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Die sechs größten Fehler bei der Eröffnung eines Tagesgeldkontos

10.06.2013 - 16:56

Das Tagesgeldkonto ist völlig zu Recht eine der beliebtesten Anlageformen der deutschen Sparer. Neben maximaler Flexibilität durch eine tägliche Verfügbarkeit des gesamten Kapitals bietet Tagesgeld zudem attraktive Zinsen und höchste Sicherheit. Obwohl es sich beim Tagesgeldkonto um eine sehr unkomplizierte Form der Kapitalanlage handelt, begehen Verbraucher immer wieder typische Fehler – durch die sich ihre Rendite unter Umständen erheblich verringern kann.

Im Folgenden erfahren Sparer alles über die typischen Fallstricke beim Thema Tagesgeld und erhalten wichtige Tipps, wie sie diese ganz einfach umgehen können.

1.    Im Vorfeld keine Zinsen vergleichen

Tagesgeldkonto ist nicht gleich Tagesgeldkonto. Die Zinsen der verschiedenen Institute unterscheiden sich in vielen Fällen erheblich. Während der aktuelle Zinssatz bei den Top-Anbietern bei 1,65 Prozent jährlich liegt, erhalten Sparer bei anderen Banken lediglich sehr geringe Zinssätze von unter 0,5 Prozent pro Jahr. Die besten Konditionen bieten in der Regel Direktbanken. Bei den meisten Filialbanken fallen die Zinsen dagegen eher niedrig aus.

Aus diesem Grund ist ein Tagesgeld Vergleich im Vorfeld unerlässlich. Zudem sollten Anleger nach Zinsgarantien Ausschau halten, welche von einigen Instituten für Neukunden angeboten werden. Hier erhalten Sparer über einen bestimmten Zeitraum (meist sechs bis zwölf Monate) hinweg einen garantierten Zinssatz, der im Nachhinein nicht verändert werden kann. Insbesondere in Zeiten ständiger Zinssenkungen können sich diese Angebote durchaus lohnen.

2.    Ausschließlich an der Zinshöhe orientieren

Selbstverständlich ist die Höhe der Zinsen das wichtigste Kriterium bei der Wahl des Tagesgeldkontos. Dennoch sollten auch andere Faktoren mit in die Entscheidung einfließen. Dazu gehören beispielsweise Prämien, die einige Tagesgeldbanken ihren Kunden bei der Neueröffnung eines Kontos bieten.

Zudem sollten Sparer prüfen, ob es sich bei dem beworbenen Zinssatz um ein dauerhaftes oder um ein reines Neukundenangebot handelt. In einigen Fällen fällt der Zins nach einigen Monaten auf den Bestandskundensatz zurück, der generell wesentlich niedriger ausfällt. Auch wenn der Anlagebetrag eine bestimmte Höhe überschreitet, zahlen einige Institute geringere Zinsen.

Auch die Art und Weise der Zinsausschüttung kann sich bei größeren Anlagebeträgen aufgrund des Zinseszinseffekts deutlich auf die Höhe der Rendite auswirken. Während einige Banken die Zinsen nur einmal im Jahr ausschütten, erfolgt die Auszahlung bei anderen Instituten vierteljährlich oder sogar monatlich.

3.    Die Angebotskonditionen nicht gründlich studieren

Um im Nachhinein keine bösen Überraschungen zu erleben, sollten sich Anleger im Vorfeld genau über die Konditionen des Tagesgeldkontos informieren. Gilt der Zinssatz für Neu- und Bestandskunden oder handelt es sich um ein reines Neukundenangebot? Ist das Tagesgeldkonto ein Koppelprodukt, welches nur in Verbindung mit einem Depot oder einem Girokonto eröffnet werden kann? Wird eine Zinsgarantie geboten oder kann sich der Zinssatz jederzeit ändern? Gibt es einen Mindest- oder einen Höchstanlagebetrag? Ist der Kontozugriff ausschließlich online möglich oder bietet das Institut auch Telefonbanking oder Banking über den Postweg an? Alle diese Fragen sollten vor der Kontoeröffnung geklärt werden.

4.    Die Einlagensicherung außer Acht lassen

Insbesondere in Zeiten der Euro-Krise spielt die Einlagensicherung bei Kapitalanlagen eine wichtige Rolle. Generell gehören alle Banken in der Europäischen Union der gesetzlichen Einlagensicherung an. Diese greift auch dann, wenn Sparer ihr Geld in anderen Ländern (innerhalb des EU-Raumes) anlegen.

Die gesetzliche Einlagensicherung deckt allerdings nur Kundeneinlagen bis zu einer Höhe von 100.000 Euro pro Person ab. Wer mehr auf die hohe Kante legen möchte, sollte sich im Vorfeld darüber informieren, ob das jeweilige Institut zusätzliche Maßnahmen zur Einlagensicherung ergreift. Innerhalb der Bundesrepublik haben dafür beispielsweise 170 private Institute den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken gegründet. Dieser sichert auch sehr hohe Kundeneinlagen – zum Teil sogar in unbegrenzter Höhe – ab.

5.    Den Freistellungsauftrag vergessen

Kapitalerträge sind in Deutschland steuerpflichtig. Darunter fallen auch die Zinsen auf das Tagesgeldkonto. Im Rahmen dessen erhebt der deutsche Staat eine sogenannte Abgeltungssteuer in Höhe von 26,38 Prozent. Diese wird von den Banken direkt an das Finanzamt abgeführt. Gegebenenfalls wird zudem noch eine Kirchensteuer fällig.

Bis zu einem gewissen Betrag sind die Zinseinnahmen jedoch steuerfrei. Dieser liegt aktuell bei 801 Euro pro Person beziehungsweise 1.602 Euro für Verheiratete. Um den Freibetrag geltend zu machen müssen Sparer ihrer Bank einen Freistellungsauftrag für Kapitalerträge erteilen. Dies kann entweder im Onlinebanking oder über ein vorgedrucktes Formular aus der Bankfiliale erledigt werden.

Der Freistellungsauftrag muss bis zum letzten Bankarbeitstag des Jahres beim Institut eingehen. Wird die Abgabe versäumt, so können Anleger zudem die Möglichkeit nutzen, sich die Steuern über die Einkommensteuererklärung am Jahresende wieder zurückzuholen.

6.    Im Nachhinein: Die Zinsen nicht weiterhin regelmäßig vergleichen

Mit der Eröffnung des Tagesgeldkontos ist der wichtigste Schritt getan. Wer jedoch dauerhaft die bestmögliche Rendite mit Tagesgeld erzielen möchte, sollte auch im Nachhinein regelmäßig Tagesgeldzinsen vergleichen. Dies gilt besonders dann, wenn die Europäische Zentralbank den Leitzins wieder erhöht – denn in der Regel steigen damit auch die Zinsen aufs Tagesgeld. Auch Sparer, die sich für ein zinsgebundenes Angebot entschieden haben, sollten nach Ablauf der Zinsgarantie neu vergleichen.

(fr)

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