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Experten fordern Einbruchschutz-Standards für Gebäude

26.10.2013 - 10:00

Die Zahl der Einbruchdiebstähle hat laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bundesweit in den letzten drei Jahren um circa 30 Prozent zugenommen. Spitzenreiter in Sachen Wohnungseinbrüche ist laut der polizeilichen Kriminalstatistik von 2012 Nordrhein-Westfalen (NRW). Dort kam es im vergangenen Jahr zu rund 54.200 aktenkundigen Wohnungseinbrüchen. Dieser Rekordwert könnte dieses Jahr noch übertroffen werden. Laut der Gewerkschaft der Polizei aus NRW sind allein im ersten Halbjahr 2013 fast 38.000Wohnungseinbrüche gemeldet worden.

Aufgrund dieser alarmierenden Zahlen verlangten mehrere Experten im Zuge einer Anhörung des Innenausschusses des NRW-Landtags am 10.10.2013, Maßnahmen für eine Verbesserung des Einbruchschutzes zu ergreifen. So fordert die nordrhein-westfälische Polizeigewerkschaft unter anderem in einer Stellungnahme, dass Mindeststandards zur Einbruchssicherheit in die Landesbauordnung aufgenommen werden sollten. Zudem ließe sich die geringe Aufklärungsquote verbessern, wenn die Polizei von den Einbruchsopfern schneller Bilder oder eine Individualnummern des Diebesgutes erhalten würde. Diesbezüglich sollten beispielsweise die Anbieter von Wohngebäudeversicherungen Anreize schaffen, sodass Kunden Fotos oder Nummern digital beim Versicherer hinterlegen und diese bei Bedarf schnell an die Polizei weitergeleitet werden könnten.

Auch der Landesvorsitzende vom Bund Deutscher Kriminalbeamter aus NRW, Wilfried Albishausen, befürwortet verbindliche Normen im Bereich des baulichen Einbruchschutzes sowie eine städtebauliche Kriminalprävention bei der Planung von Wohngebieten. Diesbezüglich verweist er auf positive Erfahrungen aus den Niederlanden. Danach ging die Einbruchskriminalität innerhalb von vier Jahren um 25 Prozent zurück. Ebenso wünschenswert wäre laut Albishausen eine Intensivierung der Gespräche mit der Versicherungswirtschaft, um Anreizsysteme für einen verbesserten Einbruchschutz zu etablieren. Im Grunde profitieren alle von einem verbesserten Einbruchschutz – Versicherer, Versicherte, aber auch jeder Bürger!

Einbruchsdiebstahl bei der Hausrat- und Wohngebäudeversicherung

Primär sind die Anbieter von die Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen vom Einbruchdiebstahl betroffen – von den Opfern einmal abgesehen. Eine Wohngebäudeversicherung deckt Schäden durch Einbrüche nicht standardmäßig ab. Manche Versicherer bieten jedoch leistungsstarke Policen an, die auch Schadenersatz nach einem Einbruch leisten. Es ist durchaus im Interesse beider Vertragsparteien, Präventivmaßnahmen zu ergreifen, um Dieben ihren Bruch zu erschweren.

So sind oftmals die Versicherungsnehmer verpflichtet, bestimmte Schlösser einzubauen oder Wertsachen in Wertschränken zu verwahren. Oder auch ein präventiver Hochwasserschutz hat sich bewährt und nützt letztlich beiden Seiten. Es ist daher durchaus sinnvoll, seitens des Versicherers Preisnachlässe zu gewähren, wenn der Versicherte sein Hab und Gut gegen Einbruchsdiebstahl schützt. Ein Mehr an Anreizen wäre jedoch sicherlich hilfreich.

Tag des Einbruchdiebstahls

Um bei den Bürgern ein Bewusstsein für das Problem von Einbruchdiebstahl zu schaffen, existiert ein Programm für Polizeiliche Kriminalprävention, welches vom Bundesinnenministerium unterstützt wird. Am Sonntag, 27. Oktober 2013, heißt es dann: „Tag des Einbruchschutzes – Eine Stunde für mehr Sicherheit“. Im Zuge dieses Aktionstages führt die Polizei bundesweit diverse Aufklärungskampagnen und Veranstaltungen durch.

Wer sich für Maßnahmen gegen Einbrecher interessiert, findet Informationen und Tipps. Zudem ist es stets hilfreich, sich mit seinem Versicherer in Verbindung zu setzen, um sich über mögliche Präventions- beziehungsweise Sicherheitsmaßnahmen zu informieren. Wer nämlich Vertragspflichten missachtet, riskierte den Versicherungsschutz seiner Gebäudeversicherung.

Tipp: Gegen eine Zuzahlung kann der Versicherungsschutz durch eine Feuer- oder Elementarversicherung erweitern.

(mtr)

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