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Tagesgeld in Fremdwährung: Hier ist Vorsicht geboten!

06.03.2013 - 11:00

Immer mehr Anbieter werben derzeit mit Tagesgeldkonten in Fremdwährung, die teilweise deutlich höher verzinst werden als die Angebote in Eurowährung. Das liegt daran, dass sich die Institute bei der Festlegung ihrer Tagesgeldzinsen stets am Leitzins der jeweiligen Zentralbank orientieren. Von der Europäischen Zentralbank wurde dieser zuletzt auf  ein Rekordtief von 0,75 Prozent festgelegt. Entsprechend mager fallen die Zinsen der EU-Banken aus. Im Vergleich dazu liegt beispielsweise der ungarische Leitzins aktuell bei 5,52 Prozent – was selbstverständlich höhere Zinsen zur Folge hat.

Die aktuellen Niedrigzinsen sorgen dafür, dass deutsche Sparer mehr denn je die Augen nach alternativen Anlagemöglichkeiten offenhalten. Ein Tagesgeld Vergleich macht deutlich, dass Tagesgeldkonten in Eurowährung zum Teil nicht einmal mehr die Inflation ausgleichen können. Dagegen erscheinen Zinsen in Höhe von vier Prozent auf ein Konto in Fremdwährung durchaus attraktiv. Das Fremdwährungskonto ist mit dem klassischen Tagesgeldkonto vergleichbar. Auch hier können Sparer jederzeit und in voller Höhe auf ihre Einlagen zugreifen und profitieren in der Regel von einer kostenlosen Kontoführung.

Die Rendite steigt und fällt mit den Kursschwankungen der Fremdwährung

Während es sich beim europäischen Tagesgeldkonto jedoch um eine sehr sichere Art der Geldanlage handelt, birgt die Anlage von Tagesgeld in Fremdwährung einige Risiken. Diese liegen hauptsächlich im Wechselkurs der Währung, der im Endeffekt einen großen Teil der Rendite wieder zunichtemachen kann. Hier gilt generell, dass das Wechselkursrisiko mit der Höhe der Zinsen des jeweiligen Landes steigt. So erfährt beispielsweise der südafrikanische Rand immer wieder enorme Kursschwankungen, da die Währung stark vom Rohstoffexport des Landes abhängig ist. Folglich erzielen Sparer durch die hohen Zinsen nur scheinbar eine gute Rendite – soll die Anlage jedoch wieder in Euro zurückgewechselt werden, kommt oft das böse Erwachen.

Beim Fremdwährungskonto sollte deshalb stets der Kursgewinn das Hauptmotiv für die Anlage sein – nicht der Zinssatz, so Sabine Münster, Leiterin Banking bei der comdirect Bank. Sollte die Fremdwährung an Wert zunehmen und der Euro auf niedrigem Niveau verharren, kann der Anleger aus dem Euro-Land eine lukrative Rendite erzielen. Sinkt dagegen die Fremdwährung im Preis, kann dies zum Teil erhebliche Verluste zur Folge haben.

Zudem können auch im Ausland konstant hohe Zinsen nicht gewährleistet werden. So hatte in Ungarn erst letzten Dienstag die siebte Zinssenkung in Folge den Forint belastet. Zudem sei zu erwarten, dass die Zinsen in kleinen Schritten weiter gesenkt werden – möglicherweise auf bis zu 4,5 Prozent, erklärte Gergely Gabler, Analyst bei Equilor in Budapest. Die Zentralbank werde dann vermutlich die Wirkung der Zinssenkungen prüfen, und entsprechend der Lage an den internationalen Finanzmärkten weitere Zinssenkungen beschließen. Tagesgeld in Ungarn anzulegen war in den letzten Monaten besonders attraktiv geworden.

Beim Fremdwährungskonto die Risiken im Auge behalten

Investments in Fremdwährung sollten in jedem Fall nur von erfahrenen und chancenorientierten Anlegern genutzt werden, so Münster weiter. Verluste müssen hier in die Risikokalkulation mit eingeplant werden. Sicherheitsbewusste Anleger setzen deshalb besser auf das klassische Tagesgeldkonto in Eurowährung.

Wer sich trotz Risiko für das Tagesgeld in Fremdwährung entscheidet, sollte stets den Wechselkurs des Landes im Auge behalten. Falls sich eine negative Entwicklung abzeichnet, sollte das Kapital schnellstmöglich in eine andere Währung umgeschichtet werden. Zudem ist es wichtig, das jeweilige Land im Vorfeld genau zu analysieren. Im Rahmen dessen sollten alle Faktoren miteinbezogen werden, die möglicherweise einen Einfluss auf die Währung haben könnten.

Dazu gehören beispielsweise politische, ökologische und kulturelle Aspekte. Nicht selten sind die hohen Zinsen nämlich auch ein Indikator für eine instabile politische Situation oder kulturelle Spannungen in der Bevölkerung. Länder, die von derartigen Faktoren betroffen sind, verfügen meist über eine besonders instabile Währung. Diese kann bereits durch kleine Auslöser von einem Tag auf den anderen stark beeinflusst werden.

(fr)

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