0800 - 24 24 123
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

Versicherung muss für Werbung in automatischer E-Mail-Antwort blechen

28.05.2014 - 18:00

Unerwünschte Werbung in E-Mails ist verboten - auch wenn diese am Ende einer automatisch generierten Antwort auf eine Kundennachricht steht. Das hat das Amtsgericht Stuttgart in einem kürzlich veröffentlichten Urteil entschieden.

Im verhandelten Fall hat ein Kunde gegen seinen ehemaligen Versicherer geklagt. Als er seine Police per E-Mail kündigte und dabei auch um eine Kündigungsbestätigung bat, erhielt er eine sogenannte Autoreply-E-Mail. In der automatisch generierten Nachricht wies die Gesellschaft auf verschiedene Serviceleistungen hin.

An diesen Angeboten hatte der Empfänger jedoch kein Interesse und beschwerte sich ebenfalls per E-Mail beim Datenschutzbeauftragten der Versicherung. Die Antwort: erneut automatisch generiert – und wieder mit Werbung. Daraufhin schaltete sich der Anwalt des Reklame-Geplagten ein und verschickte – natürlich auch wieder auf dem elektronischen Wege – eine Abmahnung an das Unternehmen. Reaktion? Na klar: eine Autoreply-E-Mail mit Werbung.

Anwalt und Kunde hatten die Faxen nun endgültig dicke und zogen vor Gericht – mit Erfolg. Nach Ansicht der Richter gilt das Verbot der unerwünschten Werbung auch bei automatisch erstellten E-Mails – auch wenn der Kunde das Unternehmen zuerst angeschrieben hat.

Die Entschädigung für den Kläger: 147,56 Euro. Sollte die Versicherungsgesellschaft ihm jedoch erneut unerwünschte Werbung schicken, könnte es beim nächsten Mal aber teuer werden – bis zu 250.000 Euro könnten dann fällig werden.

(kro)

Weitere Artikel: