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Weltantikorruptionstag: Hintergründe zum Geldwäschegesetz und Postident-Verfahren

09.12.2014 - 18:00

Heute - am 9. Dezember - wird der Weltantikorruptionstag begangen. Er wurde im Jahr 2003 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen und soll das Bewusstsein für Korruption und die Menschen, die sie bekämpfen, verstärken. Wir haben den Weltantikorruptionstag zum Anlass genommen, um auf das Geldwäschegesetz einzugehen und das Postident-Verfahren zu erklären.

Der Kampf gegen Korruption und die oft damit im Zusammenhang stehende organisierte Kriminalität beinhaltet auch die Bekämpfung der Geldwäsche. Nach deutschen Strafrecht ist Geldwäsche eine Straftat. Um sie zu verhindern, ist jede Bank gemäß § 1 Absatz 1 des deutschen Geldwäschegesetzes (GwG) dazu verpflichtet, vor der Vergabe eines Finanzprodukts, die Identität des Antragstellers zu überprüfen. Aus diesem Grund ist eine Legitimations- und Identitätsprüfung nach §154 der Abgabenordnung erforderlich. Diese Prüfung erfolgt via Postident-Verfahren oder via Video-Ident-Verfahren.

Das Geldwäschegesetz und seine Folgen für Verbraucher

Das Postident-Verfahren, bei dem die Identität von Bankkunden bestätigt wird, dient dem Kampf gegen Geldwäsche.
Wird Geld durch Korruption, Drogen-, Waffen- oder Menschenhandel erworben, so handelt es sich um illegale Geldmittel. Deren illegale Herkunft zu verschleiern, ist das Ziel der Geldwäsche. Strafverfolgungsbehörden und Steuerbehörden sollen keinen Zugriff darauf haben. Deshalb wird es in möglichst unauffälligen Transaktionen, wie beispielsweise dem Kauf einer Immobilie, in den legalen Finanz- und Wirtschaftskreislauf eingespeist. Experten unterscheiden drei Phasen des Geldwäscheprozesses: Einspeisung, Verschleierung und Integration.

In Deutschland ist Geldwäsche per Gesetz verboten. Das Geldwäschegesetz (GwG) verpflichtet Banken dazu, die Identität von Menschen, mit denen sie Geschäfte abschließen, eindeutig festzustellen und zu überprüfen. Die Identifizierung der antragstellenden Person verhindert, dass Finanzprodukte unter falschen Namen erworben werden können.

Die daraus resultierende Konsequenz für Verbraucher ist, dass jeder, der beispielsweise ein Girokonto beziehungsweise ein Festgeld- oder Tagesgeldkonto online beantragen möchte, das Postident- Verfahren (oder die Video-Legitimation) durchführen muss. Wird das Finanzprodukt direkt in der Filiale abgeschlossen, ist das nicht notwendig, da der Bankangestellte ohnehin anhand des vom Kunden mitgebrachten Ausweisdokuments und dessen physischer Präsenz überprüfen kann, ob die Identität stimmt.

Durchführung der Identifikation: Das Postident-Verfahren

Um ihrer Verpflichtung nachzukommen, den Antragssteller noch vor dem Abschluss des Finanzprodukts zu identifizieren, müssen Banken folgende Daten erheben: Name, Anschrift, Geburtsdatum, Geburtsort und Staatsangehörigkeit des Kunden. Zur Überprüfung der Identität muss sich das Geldinstitut anhand eines gültigen amtlichen Ausweises mit Lichtbild des Kunden vergewissern, ob die vom Kunden angegebenen Daten richtig sind.

Kunden, die ein Finanzprodukt online abschließen wollen, werden deshalb nach dem Ausfüllen der Antragsstrecke gebeten, das Postident-Verfahren durchzuführen. Dafür finden sie sich zu den regulären Öffnungszeiten in einer Filiale der Deutschen Post ein – einen Termin benötigt man nicht. Bei sich haben muss man einen gültigen Ausweis, wie z. B. Reisepass oder Personalausweis, sowie den Postident-Coupon. Dieser wird bei der Identitätsfeststellung vom Filialmitarbeiter ausgefüllt. Er überprüft auch die Identität des Antragstellers anhand des mitgebrachten Ausweises.

Danach wird der Antragsteller gebeten, die Richtigkeit der Angaben auf dem Postident-Coupon mit seiner Unterschrift zu bestätigen. Diese Unterschrift wird mit der auf dem Ausweisdokument abgeglichen. Anschließend bestätigt der Filialmitarbeiter – mit seiner Unterschrift – die Identifikation. Danach wird der Antrag zur Post gesandt. Weitere detaillierte Informationen zum Postident-Verfahren finden Sie hier.

Identitätsprüfung per Video-Ident-Verfahren

Bei der DKB können Girokonten seit Mitte Oktober per Video-Legitimation, die das Postident-Verfahren ersetzt, durchgeführt werden. Dafür müssen Kunden lediglich einen Video-Chat mit einem Bankmitarbeiter eröffnen und ein Ausweisdokument in die Kamera halten. Die Prüfung ist nach der Eingabe einer zuvor per E-Mail oder SMS übermittelten TAN abgeschlossen.

Der Service steht auch am Wochenende von 7 bis 22 Uhr zur Verfügung. Bei der ING Diba und der SWK-Bank kann man das Video-Ident-Verfahren ebenfalls bereits nutzen. Die SWK-Bank prüft die Personenidentifikation per Web-Id, sodass der Video-Ident-Service allen SWK-Kunden sogar rund um die Uhr zur Verfügung.

(lsc)

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