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Dachlawinen: Gebäudebesitzer müssen nicht zwingend haften

13.12.2012 - 19:04

Wer sein Auto bei starkem Schneefall vor einem Gebäude mit schrägem Dach parkt, muss sich über die mögliche Gefahr durch Dachlawinen im Klaren sein. Kommt es durch herabfallende Schneemassen zu einem Schaden am Fahrzeug, muss der Gebäudebesitzer ─ je nach den genauen Umständen des Einzelfalls ─ nicht zwingend dafür haften. Dies geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm vom 14. August 2012 hervor.

Im konkreten Fall hatte der Kläger sein Auto im schneereichen Winter 2010 vor dem Haus des Beklagten abgestellt. Wenig später wurde der Pkw durch eine vom Dach fallende Schneelawine erheblich beschädigt. Der Fahrzeugbesitzer forderte daraufhin Schadensersatz mit dem Argument, dass der Hausbesitzer seine Verkehrssicherungs-Pflicht missachtet habe. Seiner Meinung nach wäre der Beklagte dazu verpflichtet gewesen, durch entsprechende Schilder vor der Gefahr durch mögliche Dachlawinen zu warnen oder das Dach direkt von den Schneemassen zu befreien.

Die Klage wurde vom Gericht mit dem Verweis auf die Ortssatzung als unbegründet zurückgewiesen. Diese schreibt Gebäudebesitzern in der eigentlich schneearmen Gegend keine Anbringung von Schneefanggittern vor. Da das Dach des betreffenden Hauses zudem mit einer Neigung von weniger als 45 Grad nicht besonders steil sei, habe aus diesem Grund ebenfalls keine Veranlassung bestanden, auf Schneefanggitter zurückzugreifen.

Entfernung der Schneemassen vom Dach nicht erforderlich

Die Richter waren ferner der Ansicht, dass der Beklagte aufgrund der erheblichen Eigengefahr auch nicht in der Pflicht gestanden habe, die Schneemassen vom Dach zu entfernen. Auch die Beauftragung einer Fachfirma wäre dem Gericht zufolge nicht angebracht gewesen, da die Kosten in keinem zumutbaren Verhältnis zum Erfolg gestanden hätten.

Das Oberlandesgericht Hamm befand des Weiteren, dass der Kläger angesichts der Schneemassen auch ohne entsprechende Warnhinweise mit herabfallenden Dachlawinen hätte rechnen müssen. Dementsprechend hätte er sein Fahrzeug an einem weniger gefährdeten Ort parken sollen.

Dieses Urteil dürfte für alle Gebäudebesitzer interessant sein, denn es zeigt, dass sie nicht automatisch für alle Schäden im Zusammenhang mit ihrem Haus zur Verantwortung gezogen werden können. Wer im Übrigen Schäden am eigenen Gebäude finanziell absichern möchte, sollte über den Abschluss einer Wohngebäudeversicherung nachdenken.

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(kro)

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