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Tagesgeld und Pfändung: Ist mein Geld auf dem Tagesgeldkonto sicher?

27.06.2014 - 12:04

Immer mehr Deutsche tappen in die Schuldenfalle: Fast jeder Zehnte ist Angaben der Creditreform zufolge überschuldet. Wenn der Schuldenberg wächst und Rechnungen nicht mehr bezahlt werden können, versuchen sich die Gläubiger den ausstehenden Betrag oftmals über eine Kontopfändung zurückzuholen. Was passiert in diesem Fall mit dem Ersparten auf dem Tagesgeldkonto?

Unvorhergesehene Ereignisse wie etwa Arbeitslosigkeit, Krankheit oder ein Schicksalsschlag können dazu führen, dass die Finanzen aus den Fugen geraten. Das Gehalt kann gepfändet werden und auch das Ersparte der Verschuldeten schmilzt dahin. Mit einem Pfändungsschutzkonto kann zumindest ein Teil der Einkünfte gesichert werden.

Wie ein Pfändungsschutzkonto funktioniert

Wer in die Schuldenfalle geraten ist, kann mittels eines Pfändungsschutzkontos einen Teil des Einkommens schützen.
Die Idee des Pfändungsschutzkontos (P-Konto) ist einfach: Bis zu einem Grundfreibetrag in Höhe von 1.045,04 Euro netto monatlich kann das Geld auf dem Konto eines Alleinstehenden nicht gepfändet werden. Die Freigrenze erhöht sich, je nach Nettogehalt und Anzahl der unterhaltspflichtigen Personen, die der Kontoinhaber zu versorgen hat.

Bei einem Gehalt von 1.500 netto und einem Kind, wäre beispielsweise ein Betrag von 318,47 Euro pfändbar - der Rest ist vor Zugriffen von Gläubigern sicher. Welcher Betrag genau vor der Pfändung sicher ist, können Sie dieser Tabelle entnehmen.

Seit dem Jahr 2012 können Girokonten ganz einfach in Pfändungsschutzkonten umgewandelt werden. Hierfür muss ein Antrag an die Bank gesendet werden. Es ist gesetzlich geregelt, dass die Umwandlung eines Girokontos in ein P-Konto gebührenfrei sein muss - die Kontoführung hingegen ist in den wenigsten Fällen kostenlos. Allerdings entschied der Bundesgerichtshof im Jahr 2012, dass die Kosten für Pfändungsschutzkonten nicht höher liegen dürfen als bei herkömmlichen Girokonten.

Tagesgeldkonto mit Pfändungsschutz: Geht das?

Lediglich Girokonten können in Pfändungsschutzkonten umgewandelt werden - Tagesgeldkonten, Gemeinschaftskonten und sonstige Sparkonten hingegen nicht.

Mit einem kleinen Trick können verschuldete Verbraucher dennoch etwas zur Seite legen: Auf dem pfändungsgeschützten Girokonto kann ein Restguthaben aus dem nicht ausgeschöpften Freibetrag eines Monats in den nächsten Monat übertragen werden, erklärt etwa die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Somit kann bis zum nächsten Monat ein kleiner Betrag angespart werden. Diese Übertragung in den Folgemonat darf allerdings nur einmalig erfolgen. Das bedeutet, dass der angesparte Betrag im Folgemonat komplett ausgegeben werden muss. Längerfristige Ansparungen sind daher im Grunde nicht möglich und auf den Freibetrag beschränkt – alles was darüber hinausgeht kann gepfändet werden.

Achtung: Wenn Ihr Einkommen bereits am Monatsende eingeht, ist die einmalige Übertragung in den Folgemonat bereits verbraucht. In diesem Fall ist ein Ansparen nicht möglich! Sollten Sie hierzu Fragen haben, können Sie sich beispielsweise an eine Schuldnerberatung wenden, die Sie auf dem Weg aus den Schulden gerne unterstützt. Die wichtigsten Anlaufstellen haben wir auf unserer Service-Seite "Was tun bei Überschuldung" für Sie zusammengestellt.

(bm)

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