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Wie sicher ist mein Geld auf einem europäischen Tagesgeldkonto?

02.05.2014 - 11:56

Die Ersparnisse sind auf deutschen Tagesgeld- und Festgeldkonten gut aufgehoben: Einlagen von bis zu 100.000 Euro sind gesetzlich gesichert, darüber hinausgehende Beträge schützt in Deutschland oftmals eine freiwillige Einlagensicherung. Doch wie verhält es sich mit Einlagen bei ausländischen Banken?

Im CHECK24-Tagesgeldvergleich liegt eine französische Bank derzeit auf Platz eins: Die Direktbank Cortal Consors bietet Kunden einen Zinssatz von 1,2 Prozent mit einer zwölfmonatigen Zinsgarantie. Auch bei dieser französischen Bank sind - genau wie in Deutschland - Einlagen in Höhe von 100.000 Euro gesetzlich geschützt. Darüberhinausgehende Ersparnisse von bis zu 45 Millionen Euro pro Kunde sind zudem freiwillig abgesichert. Doch was bedeutet das genau und können sich Anleger darauf verlassen?

Die Einlagensicherung in Europa

Einlagensicherung in Europa: Wie sicher sind Ersparnisse auf Tagesgeld- und Festgeldkonten?
Genau wie in Deutschland gibt es auch in Frankreich eine gesetzliche Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Euro. Dies bedeutet, dass die Banken gesetzlich dazu verpflichtet sind, in einen sogenannten Notfallfonds einzuzahlen. Gerät ein Kreditinstitut in Schieflage, erhalten Kunden ihre Einlagen bis zu einer Höhe von 100.000 Euro zurück – das ist gesetzlich garantiert. Grundlage dieser EU-weiten Regelung ist eine EG-Richtlinie, die im Jahr 2010 die Anhebung der gesetzlichen Mindestgarantie auf 100.000 Euro vorsah.

Banken mit einer Niederlassung in Deutschland können zudem freiwillige Mitglieder im deutschen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken werden. Ist dies der Fall, sind Einlagen in Höhe von 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals pro Kunde und Konto abgesichert. Im Falle der französischen Cortal Consors sind somit Ersparnisse von bis zu 45 Millionen Euro pro Kunde geschützt.

Wer mit dem Gedanken spielt, ein Tagesgeldkonto bei einer Bank im europäischen Währungsraum abzuschließen, sollte sich im Vorfeld immer über Höhe der gesicherten Einlagen erkundigen. Alle Banken im Tagesgeldvergleich von CHECK24 bieten eine Einlagensicherung in Höhe von mindestens 100.000 Euro - viele sichern darüber hinausgehende Beträge freiwillig ab. Achtung: Für Konten, die in anderen Währungen als dem Euro geführt werden - beispielsweise Schweizer Franken - können andere Regelungen gelten.

Das könnte sich künftig durch die Bankenunion ändern

Nach der Pleite der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers wurde deutlich, dass auch die Schieflage eines einzelnen Geldinstitutes das gesamte Finanzsystem gefährden kann. So entstand die Idee der Bankenunion. Diese fußt auf den drei Pfeilern der Bankenaufsicht, des Abwicklungsmechanismus und der Einlagensicherung. Zuletzt wurde die Bankenunion im April im Europaparlament diskutiert und man einigte sich darauf, die Rechte der Sparer zu stärken. Im Falle eines sogenannten Bank Runs soll es künftig möglich sein, dass  Anleger innerhalb von sieben Arbeitstagen ihre gesamten Einlagen ausbezahlt bekommen. Bislang mussten Verbraucher bis zu 20 Arbeitstage auf eine Auszahlung warten. Auch Notfallauszahlungen sollen künftig möglich sein. Diese sehen vor, dass Anlegern im Notfall innerhalb von fünf Arbeitstagen Geld zur Deckung der Lebenshaltungskosten aus ihren Ersparnissen zu Verfügung gestellt wird.

Welche Vorteile die Bankenunion Anlegern noch bietet und wann die Regelungen voraussichtlich in Kraft treten, lesen Sie hier.

(bm)

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