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Unfallschutz für Ehrenämter

19.09.2014 - 18:00

Im Sozialgesetzbuch lässt sich nachlesen, wer über die gesetzliche Unfallversicherung versicherbar ist. Prinzipiell lassen sich drei Personengruppen unterscheiden: Versicherte kraft Satzung der Unfallkasse, Versicherte kraft Gesetzes und freiwillig Versicherte. Die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung sind umfassender als die der Krankenversicherung (zum Beispiel medizinische oder berufliche Rehabilitationsleistungen). Jeder, der den gesetzlichen Unfallschutz genießt, hat im Falle eines Personenschadens einen Leistungsanspruch – zumindest wenn es sich um einen eindeutigen Arbeitsunfall handelt.

Für den gesetzlichen Unfallschutz ist der Arbeitgeber zuständig. Er steht in der Pflicht, jeden seiner Angestellten beim zuständigen Unfallversicherungsträger zu versichern und den Beitrag vollständig zu bezahlen. Jeder, der in einem Arbeits-, Ausbildungs- oder Dienstverhältnis steht, ist also von Gesetzes wegen beruflich unfallversichert. Der gesetzliche Unfallschutz erstreckt sich auf Arbeits- und Wegeunfälle sowie Berufskrankheiten. Ob sich ein Unfall während einer privaten oder beruflichen Tätigkeit ereignet hat, ist jedoch immer wieder Gegenstand von Gerichtsprozessen.

Der Grat zwischen Privat- und Berufsunfall ist schmal, die Entscheidung, ob eine Verletzung oder gar ein Todesfall versichert ist, fällt oftmals schwer. Leider kommt es häufig vor, dass Personen, die über eine Berufsgenossenschaft versichert sind, ihren Leistungsanspruch gerichtlich einklagen müssen. Bei freiwilligen Helfern und ehrenamtlich Tätigen ist die Trennlinie zwischen privater und beruflicher Tätigkeit oft noch schwieriger zu ziehen. Ein privater Versicherungsschutz, beispielsweise in Form einer privaten Unfallversicherung, löst das Unfallschutzproblem relativ einfach – sie leistet bei Privat- und Berufsunfällen.

Private Unfallversicherung für freiwillig Engagierte

In Deutschland gehen rund 23 Millionen Menschen einer ehrenamtlichen Tätigkeit nach. Dafür sollte jeder Bürger dankbar sein, denn ohne Ehrenämter würden viele soziale Bereiche zusammenbrechen. Man denke nur an die freiwilligen Helfer bei den letzten Flutkatastrophen. Der Staat sollte deshalb dafür sorgen, dass die Menschen bei ihrer Hilfe Schutz genießen. Unfall- und Haftpflichtrisiken können Menschen durchaus davon abhalten, ehrenamtliche Tätigkeiten und freiwillige Dienste auszuführen.

Immer wieder berichten die Medien von freiwilligen Helfern, die während ihres Engagements verletzt werden und sich eine Entschädigung gerichtlich erkämpfen müssen. Daher sollte sich jeder, der freiwillig einen sozialen Dienst leistet, beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales über seinen Versicherungsstatus informieren. Personen, die dauerhaft ein Ehrenamt ausüben, ist dringend zu empfehlen, sich in der einen oder anderen Art privat abzusichern.

Tipp: Selbst wenn Sie auf den gesetzlichen Unfallschutz vertrauen, sollten Sie Ihren gesetzlichen Leistungsanspruch über eine Rechtsschutzversicherung absichern. Auch gegen Schadensersatzforderungen Dritter sollte man sich unbedingt über eine Privathaftpflicht absichern – das gilt jedoch für jeden Bürger.

Freiwilliges Engagement absichern

Wie bereits erwähnt, hat eine private Unfallversicherung den Vorteil, dass sie sowohl Freizeit- als auch Berufsunfälle abdeckt. Selbst wenn der gesetzliche Unfallschutz greift, erhalten Versicherte im Falle eines dauerhaften Personenschadens von ihrer privaten Versicherung eine Geldleistung. Die Höhe der  Kapitalzahlung hängt vom Schweregrad der Verletzung und der Gliedertaxe ab. Zudem besteht die Möglichkeit, eine Unfallrente in den privaten Unfallschutz zu integrieren.

Wer einer freiwilligen oder ehrenamtlichen Tätigkeit nachgeht, sollte dabei auch seinen Haftpflichtschutz nicht aus dem Auge verlieren. Das gilt auch für jede Privatperson, die einem Freund oder Bekannten einen unentgeltlichen Dienst erweist. Es ist äußerst ärgerlich, wenn man im Zuge einer freundlichen Hilfeleistung versehentlich einen Schaden verursacht und dafür haften muss. In besonders schweren Fällen kann dies sogar existenzbedrohend sein. Doch das muss nicht sein: Es gibt private Haftpflichtversicherungen, die  auch Drittschäden in Millionenhöhe abdecken, die sich während eines Freundschafts- oder Freiwilligendienstes ereignen.

(mtr)

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