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Jagd auf Taschendiebe: Wer eigennützig handelt, genießt keinen gesetzlichen Unfallschutz

27.06.2013 - 12:00

Stellen Sie sich vor, Sie werden im Urlaub Zeuge eines Diebstahls. Sie verfolgen den dreisten Täter, verletzen sich aber bei der heldenhaften Aktion. Dann sind Sie grundsätzlich durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt – allerdings nur, wenn Sie den Dieb nicht nur deshalb stellen wollten, um Ihr eigenes Hab und Gut wiederzubekommen. Das geht aus einem kürzlich veröffentlichten Urteil des Sozialgerichts Berlin hervor.

Im konkreten Fall verbrachte der Kläger aus Deutschland ein paar Tage in der spanischen Metropole Barcelona. Hier überfielen ihn zwei Männer auf offener Straße und stahlen ihm den Geldbeutel.

Der Bestohlene verfolgte die dreisten Diebe. Doch einer der Männer stellte ihm ein Bein. Der Urlauber stützte und brach sich einen Ellenbogen. Die Täter konnten flüchten.

Dienst für das Allgemeinwohl ist generell mitversichert

Der Geschädigte forderte daraufhin Leistungen von der gesetzlichen Unfallversicherung. Denn neben Arbeitsunfällen greift dieser Versicherungsschutz grundsätzlich auch bei Unfällen, die sich bei Handlungen im Interesse der Allgemeinheit ereignen – also auch beim Versuch, einen Straftäter festzunehmen.

Die Unfallkasse weigerte sich jedoch, den Vorfall als versicherten Unfall anzuerkennen. Ihre Argumentation: Der Verletzte habe die Diebe nicht in erster Linie verfolgt, um sie festzuhalten und der Polizei zu übergeben, sondern um seinen Geldbeutel wiederzubekommen. Somit habe er vorrangig nicht zum Wohle der Allgemeinheit, sondern aus persönlichem Interesse gehandelt.

Der Bestohlene zog gegen die Unfallkasse Berlin vor Gericht. Das Sozialgericht Berlin sah den Sachverhalt aber ähnlich wie die beklagte Unfallversicherung und wies die Klage ab. Denn nach Ansicht der Richter hätte der Betroffene die Täter nicht verfolgt, wenn diese nicht ihn, sondern eine andere Person bestohlen hätten. Der Kläger hat gegen dieses Urteil beim Landessozialgericht Potsdam Berufung eingelegt.

Mit einer privaten Unfallversicherung auf Nummer sicher gehen

Um bei einem Unfall in jedem Fall finanziell abgesichert zu sein, ist es ratsam, über eine private Unfallversicherung zu verfügen. Wissenswert: Fällt ein Unfall unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, genießen Sie doppelten Versicherungsschutz – denn auch der private Unfallschutz greift in diesem Fall.

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(kro)

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