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Missgeschick beim Eisessen kann als Arbeitsunfall gelten

09.07.2013 - 08:00

Sommer, Sonne, Hitze am Arbeitsplatz - genau der richtige Zeitpunkt für eine kleine Eispause, mag sich so mancher Arbeitnehmer denken. Gedacht, getan. Doch was, wenn man sich beim genüsslichen Eisschlecken verletzt? Abhängig von der Situation kann der Vorfall durchaus als Arbeitsunfall gelten. Das zeigt ein kürzlich veröffentlichtes Urteil des Sozialgerichts Heilbronn.

Im konkreten Fall arbeitete ein Kfz-Mechaniker in der Fabrikhalle eines Autokonzerns. Als hier die Temperatur an einem warmen Sommertag gute 30 Grad betrug und das Band gerade für eine Weile stillstand, machte der Mitarbeiter eine Pause und kaufte sich ein Eis.

Dieses aß er im Schatten vor der Eingangstür der Fabrikhalle. Kurz darauf wurde die Tür von innen aufgestoßen – und traf den Pausierenden an der Ferse. Die Folgen: Riss der Achillessehne, zwei Operationen, Arbeitsausfall.

Berufsgenossenschaft will Arbeitsunfall nicht anerkennen

Die zuständige Berufsgenossenschaft kam zunächst für die Behandlung auf, lehnte eine weitere Kostenübernahme jedoch ab. Ihre Argumentation: Es liege kein Arbeitsunfall vor, da das Eisessen nicht den Zweck gehabt habe, die Arbeitskraft des Mitarbeiters zu erhalten. Denn diesem stünden an seinem Arbeitsplatz kostenlose Getränke zur Verfügung. Außerdem habe er erst eine Stunde vor dem Unfall Mittagspause gemacht.

Der Kfz-Mechaniker setzte dem entgegen, dass im Werk regelmäßig Besucherführungen stattfänden. Daher erwarte das Unternehmen, dass Mitarbeiter in Taktpausen nicht untätig herumstehen, sondern ihren Arbeitsplatz verlassen.

Gericht gibt Arbeitnehmer recht

Das Sozialgericht Heilbronn entschied zugunsten des Arbeitnehmers ─  die Berufsgenossenschaft musste den Vorfall als Arbeitsunfall anerkennen und weitere Leistungen erbringen. In den Augen der Richter war das Eisessen selbst irrelevant, die Arbeitsunterbrechung jedoch notwendig.

Denn ohne kurze Pause hätte der Werksarbeiter angesichts der Hitze, der schlechten Luft in der Halle und der schweren körperlichen Arbeit nach Ansicht der Richter nicht bis zum Schichtende durchhalten können.

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(kro)

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