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Karnevalsunfall: Klage auf Schadenersatz scheitert

12.02.2014 - 10:00

Im Jahr 2011 geriet eine Zuschauerin beim Mainzer Rosenmontag-Umzug aus unerfindlichen Gründen unter die Räder eines Anhängers und verletzte sich dabei schwer. Daraufhin verklagte die Frau den Veranstalter zur Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 5.000 Euro. Ihrer Ansicht nach hätten die Verantwortlichen offenkundig ihre Verkehrssicherungspflichten verletzt. Die Klage blieb jedoch erfolglos. Sowohl das Mainzer Landgericht als auch das Oberlandesgericht Koblenz wiesen die Klage als unbegründet ab.

Beide Instanzen teilen die Auffassung, dass Veranstalter eines Festzugs ihren Verkehrssicherungspflichten nachkommen müssen. Dazu gehört beispielsweise, dass Beobachter einer Schau nicht zu nahe an die Umzugswagen herankommen können. Organisatoren können jedoch nicht für alle möglichen Schadensfälle vorsorgen. Eine solche Prävention sei schlichtweg unmöglich und nicht geschuldet. Es reiche aus, die Zuschauer vor Gefahren zu schützen, welche von ihnen erfahrungsgemäß nicht frühzeitig erkannt und daher nicht vermieden werden können, so die Richter.

Die Beweisaufnahme hatte ergeben, dass der beklagte Festzugsveranstalter den Umzug ausreichend abgesperrt hatte. Somit sei von den Umzugswagen für umstehende Personen keine bemerkenswerte Gefahr ausgegangen und die Klägerin in der Beweispflicht. Sie hätte im Gerichtsverfahren den Nachweis erbringen müssen, wie es trotz ordnungsgemäßer Absperrung zum Unfall mit Personenschaden kommen konnte. Diesen Beweis blieb die Klägerin jedoch schuldig. Da sie auf ein Berufungsverfahren verzichtete, ist das Urteil des Landgerichts rechtskräftig.

Haftungsrisiken richtig absichern

Menschenmassen, Maschinen, Tiere, ausgelassene Stimmung, Alkohol: Große Veranstaltungen bergen stets Gefahren – dessen sollte sich jeder Teilnehmer bewusst sein. Gleiches gilt für die damit verbundenen Haftungsrisiken, die jedoch mit dem richtigen Versicherungsschutz abgedeckt werden können. Gerade im Trubel kann es schnell versehentlich durch eine Unaufmerksamkeit zu einem teuren Vermögens-, Personen- oder Sachschaden kommen. Daher sollte jeder über eine private Haftpflichtversicherung verfügen, die solche Schäden in Millionenhöhe abdeckt.

Wer die eigenen Verletzungsrisiken abdecken möchte, sollte eine private Unfallversicherung in Erwägung ziehen. Im oben geschilderten Fall würde nämlich bei einem dauerhaften Personenschaden die Klägerin nicht von der beruflichen, sondern nur von einer privaten Unfallversicherung eine Leistung erhalten. Zudem lassen sich die Kosten für Gerichtsverfahren durch eine private Rechtsschutzversicherung abdecken. Ein passender Rechtsschutz übernimmt im Versicherungsfall Anwalts-, Gerichts- und sonstige Prozesskosten bis zur vereinbarten Versicherungssumme.

(mtr)

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