiet mittels des Zonierungssystems für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen (ZÜRS) in vier Gefahrenklassen eingeteilt:
  • Gefährdungsklasse 1: statistisch weniger als ein Hochwasser alle 200 Jahre
  • Gefährdungsklasse 2: statistisch weniger als ein Hochwasser alle 50-200 Jahre
  • Gefährdungsklasse 3: statistisch weniger als ein Hochwasser alle 10-50 Jahre
  • Gefährdungsklasse 4: statistisch weniger als ein Hochwasser alle 0-10 Jahre
Die Analyse der Schadenssituation aus Baden-Württemberg der SparkassenVersicherung (SV) macht deutlich, dass sich 93 Prozent der gemeldeten Schäden in den vermeintlich sichereren ZÜRS-Zonen 1 und 2 ereignet haben. Einem Medienbericht zufolge hätten diese Schadenszahlen laut der SV Modellcharakter für alle Regionen in Deutschland. Der SV-Vorstand des Ressort Schaden/Unfall gibt zu bedenken: "Bei Hochwasser und Überschwemmung denken viele nur an Häuser in Flussnähe. Doch heftiger Dauerregen kann auch Häuser fernab der Flussläufe unter Wasser setzen und hohe Schäden verursachen." Deshalb ist eine Elementarversicherung ein sinnvoller Schutz des Eigentums.

Das gilt auch für Personen, die im fünften Stock eines Mietshauses in der Stadt wohnen. Ein Hochwasserschaden durch Regen ist in diesem Fall sicherlich unwahrscheinlich. Jedoch bietet eine Hausrat- beziehungsweise Elementarschadenversicherung auch ihnen einen wirksamen Versicherungsschutz gegen Naturgewalten wie Blitzschäden. Da die Häufigkeit und Heftigkeit von Unwettern in den letzten Jahren zugenommen hat und laut Experten auch künftig weiter zunehmen wird, ist es sehr empfehlenswert, seine teuren elektronischen Geräte (Laptop, LED-Fernseher, Waschmaschine) gegen Überspannungsschäden zu versichern.

Leistungen einer Hausrat-, Wohngebäude- und Elementarversicherung

Mit einer Hausratversicherung können Sie ihren gesamten Hausrat gegen Einbruchdiebstahl, Vandalismus, Feuer-, Leitungswasser-, Sturm- und Hagelschäden versichern. Vorsicht: Um Ihr Hab und Gut gegen Starkregen sowie Überschwemmungen, Erdbeben, Erdrutsch, Erdsenkung, Schneedruck, Rückstau, Lawinen und Vulkanausbrüche abzusichern, muss zusätzlich eine Elementarversicherung abgeschlossen werden. Zudem kann die Hausrat-Police durch eine Glasbruchversicherung ergänzt werden.

Mit einer Wohngebäudeversicherung können Sie Ihre Immobilie (alles was fest mit dem Gebäude verbunden und zugehörig ist, wie zum Beispiel Markisen und Garagen) gegen die Risiken von Feuer und Blitzschlag, Leitungsasser- und Frostschäden, An- und Aufprall von Fluggeräten sowie Explosionen versichern. Schäden, die durch Naturgewalten entstehen, müssen dagegen wie bei der Hausratversicherung mit einer seperaten Elementarversicherung abgedeckt werden.

(mtr)

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