0800 - 24 24 123 Hilfe und Kontakt
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

An Unisex führt in Deutschland kein Weg vorbei

06.02.2013 - 15:00

Seit dem 21.Dezember 2012 dürfen Versicherer in allen EU-Staaten aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs anstelle geschlechtsspezifischer Bisex-Tarife nur noch geschlechtsunabhängige Unisex-Policen anbieten. Der neue Unisex-Zwang gilt nur innerhalb der EU. Vermittler, die Kunden durch einen Umweg über EU-nahe Länder wie der Schweiz oder Liechtenstein Bisex-Tarife anbieten wollen, scheitern jedoch an rechtlichen Hürden. Darauf weisen Juristen und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hin.

Durch die Einführung der Unisex-Tarife wurden manche Policen für Männer teurer. Bei anderen Versicherungsprodukten haben Frauen nun im Vergleich zu vor dem Stichtag am 21. Dezember 2012 abgeschlossenen Verträgen einen finanziellen Nachteil beim Neuabschluss einer Police.

Aus diesem Grund könnten Versicherungsmakler in Versuchung geraten, ihren Kunden Bisex-Tarife über Versicherer aus „unisexfreien“ Ländern wie der Schweiz oder Liechtenstein anbieten zu wollen. Wie das Fachmagazin „Versicherungsjournal“ berichtet, stellt diese Vorgehensweise laut einem Rechtsanwalt bei der Kanzlei Wolter Hoppenberg eine unzulässige Umgehung des EU-Rechts dar.

Ausländische Versicherer können auch in Deutschland tätig werden

Im Allgemeinen können Versicherungsgesellschaften aus dem EU-Ausland und dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) recht unkompliziert in Deutschland aktiv werden. Hierfür müssen sie lediglich bei ihrer Heimataufsicht ein entsprechendes Notifikationsverfahren durchlaufen.

Laut Angaben einer Sprecherin der BaFin müssen Assekuranzen aus diesen Ländern jedoch die sogenannten Vorschriften des Allgemeininteresses beachten. Hierzu zählen unter anderem das Versicherungsaufsichtsgesetz, das Versicherungsvertragsgesetz sowie die Kalkulationsverordnung ─ womit das Thema Unisex wieder auf dem Tisch wäre.

Ferner benötigen Versicherer aus Drittländern wie der Schweiz dem Versicherungsjournal zufolge eine Genehmigung der BaFin, um Policen in Deutschland verkaufen zu dürfen. Somit müssen sie sich auch an die Richtlinien hierzulande halten ─ und Unisex-Tarife anbieten.

Sonderregelungen für Korrespondenzversicherungen

Eine derartige Erlaubnis sei nur für Korrespondenzversicherungen hinfällig, so die BaFin-Sprecherin weiter. Bei einer Korrespondenzversicherung schließt der Versicherungsnehmer einen Vertrag mit einem Versicherer im Ausland ab, ohne dass die Assekuranz im Heimatland des Versicherten tätig ist.

Üblicherweise kontaktiert der Kunde in solchen Fällen von sich aus die ausländische Versicherungsgesellschaft. Diese darf keine Vermittler sowie keinen Internetauftritt für den deutschen Markt haben.

Laut Angaben der BaFin können die beiden Vertragsparteien dann unter Umständen entscheiden, ob sie sich an das deutsche Recht halten oder ob das Recht des Landes Anwendung findet, in dem der Versicherer ansässig ist und in dem möglicherweise Bisex-Tarife erlaubt sind.

Allerdings ist die Möglichkeit, Bisex-Policen anzubieten, offenbar nicht automatisch mit dem Willen dazu gleichzusetzen. So bieten beispielsweise der Liechtensteiner Versicherer Prisma Life und der Schweizer Finanzvertrieb AWD nach Angaben ihrer jeweiligen Sprecher für deutsche Kunden nur Unisex-Tarife an.

Im Handumdrehen passende Versicherung finden

Sie sind auf der Suche nach einer leistungsstarken, aber dennoch günstigen Versicherung? Kein Problem: Mit den kostenlosen und unverbindlichen Vergleichsrechnern von CHECK24 werden Sie kinderleicht und ohne großen Zeitaufwand fündig! Auf Wunsch können Sie nach dem Vergleich direkt online eine Police abschließen oder sich ein Angebot per E-Mail beziehungsweise mit der Post zukommen lassen.

(kro)

Weitere Artikel: