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Tagesgeldzinsen: Die niedrige Inflation lässt Sparer aufatmen

12.04.2014 - 12:00

Die Inflationsrate in Deutschland ist aktuell so niedrig wie seit fast vier Jahren nicht mehr: Mit einem Wert von lediglich 1,0 Prozent konnte sie im März sogar noch den Vormonat Februar unterbieten - hier hatte die Teuerung noch 1,2 Prozent betragen. Doch während sich die Währungshüter beunruhigt zeigen, haben Sparer aktuell Grund zur Freude. Denn trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase können die Tagesgeldzinsen die Inflation wieder gut ausgleichen.

Die ständig sinkenden Zinsen aufs Tagesgeld haben die Geduld der Sparer in den vergangenen Monaten auf eine harte Probe gestellt. Mit jeder weiteren Senkung des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank verkündeten auch die Banken eine Hiobsbotschaft nach der anderen. Zeitweise konnten die niedrigen Zinsen nicht einmal mehr die Inflation ausgleichen – was bei der Geldanlage allerdings besonders wichtig ist.

Die Inflation beeinflusst die Rendite einer Kapitalanlage entscheidend

Die niedrige Inflation verbessert die Rendite.
Denn für die Werthaltigkeit des Vermögens ist nicht nur der Zinssatz entscheidend. Auch die aktuelle Teuerung muss in die Rendite mit einberechnet werden. Denn wenn die Inflationsrate oberhalb der Verzinsung liegt, verliert der Sparer Geld – seine Ersparnisse werden quasi „aufgefressen“. Hortet ein Anleger beispielsweise 10.000 Euro über fünf Jahre unverzinst auf dem Girokonto oder zu Hause, schrumpft sein Vermögen innerhalb dieser Zeit auf lediglich 9.191 Euro, wenn die Inflation im Schnitt 1,70 Prozent beträgt.

Vor diesem Hintergrund ist es besonders wichtig, die Konditionen der Tagesgeldbanken zu vergleichen. Denn während bei einigen Anbietern aktuell immerhin noch 1,4 Prozent jährlich zu holen sind, bieten andere lediglich Minizinsen von unter 0,5 Prozent. Zum Vergleich: Im oben genannten Beispiel würde ein Tagesgeldkonto mit 0,5 Prozent Verzinsung im Jahr die Verluste nur geringfügig ausgleichen. Die Ersparnisse würden dennoch auf 9.421 Euro schrumpfen.

Tagesgeld: Diese Banken bieten aktuell die höchsten Zinsen

Mit den höchsten Zinsen aufs Tagesgeld punkten aktuell die Volkswagen Bank und die Audi Bank mit jeweils 1,4 Prozent jährlich. Beide Institute bieten zudem eine Zinsgarantie von vier Monaten. In diesem Zeitraum darf der zum Abschlusszeitpunkt geltende Zins nicht neu angepasst werden. Die Angebote der beiden Autobanken richten sich ausschließlich an Neukunden.

Mit jeweils 1,3 Prozent Verzinsung pro Jahr liegen die Cortal Consors, die Südtiroler Sparkasse und die 1822direkt auf Platz zwei. Auch bei diesen drei Direktbanken erhalten Neukunden eine Zinsgarantie. Bei der 1822direkt gilt diese bis zum 20. August 2014, bei der Südtiroler Sparkasse für sechs Monate und bei der Cortal Consors sogar für volle zwölf Monate.

Droht Verbrauchern Gefahr durch Deflation?

Grundsätzlich haben sinkende Preise leider nur auf den ersten Blick Vorteile für Verbraucher: Zwar verlieren die Ersparnisse weniger an Wert und Konsumenten können für die gleiche Menge Geld mehr kaufen. Gleichzeitig halten sich Firmen und Privatpersonen jedoch bei Investitionen zurück, da sie auf weiter sinkende Preise hoffen. Für die Wirtschaft eines Landes kann dies gravierende Folgen haben: Denn aufgrund schwindender Absätze werden nun wiederum Unternehmen zum Sparen gezwungen – Entlassungen und Lohnkürzungen sind die Folge. Ein Teufelskreis also, der die Deflationsspirale immer weiter verstärken kann.

Finanzexperten sehen derzeit aber keinen Grund zur Beunruhigung. Im Gegenteil: Sie gehen davon aus, dass die Inflation im April wieder anziehen und damit auch die Deflationsangst dämpfen wird. Commerzbank-Ökonom Christoph Weil zufolge dürften etwa Pauschalreisen und Hotelübernachtungen deutlich teurer werden, weil die Osterfeiertage in diesem Jahr in den Monat April fallen. Auch die Kosten für Benzin werden vermutlich wieder ansteigen, da Preiserhöhungen in der Osterreisezeit die Regel sind.

(fr)

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