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Mythos Festgeld: Wann Tagesgeld lukrativer ist

23.01.2014 - 15:58

Wohin mit dem Ersparten? Sparer stellen sich bei dieser Entscheidung nicht selten die Fragen: Lieber auf ein Tagesgeldkonto, damit es jederzeit verfügbar ist? Oder auf ein Festgeldkonto, damit es höhere Zinserträge bringt? Ganz so einfach können die beiden Anlageformen jedoch nicht immer voneinander abgegrenzt werden - denn auch wenn die Annahme weit verbreitet ist: Festgeld bringt nicht in jedem Fall höhere Zinsen als Tagesgeld. Dies wird deutlich, wenn man die Zinssätze beider Anlageformen über verschiedene Laufzeiten einander gegenüberstellt.

Wo wächst das Vermögen schneller: auf einem Tagesgeldkonto oder einem Festgeldkonto?
Wer sein Geld auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto anlegt, kann sich entspannt zurücklehnen. Beide Sparprodukte werden durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Diese greift, wenn eine Bank nicht dazu in der Lage ist, die Einlagen ihrer Kunden zurückzuzahlen. Pro Sparer sind auf diese Weise bis zu 100.000 Euro abgesichert. Viele Banken sind darüber hinaus Mitglied eines freiwilligen Einlagensicherungssystems, wodurch auch höhere Summen geschützt werden.

Beide Anlageformen haben also gemeinsam, dass sie sicher sind – gleichzeitig unterscheiden sie sich jedoch in mehreren Punkten voneinander, beispielsweise im Hinblick auf die Verfügbarkeit des angelegten Kapitals: Während auf ein Tagesgeldkonto jederzeit zugegriffen werden kann, ist dies im Falle eines Festgeldkontos nicht möglich. Hier wird das Geld für eine bestimmte Dauer angelegt – der Sparer hat in dieser Zeit keinen Zugang zu dem Guthaben. Dafür unterliegt der Zinssatz keinen Schwankungen, wodurch für die Rendite, die mit dem Konto erzielt wird, bereits vor der Kontoeröffnung berechnet werden kann. Dies ist wiederum bei einem Tagesgeldkonto in der Regel nicht möglich, da die Verzinsung durch die Bank täglich angepasst werden kann.

Tagesgeld mit Zinsgarantie als Alternative zum Festgeld

Es gibt allerdings auch Tagesgeldkonten, in deren Fall die Bank einen Zinssatz für eine bestimmte Dauer garantiert. In diesem Fall nimmt das Geldhaus an der Vergütung im entsprechenden Zeitraum keine Veränderungen vor – weder nach unten noch nach oben. Der Zinssatz unterliegt währenddessen also wie im Falle eines Festgeldkontos keinen Schwankungen. Erst nach Ablauf der Garantie passt die Bank dann die Verzinsung an ihren aktuellen Zinssatz für Tagesgeld an.

Solche Garantien sind der Grund dafür, weshalb es für Sparer gerade im Falle kürzerer Laufzeiten sinnvoll sein kann, bei der Suche nach der höheren Rendite die Angebote im Tagesgeld- und im Festgeldbereich zu vergleichen. Eine aktuelle Betrachtung der Zinssätze zeigt, dass die Festgeldzinsen die Tagesgeldzinsen derzeit erst bei längeren Laufzeiten übertreffen. Sparer können sich in diesem Fall mit einem Tagesgeldkonto also eine höhere Verzinsung sichern und gleichzeitig flexibel auf ihr Erspartes zugreifen. Dazu kommt: Im Festgeldbereich sind oftmals Mindestanlagebeträge zu beachten – ein Tagesgeldkonto kann hingegen schon mit einem Euro eröffnet werden.

Bei Laufzeiten von unter einem Jahr ist Tagesgeld lukrativer

Ein Vergleich der Top-Zinssätze über verschiedene Laufzeiten im Tagesgeld- und Festgeldbereich macht die aktuellen Zinsunterschiede im Einzelnen deutlich. Mit Festgeld sind derzeit über drei Monate maximal 1,1 Prozent (VTB), über sechs Monate 1,25 Prozent (pbb direkt) und über neun Monate 1,1 Prozent (IKB, als einziger Anbieter) zu holen. Diese Zinssätze können mit Tagesgeld übertroffen werden: Die Ing DiBa garantiert über einen Zeitraum von vier Monaten eine Rendite von 1,5 Prozent. Mit 1,4 Prozent etwas geringere Zinsen bietet die Cortal Consors – diese werden allerdings über zwölf Monate garantiert. Damit schlägt das Geldhaus die Zinssätze im Festgeldbereich über alle genannten Zeiträume.

Erst ab einer Laufzeit von zwölf Monaten kann Tagesgeld nicht mehr mit Festgeld mithalten. Wer einen bestimmten Betrag über einen längeren Zeitraum entbehren kann, ist dementsprechend mit einem Festgeldkonto gut beraten. Bei der pbb direkt sind über die Laufzeit von einem Jahr 1,5 Prozent und damit etwas mehr als die 1,4 Prozent bei der Cortal Consors zu holen. Über zwei Jahre sind bei der Creditplus Bank sogar 1,85 Prozent drin. Im Falle von Anlagedauern von über einem Jahr ist eine Gegenüberstellung der Zinssätze allerdings nur bedingt sinnvoll, da keine Bank ein Tagesgeldkonto mit einer entsprechenden Zinsgarantie anbietet.

(bb)

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