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Urteil: Sturz im Bierzelt ist Dienstunfall

19.02.2014 - 16:00

Stürzt eine Lehrkraft bei einer Klassenfahrt von einer Bank im Bierzelt, ist dies ein Dienstunfall. Das geht aus einem kürzlich veröffentlichten Urteil des Verwaltungsgerichts Stuttgart hervor. Demnach sind Lehrer auch im Dienst, wenn sie mit ihrer Klasse ein Volksfest besuchen.

Im verhandelten Fall war eine Lehrerin aus Baden-Württemberg mit ihren Schülern auf Klassenfahrt in München. Den krönenden Abschluss des Ausflugs in die bayerische Landeshauptstadt bildete der abendliche Besuch des Frühlingsfestes.

Die Gruppe machte sich in kürzester Zeit mit der Bierzeltkultur vertraut und ließ sich dabei nicht lumpen. So dauerte es nicht lange, bis die Beteiligten den anderen Besuchern in nichts nach-, sondern ebenfalls auf den Bierbänken standen – selbstverständlich auch die Lehrerin, die ihre Aufsichtspflicht sehr ernst nahm.

Fiese Bierbank verdirbt Spaß

Der Spaß nahm jedoch ein jähes Ende, als eine Bank umkippte und zwei Schülerinnen und die Lehrerin zu Fall brachte. Letztere verletzte sich dabei so schwer am Rücken, dass sie zwei Monate nicht unterrichten konnte. Sie beantragte daraufhin die Anerkennung des Vorfalls als Dienstunfall.

Das Regierungspräsidium Stuttgart als zuständige Schulbehörde lehnte den Antrag und die damit verbundenen finanziellen Leistungen ab: Der Besuch eines Bierzelts zum Ausklang eines Schulausflugs stehe nicht in Zusammenhang mit den eigentlichen Dienstaufgaben einer Lehrkraft. Der Vorfall habe sich somit in der Freizeit ereignet.

Bierzeltbesuch ist eine dienstliche Pflicht

Dem entgegnete die Lehrerin, dass ein Bierzeltbesuch für Schüler eine wesentlich größere Gefahr darstelle als ein bloßer Spaziergang über das Festgelände. Daher sei es durchaus ihre dienstliche Pflicht gewesen, die Schüler auch im Zelt zu beaufsichtigen und ebenfalls auf die Bank zu steigen.

Hätte sie die Schüler nicht begleitet, hätte sie sich ihrer Überzeugung nach damit selbst ins Aus geschossen und sich demonstrativ von ihren Schülern distanziert. Das sei mit ihrem pädagogischen Gesamtauftrag beim besten Willen nicht zu vereinbaren gewesen. Das Verwaltungsgericht Stuttgart gab ihr recht.

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(kro)

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