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Stolpern an der Haustür: Anerkennung als Arbeitsunfall hängt vom genauen Ort des Fallens ab

05.02.2013 - 20:00

Unfälle, die sich am Arbeitsplatz und auf dem Arbeitsweg ereignen, fallen grundsätzlich in den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Wenn sich ein Arbeitnehmer beim Durchschreiten der Außentür seines Wohnhauses verletzt, entscheidet der Ort des tatsächlichen Unfalls darüber, ob ein Arbeitsunfall vorliegt oder nicht. Somit ist zweitrangig, wann und wo die Unfallursache eingetreten ist. Dies hat der 2. Senat des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg in einem Urteil vom 20. September 2012 entschieden.

Im konkreten Fall klemmte sich ein Angestellter, der zur Arbeit gehen wollte, beim Verlassen seines Wohnhauses den Fuß in der Haustür ein und stürzte. Er zog sich dabei Verletzungen am Knie zu, die operiert werden mussten. Eine dauerhafte Erwerbsunfähigkeit war auch nach der Operation nicht auszuschließen.

Die zuständige Berufsgenossenschaft ging zunächst von einem Arbeitsunfall aus und kam für die Behandlungskosten auf. Als sie jedoch erfuhr, dass sich der Unfall beim Durchschreiten der Haustür ereignet hatte, lehnte sie die Leistungsübernahme mit der Begründung ab, dass der Versicherungsschutz für den Arbeitsweg erst vor der Haustür beziehungsweise nach deren Durchschreiten beginne. Da die Ursache des Sturzes das Einklemmen des Fußes in der Tür gewesen und daher noch im häuslichen Bereich anzusiedeln sei, liege folglich kein Arbeitsunfall vor.

Geltung als Arbeitsunfall oft strittig

Der betroffene Arbeitnehmer klagte dagegen vor dem Sozialgericht Frankfurt/Oder. Dieses lehnte die Klage jedoch ab. Das Gericht schloss sich der Ansicht der Berufsgenossenschaft an, dass das private Umfeld erst dann als verlassen gilt, wenn eine Person die Außentür des Wohnhauses vollständig durchschritten und hinter sich geschlossen hat.

Gegen dieses Urteil legte der Mann Berufung beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg ein. Dieses revidierte die Entscheidung der Vorinstanz und verwies auf ein Urteil des Bundessozialgerichts aus dem Jahr 1973. Dieses besagt, dass ein Arbeitsunfall auf dem Arbeitsweg auch dann vorliegt, wenn der Sturz im häuslichen Bereich beginnt, die betroffene Person sich aber erst beim Fallen vor der Haustür die Verletzung zuzieht. Der Unfall musste daher von der Berufsgenossenschaft als Arbeitsunfall anerkannt werden.

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(kro)

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