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Firmenweihnachtsfeier: Wann greift die gesetzliche Unfallversicherung?

09.12.2010 - 16:40

Normalerweise stehen Arbeitnehmer auch auf der Firmenweihnachtsfeier unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Doch was, wenn bei dem oft feucht-fröhlichen Fest oder auf dem Hin- bzw. Rückweg ein Unfall geschieht? Der Alkoholpegel der Beteiligten spielt dann eine entscheidende Rolle.

Prinzipiell sind Arbeitnehmer während der Teilnahme an einer Firmenweihnachtsfeier im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung versichert. Jedoch ist es in diesem Fall Voraussetzung, dass die Unternehmensleitung oder autorisierte Beauftragte die Feierlichkeiten veranstalten und persönlich an der Festivität teilnehmen. Das bedeutet, dass bei einer privat organisierten Weihnachtsparty innerhalb der Abteilung kein Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung bestehen würde.

Zeitpunkt und Veranstaltungsort der Firmenweihnachtsfeier sind für den Versicherungsschutz grundsätzlich bedeutungslos, allerdings muss die Teilnahme an dem Fest den Beschäftigten des veranstaltenden Unternehmens offen stehen. Für nicht im Unternehmen beschäftigte Gäste und Familienangehörige besteht hingegen kein gesetzlicher Unfallschutz.

Übermäßiger Alkoholgenuss gefährdet den Versicherungsschutz

Versichert sind alle Tätigkeiten, die dem Gemeinschaftszweck der betrieblichen Weihnachtsfeier entsprechen. Dies können beispielsweise sportliche Betätigungen, Spiele oder auch Tanzen sein. In gleichem Maße sind auch die vorbereitenden Tätigkeiten versichert, die im direkten Zusammenhang mit der Veranstaltung stehen.

Für die Versicherung gilt die Veranstaltung als beendet, wenn die Unternehmensleitung (beziehungsweise deren Beauftragte) die Firmenweihnachtsfeier verlassen haben und nur noch weniger als 20 Prozent der Belegschaft anwesend sind. In diesem Fall endet auch der Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung.

Passiert während der Firmenweihnachtsfeier ein Unfall, kann ein zu hoher Alkoholgenuss des Arbeitnehmers seinen Anspruch gegenüber der gesetzlichen Unfallversicherung ausschließen. Wer stark alkoholisiert an einem Unfall beteiligt war, muss unter Umständen auf eine Leistung der Versicherung verzichten.

Auch ein Unfall auf der Strecke von oder zur Weihnachtsfeier ist nur dann versichert, wenn der direkte Weg gewählt wurde. Bereits ein kleiner Umweg kann daher zum Verlust des Versicherungsschutzes führen.

Bilden mehrere Mitarbeiter eine Fahrgemeinschaft zur Firmenweihnachtsfeier, zahlt die Unfallversicherung nur dann, wenn der Fahrzeugführer die Kollegen im Auftrag des Arbeitgebers mitgenommen hat. Ist dies nicht der Fall, greift die gesetzliche Unfallversicherung nicht bei eventuellen Schäden der Mitfahrer nicht.

(tei)

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