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Unisex-Tarife: Jeder zweite Deutsche weiß nicht darüber Bescheid

11.09.2012 - 14:38

Gut 51 Prozent der Deutschen sind über die bevorstehende Einführung der Unisex-Tarife nicht informiert. Dies hat eine repräsentative Befragung des Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) ergeben, für die 1.052 Bundesbürger befragt wurden.

In Folge eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs werden zum Ende dieses Jahres in Deutschland ─ ebenso wie in den anderen 26 EU-Mitgliedsstaaten ─ bei allen Versicherungsprodukten sogenannte Unisex-Tarife eingeführt.

Das bedeutet im Klartext, dass das Geschlecht bei der Beitragsgestaltung eines Versicherungsproduktes keine Rolle mehr spielen darf. Dieser Entscheidung liegen die Bestimmungen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes zugrunde, demzufolge Versicherungsnehmer keine ungleiche Behandlung aufgrund ihres Geschlechts erfahren dürfen.

Wie unter anderem Focus Online berichtet, weisen die Deutschen der IMWF-Umfrage zufolge erhebliche Wissenslücken beim Thema Unisex-Tarife auf. Unter anderem geht jeder zehnte Befragte fälschlicherweise davon aus, dass die bevorstehenden Tarifveränderungen mit einer Vereinheitlichung der Konditionen für verschiedene Altersgruppen zu tun haben. Ebenso meinen rund fünf Prozent der Befragten, dass die Einführung der neuen Tarife auf einer Gleichstellung von Rauchern und Nichtrauchern basiere.

Außerdem wissen gemäß dem Umfrageergebnis 58 Prozent der befragten Frauen sowie 45 Prozent der männlichen Teilnehmer nicht, dass sie noch bis zum Stichtag am 21.Dezember die Möglichkeit haben, sich Versicherungstarife zu den bisherigen Konditionen zu sichern.

Fundiertes Wissen kann sich finanziell lohnen

Doch gerade im Versicherungswesen kann sich ein Basiswissen finanziell durchaus lohnen, denn es gilt: Je nach Geschlecht und Versicherungsprodukt kann es unter Umständen sinnvoll sein, noch vor dem Stichtag einen Tarif zu den alten Konditionen abzuschließen.

 

Eine Versicherungsart, bei der die neue Regelung für Männer voraussichtlich Beitragsvergünstigungen zur Folge haben wird, ist beispielsweise die Risikolebensversicherung. Bisher mussten Männer mit höheren Beiträgen rechnen, da der Versicherungsfall bei ihnen aufgrund der kürzeren Lebenserwartung mit größerer Wahrscheinlichkeit während der Vertragslaufzeit eintritt als bei Frauen. Letztere zahlen bislang entsprechend weniger, müssen jedoch wegen der künftigen Beitragsangleichung unter Umständen mit höheren Beiträgen bei Neuabschlüssen rechnen.

Vorteil für Frauen bei der Zahnzusatzversicherung

Im Gegensatz dazu werden bei der Zahnzusatzversicherung Frauen von den neuen Unisex-Tarifen profitieren. Dass sie im Vergleich zu Männern bislang üblicherweise höhere Beitragszahlungen leisten mussten, wurde mit einer höheren Lebenserwartung und häufigeren Arztbesuchen von Frauen begründet. Auch hier wird eine Angleichung der Beiträge erfolgen, was künftig höhere Versicherungsbeiträge für Männer und sinkende Prämien für weibliche Versicherte bedeuten könnte.

 

Darüber hinaus ergeben sich für Frauen ab 2013 auch bei anderen Versicherungsprodukten Vorteile durch die neuen Regelungen, unter anderem bei der privaten Krankenversicherung und der privaten Rentenversicherung.

Für Männer bieten die neuen Unisex-Tarife nicht nur bei der Risikolebensversicherung Vorteile, sondern zum Beispiel auch bei Neuabschlüssen von Kfz- und Motorradversicherungen.

Ein Sonderfall ist im Übrigen die Riester-Rente: Hier gelten bereits seit dem Jahr 2006 Einheitstarife.

Keine Auswirkungen auf geschlechtsunabhängige Versicherungen

Da bei manchen Versicherungsarten das Geschlecht des Versicherungsnehmers ohnehin keine Rolle für die Berechnung der Versicherungsbeiträge spielt, sollten sich die neuen Tarifregelungen hier nicht spürbar auf die Beitragsgestaltung auswirken. Dies gilt unter anderem für die Hausratversicherung, die Wohngebäudeversicherung sowie für Privat- und Tierhaftpflichtversicherungen.

 

Wissenswert ist überdies, dass alle Verträge, die vor dem 21. Dezember 2012 policiert wurden oder werden, auch nach dem Stichtag nicht von der Neuordnung der Tarife betroffen sind.

Kurz vergleichen, bares Geld sparen

Ob sich der Abschluss einer Versicherung noch vor der Umstellung auf die Unisex-Tarife lohnt oder ob man damit besser bis nach dem Stichtag warten sollte, kann folglich nicht pauschal gesagt werden. Viele Versicherer bieten bereits Umtauschgarantien an. Der Kunde profitiert somit automatisch von den neuen Unisex-Tarifen, sollten diese günstiger sein.

 

In jedem Fall ist es ratsam, bei der Wahl eines geeigneten Versicherungstarifes verschiedene Offerten zu vergleichen. Mit den CHECK24-Vergleichsrechnern finden Sie für jede Versicherungsart den für Sie günstigsten Tarif ─ ganz einfach und ohne großen Zeitaufwand!

(kro)

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