0800 - 24 24 123 Hilfe und Kontakt
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

Einkommenssteuererklärung für das Jahr 2014: Das müssen Sie beim Tagesgeldkonto beachten

14.04.2015 - 10:59

Der Countdown läuft: Knapp sechs Wochen haben Sie noch Zeit, Ihre Einkommenssteuererklärung für das Jahr 2014 abzugeben. Der Stichtag ist wie jedes Jahr der 31. Mai. Da dieser jedoch auf einen Sonntag fällt, haben Sie in diesem Jahr bis zum 1. Juni und damit einen Tag länger Zeit. Wer sein Geld auf einem Tagesgeldkonto angelegt hat, muss die Zinserträge versteuern. Doch was gilt es dabei in der Einkommenssteuererklärung zu beachten?

Zinserträge, Dividenden und Kursgewinne werden in Deutschland mit der Abgeltungssteuer besteuert. Diese wird direkt an der Quelle ihrer Entstehung abgeführt. Bei einem Tagesgeldkonto behält daher die Bank die Steuer in Höhe von 25 Prozent direkt ein und leitet diese an das zuständige Finanzamt weiter. Das ist für den Kunden durchaus praktisch. Allerdings nur, sofern die Abzüge auch gerechtfertigt sind.

Haben Sie zu viele Steuern auf Ihre Zinserträge bezahlt?

Einkommenssteuererklärung
Bis zum 1. Juni 2015 haben Sie noch Zeit, Ihre Einkommenssteuererklärung für das Jahr 2014 abzugeben.
Um zu prüfen, ob Sie zu viele Steuern auf die Zinserträge auf Ihrem Tagesgeldkonto gezahlt haben, sollten Sie einen Blick auf Ihre Kontoauszüge werfen. Erhalten Sie als Alleinstehender Zinserträge, die bei maximal 801 Euro pro Jahr liegen, müssen Sie die Abgeltungssteuer nicht bezahlen. Wenn Sie verheiratet sind, liegt der sogenannte Sparer-Pauschbetrag sogar bei einer Höhe von 1.602 Euro. Achtung: Bei diesem Betrag handelt es sich nicht um die Höhe Ihrer Geldanlage, sondern um die Zinsen, die Sie daraus jährlich erwirtschaften. Ausgehend vom aktuell bestverzinsten Tagesgeldkonto müssten Sie als alleinstehende Person über 59.700 Euro angelegt haben, um den Sparerfreibetrag zu überschreiten.

Haben Sie die Abgeltungssteuer bezahlt, obwohl Sie den Sparerfreibetrag nicht überschreiten, können Sie dieses Geld vom Finanzamt zurückholen. Das lohnt sich, denn insgesamt haben Sie dann mindestens 26,38 Prozent zu viel bezahlt! Dieser Prozentsatz ergibt sich aus der Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent, auf die der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 Prozent fällig wird. Sollten Sie Kirchenmitglied sein, zahlen Sie sogar noch mehr. Je nachdem in welchem Bundesland Sie wohnen, werden dann bis zu 28 Prozent fällig.

So umgehen Sie die Abgeltungssteuer

Liegen Ihre jährlichen Zinserträge unter dem Sparer-Pauschbetrag, müssen Sie die Abgeltungssteuer nicht bezahlen. Wie Sie um die Steuer herumkommen hängt jedoch davon ab, ob Sie sich diese Quellensteuer im Nachhinein zurückerstatten lassen möchten, oder sie in Zukunft nicht mehr bezahlen  wollen. Geht es um eine künftige Zahlung, ist das deutlich einfacher. Hierfür müssen Sie Ihrer Bank lediglich einen Freistellungsauftrag erteilen. Während man den Freistellungsauftrag früher ausdrucken, unterschrieben und postalisch an die Bank senden musste, geht das heute auch einfach und schnell über das Internet. Innerhalb weniger Augenblicke und ohne viel Aufwand sparen Sie sich so viel Geld.

Sie sollten nicht vergessen, Ihrer Bank den Freistellungsauftrag rechtzeitig zu erteilen: Stichtag ist der jeweils letzte Bankarbeitstag eines Kalenderjahres. Der Auftrag gilt dann für ein Kalenderjahr und verlängert sich automatisch, sofern der Kunde keine andere Weisung erteilt. Sie können auch mehreren Geldinstituten Freistellungsaufträge erteilen, sofern Sie damit den Sparer-Pauschbetrag in seiner Gesamtheit nicht übersteigen.

Wenn Sie sich die zu viel gezahlte Abgeltungssteuer im Nachhinein zurückholen möchten, heißt es schnell sein: Sie haben noch bis 1. Juni 2015 Zeit. Denn spätestens dann muss die Einkommenssteuererklärung abgegeben werden. Um sich den zu viel gezahlten Betrag zurückerstatten zu lassen, müssen Sie das Formular „Einkünfte aus Kapitalvermögen“, kurz KAP, in der Einkommenssteuererklärung ausfüllen.

Drei Tipps zur Abgeltungssteuer

  1. Wenn Sie ein Tagesgeldkonto kündigen, sollten Sie auch den entsprechenden Freistellungsauftrag
    löschen, um den Sparerpauschbetrag anderweitig geltend machen zu können
    .
     
  2. Achten Sie darauf, Freistellungaufträge wirklich nur für jene Ersparnisse zu erteilen, die die Sparerfreibeträge von 801 Euro bei Alleinstehenden und 1.602 Euro bei Verheirateten nicht übersteigen. Beachten Sie dies nicht, stellt diese eine Verletzung des Steuerrechts dar!
     
  3. Der Freistellungsauftrag muss spätestens bis zum letzten Bankarbeitstag des jeweiligen Kalenderjahres erteilt werden. Wenn Sie den Auftrag ändern oder kündigen möchten, muss auch dies bis zu diesem Stichtag erfolgen.

(bm)
 

Weitere Artikel: