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Rückblick zum Weltspartag: So entwickelte sich das Tagesgeld seit 1997

29.10.2013 - 08:00

Am 30. Oktober ist es wieder so weit: Der Weltspartag steht vor der Tür. Dieser Tag wurde 1924 auf dem ersten internationalen Sparkassenkongress von Vertretern aus 29 Ländern beschlossen und soll den Gedanken des Sparens weltweit im Bewusstsein der Menschen halten. Eine gute Gelegenheit, eines der liebsten Finanzprodukte der Deutschen einmal genauer unter die Lupe zu nehmen: Das Tagesgeld. Wie entwickelte sich die Geldanlage im Lauf der Jahre und inwieweit konnte sie Sparer vor der Gefahr der Geldentwertung durch Inflation schützen?

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung des durchschnittlichen Tagesgeldzinssatzes in den Jahren 1997 bis 2012. Diesem Wert wird die Inflationsrate gegenübergestellt.

 

Jahr1997199819992000200120022003200420052006200720082009201020112012
Zinssatz*2,0%2,0%1,8%2,1%2,3%1,8%1,1%1,1%1,2%1,4%1,7%1,9%1,1%0,7%0,8%0,7%
Inflationsrate**2,0%1,0%0,6%1,4%2,0%1,4%1,0%1,6%1,6%1,5%2,3%2,6%0,3%1,1%2,1%2,0%
 
1997 bis 2012: Tagesgeldzins vs. Inflation
Von 1997 bis 2002 konnten sich Sparer durchgängig über attraktive Zinsen aufs Tagesgeld freuen. Die Zinssätze schwankten in diesem Zeitraum zwischen 1,8 Prozent und 2,3 Prozent jährlich. Den Spitzensatz erreichte die Kapitalanlage im Jahr 2001 – von da an ging es jedoch deutlich abwärts. Während der Durchschnittszinssatz 2002 mit 1,8 Prozent jährlich noch verhältnismäßig hoch lag, sank der Wert binnen eines Jahres auf lediglich 1,1 Prozent ab. Diese für damalige Verhältnisse niedrigen Zinsen sollten etwa drei Jahre anhalten.

Ein Grund dafür waren sicherlich die seit Ende 2001 anhaltenden Leitzinssenkungen. So passte die Europäische Zentralbank (EZB) den Refinanzierungssatz im November 2001 von stattlichen 3,75 Prozent auf 3,25 Prozent an. Weitere Senkungen des Leitzinses folgten im Dezember 2002 (2,75 Prozent), im März 2003 (2,5 Prozent) und im Juni 2003 (2,0 Prozent). Erst 2005 ging es allmählich wieder aufwärts, wodurch sich auch die Tagesgeldzinsen wieder erholten.

Harte Zeiten für Sparer: Die Finanzkrise erreicht Europa

Im Juli 2008 erreichte der Leitzins einen extrem hohen Wert von 4,25 Prozent. Dementsprechend zogen auch die Zinsen aufs Tagesgeld wieder kräftig an und betrugen im selben Jahr durchschnittlich 1,9 Prozent. Doch nur kurze Zeit später wurden die Sparer wieder jäh auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: Die weltweite Finanzkrise hatte Europa erreicht.

Dies erklärt auch den zweiten starken Knick in der Zinskurve: In nur einem Jahr sank der durchschnittliche Tagesgeldzins von 1,9 Prozent (2008) auf 1,1 Prozent (2009). In den folgenden drei Jahren pendelten sich die Zinsen sogar noch niedriger ein und bewegten sich im Durchschnitt zwischen 0,7 Prozent und 0,8 Prozent. Dieser Trend ist nicht weiter verwunderlich, denn um die schleppende Konjunktur wieder anzukurbeln, drehte die EZB den Geldhahn immer weiter auf: Mit einer Ausnahme im Jahr 2011 wurde der Leitzins kontinuierlich weiter abgesenkt, bis er im Mai 2013 schließlich einen historischen Tiefstand von 0,5 Prozent erreichte.

Tagesgeldzinsen vs. Inflation: Soviel Rendite konnten Anleger tatsächlich erzielen

Möchte man jedoch die Nettorendite betrachten, hat selbstverständlich auch die Inflation ein Wörtchen mitzureden. Diese lag beispielsweise in den Jahren 1998 bis 1999 mit 1,0 beziehungsweise 0,6 Prozent besonders niedrig. Bei gleichzeitig hohen durchschnittlichen Zinsen durften sich fleißige Sparer über einen stattlichen Vermögenszuwachs freuen. Bis zum Jahr 2003 konnten die Tagesgeldzinsen die Inflation kontinuierlich schlagen.

In den darauf folgenden Jahren wendete sich das Blatt jedoch: Von 2004 bis 2008 vermochte der durchschnittliche Zinssatz die Geldentwertung nicht zu übertreffen. 2007 erreichte diese sogar einen Wert von 2,3 Prozent – deutlich mehr also, als der durchschnittliche Tagesgeldzinssatz (1,7 Prozent). Den auffälligsten Knick macht die durchschnittliche Inflationsrate mit nur 0,3 Prozent im Jahr 2009 – hier lag sie so niedrig wie seit 1987 nicht mehr. Der Grund: Infolge der weltweiten Rezession fielen wegen sinkender Nachfrage die Preise auf Benzin und Heizöl. Durch billige Agrar-Rohstoffe wurden auch Lebensmittel deutlich günstiger.

Die Top-Angebote beim Tagesgeld schlagen nach wie vor die Teuerung

Nur ein Jahr später pendelte sich die durchschnittliche Teuerung jedoch wieder auf 1,1 Prozent ein und stieg bis 2011 auf 2,1 Prozent an. In jenem und im darauf folgenden Jahr wurde der durchschnittliche Tagesgeldzins von der Teuerung weit übertroffen. Selbstverständlich handelt es sich beim Durchschnittszins jedoch nicht um den Zinssatz, der im jeweiligen Jahr tatsächlich zu holen war. Da sich die Angebote der Tagesgeldbanken stark unterscheiden, konnten Sparer, die sich für das Tagesgeldkonto mit den höchsten Zinsen entschieden, deutlich mehr Rendite erzielen.

2013 sanken die Tagesgeldzinsen im Vergleich zum Vorjahr noch weiter ab. Anleger konnten jedoch von der verhältnismäßig niedrigen Inflation profitieren: Trotz der aktuellen Niedrigzinsphase können die Top-Angebote im Tagesgeld Vergleich (1,5 Prozent jährlich) die Teuerung (1,4 Prozent im September) derzeit schlagen.

*durchschnittlicher Zinssatz auf Tagesgeldangebote in Deutschland. Quelle: Statistisches Bundesamt **Inflationsrate in Deutschland. Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahr. Quelle: Statistisches Bundesamt

(fr)

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