0800 - 24 24 123
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

Streitfall Keller unter Wasser: Wer muss den Schaden bezahlen?

21.12.2012 - 14:00

Gestattet ein Grundstücksbesitzer einem Nachbarn, seinen Außenwasseranschluss zu benutzen, haftet der Nachbar, wenn daraus austretendes Leitungswasser Schäden verursacht. Dies geht aus einem Urteil des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts vom 6. Dezember 2012 hervor.

Im konkreten Fall wollte der Beklagte zwischen Weihnachten und Neujahr auf seinem Grundstück bauen. Das für die Bauarbeiten notwendige Wasser entnahm er - beziehungsweise das beauftragte Bauunternehmen - mit Genehmigung des Nachbarn aus dessen Außenwasseranschluss. Dieser war über die Weihnachtstage im Urlaub. Als er aus dem Weihnachtsurlaub zurückkehrte, erlebte der hilfsbereite Nachbar jedoch eine böse Überraschung: Das Kellergeschoss seines Hauses stand unter Wasser. Bei näherer Überprüfung stellte sich heraus, dass das Wasser wegen eines Defekts des Außenanschlusses in das Haus gelangt war. Worin genau das Problem bestand ─ beispielsweise ein Frostschaden am Hahn oder Ähnliches ─ ließ sich nicht eindeutig feststellen.

Gebäudeversicherung fordert übernommene Kosten vom Beklagten zurück

Die Wohngebäudeversicherung des Grundstückseigentümers kam zwar für die Trocknungs- und Sanierungsarbeiten des Kellers auf - verlangte aber vom Beklagten die Kosten von mehr als 18.000 Euro zurück. Die Begründung: Nicht ihr Versicherungskunde habe zum Zeitpunkt des Schadeneintritts über den Außenwasserhahn verfügt, sondern der Beklagte beziehungsweise die von ihm beauftragten Handwerker. Mit dem Hinweis, dass der Wasserhahn aber nicht ihm gehöre, wies der Beklagte jede Verantwortung für den Schaden von sich. Zudem war er der Ansicht, dass nicht ausgeschlossen sei, dass Dritte dem Geschädigten einen Streich spielen wollten und daher den Wasseranschluss manipuliert hatten.

Der Fall wurde zugunsten der Assekuranz entschieden. Das Gericht war der Meinung, dass in solchen Fällen der Nutznießer grundsätzlich für Schäden verantwortlich ist, die durch Leitungswasser aus dem ihm zur Verfügung gestellten Anschluss verursacht werden. Denn als alleiniger Nutzer des Anschlusses in diesem Zeitraum habe der Beklagte automatisch alle Risiken in Kauf genommen, die mit dem Wasseranschluss verbunden waren ─ sowohl für mögliche Schäden durch Bauarbeiter als auch für zufällige Schäden durch unbekannte Ursachen.

Optimale Absicherung für Gebäudebesitzer: Wohngebäudeversicherung und Hausratversicherung

Allgemeiner Hinweis: Neben der Wohngebäudeversicherung ist auch die Hausratversicherung eine sinnvolle Absicherung, denn sie kommt in aller Regel unter anderem für Schäden am Hausrat durch Leitungswasser auf.

(kro)

Weitere Artikel: