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Zinserhöhung bei der Cortal Consors: Wie entwickelt sich das Tagesgeld?

16.10.2013 - 12:00

Nachdem die Cortal Consors die Zinsen aufs Tagesgeld im September bereits von 1,3 auf 1,4 Prozent jährlich angehoben hatte, dürfen sich Sparer erneut über eine Zinserhöhung freuen: Immerhin 1,5 Prozent bietet die Direktbank ab sofort allen Neukunden – und teilt sich damit die Spitzenposition im Anbietervergleich mit drei weiteren Instituten. Seit Ende August haben bereits mehrere Banken die Festgeldzinsen leicht erhöht. Viele Sparer fragen sich nun, ob sich ein neuer  Trend abzeichnet, der auch im Bereich Tagesgeld für höhere Zinsen sorgt.

Lothar Krauth, Geschäftsführer bei CHECK24 Vergleichsportal Finanzen, nimmt dazu Stellung.

Herr Krauth, kann nach Monaten der Zinssenkungen endlich von einer Trendwende gesprochen werden?

Können Sparer auf weitere Zinserhöhungen hoffen?
Ich würde sicherlich noch nicht von einer Trendwende sprechen – wir sehen derzeit im Bereich Tagesgeld eher eine Seitwärtsbewegung. In den letzten Monaten hat sich das Zinsniveau stabilisiert.  Die Entwicklung des Leitzinses wird aber weiterhin einen ganz entscheidenden Einfluss auf die Anlagezinsen haben.

 

Zinsanpassungen der Banken können ganz unterschiedliche Gründe haben. So wollen einige Geldhäuser beispielsweise aktuell noch etwas mehr Volumen generieren, um gegebenenfalls die Jahres- oder Quartalsziele  zu erreichen. Wie viel Tages- und Festgeld von den Kunden eingesammelt werden soll, kann zudem davon abhängen, welches Kreditvolumen die Bank im Gegenzug bewilligen möchte. Bei den Autobanken kann der Finanzierungsbedarf zum Beispiel auch mit den Absatzzahlen schwanken.

Grundsätzlich bevorzugen die Banken natürlich Festgeld, da sich damit langfristiger planen lässt. Angesichts des niedrigen Zinsniveaus sind allerdings nur wenige Kunden bereit, sich für mehrere Jahre zu relativ geringen Zinsen zu binden– stattdessen setzen sie lieber auf Sichteinlagen wie Tagesgeld.

Gibt es für Sparer derzeit überhaupt einen Anreiz, ihre Ersparnisse in Tagesgeld anzulegen?

Den gibt es nach wie vor, denn in der Praxis ist es unerlässlich, zumindest einen Teil der Ersparnisse für unerwartete Ausgaben und finanzielle Engpässe ständig verfügbar zu haben. Finanzexperten raten sogar zu einer Reserve von zwei bis drei Nettogehältern.

 

Noch immer nutzen viele Verbraucher für dieses finanzielle Polster das meist unverzinste Girokonto. Ein großer Fehler, denn hier werden die Ersparnisse durch die Inflation schleichend zunichte gemacht. Mit Hilfe eines Tagesgeldkontos kann zumindest der Entwertung des Kapitals vorgebeugt werden – die besten Angebote schlagen noch immer die Inflation. Selbstverständlich gibt es beim Tagesgeld gravierende Zinsunterschiede zwischen den Anbietern. Vor dem Kontoabschluss sollten deshalb unbedingt die Konditionen verglichen werden.

Setzen deutsche Sparer nach wie vor auch auf deutsche Banken?

Tatsächlich bevorzugen viele Bundesbürger weiterhin die deutsche Einlagensicherung und sind im Zweifel bereit, bei den Zinsen Abstriche zu machen. Das hat zum einen den Grund, dass ein Großteil der deutschen Institute zusätzliche Maßnahmen zur Einlagensicherung ergreift. Da gibt es beispielsweise den Bundesverband deutscher Banken, dem die meisten Privatbanken in der Bundesrepublik angehören. Auch die Sparkassen und Genossenschaftsbanken unterhalten eigene Einlagensicherungsfonds, die Sparguthaben in unbegrenzter Höhe absichern. Die gesetzliche Einlagensicherung für Guthaben bis 100.000 Euro gilt allerdings EU-weit.

 

Zum anderen vermuten viele Sparer, dass die Abwicklung bei deutschen Instituten im Falle einer Bankenpleite unkomplizierter verlaufen dürfte und sie folglich mit einer schnelleren Rückzahlung ihres Kapitals rechnen können.

Sollten Anleger für Sparguthaben über 100.000 Euro zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergreifen?

Vorsicht ist immer dann geboten, wenn das Tages- oder Festgeldangebot nur mit der gesetzlichen Einlagensicherung versehen ist, der Sparer aber mehr als 100.000 Euro anlegen möchte. In diesem Fall ist es ratsam, die Anlagesumme zu splitten. Die Teilbeträge sollten jeweils 100.000 Euro nicht übersteigen und auf Konten bei verschiedenen Banken angelegt werden.

 

(fr)

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