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Negativzinsen beim Tagesgeld: Schwarzmalerei ist nicht angebracht!

04.11.2014 - 15:00

Man kehre einen Teil der Fakten unter den Tisch, reiße den andern Teil aus dem Zusammenhang, mixe das Ganze mit theatralischen Worten und fertig ist der Skandal. Dieses Rezept wenden zurzeit einige Medien an, um den Sachverhalt, dass die Deutsche Skatbank auf Großeinlagen von Privatkunden Negativzinsen verlangt, künstlich aufzubauschen. Grund für Hysterie oder gar Weltuntergangsstimmung gibt es jedoch nicht.

Zum einen, weil viele Banken es bereits für sich abgelehnt haben, ihren Kunden ebenfalls Zinsen für das Anlegen von Geldeinlagen zu berechnen. Zum anderen, weil Sparer immer noch selbst entscheiden können, welcher Bank sie ihr Geld anvertrauen wollen. Viele von ihnen werden es wohl ablehnen, Strafzinsen zu zahlen, und weiterhin jene Banken beehren, die gute Renditemöglichkeiten bieten.

Negativzinsen bei der Deutschen Skatbank – wer ist wirklich betroffen?

Bloß keine Panik! Momentan spricht nichts für Negativzinsen für Privatkunden.
Die Zahl der Betroffenen dürfte sich in Grenzen halten. Denn Privatkunden zahlen erst dann 0,25 Prozent Negativzinsen, wenn sie bei der Skatbank insgesamt über drei Millionen Euro angelegt haben. Negativzinsen werden dann für die Summe berechnet, die über der Gesamteinlagensumme liegt. Nachzulesen ist das für jedermann auf der Homepage der Skatbank (Stand 03.11.2014):

„Negativzinsen werden ungeachtet der Produktbeschränkungen erst für Gesamteinlagen ab einem Volumen von 3 Mio. Euro pro Kunde für den übersteigenden Betrag erhoben. Betroffene Kunden werden vor einer Berechnung von Negativzinsen durch die Bank informiert, um ihnen eine alternative Disposition zu ermöglichen.“

Auf diese Ergänzung wird in den medialen Berichterstattungen nicht immer gebührend eingegangen. Häufig wird nur darüber geschrieben, dass man ab 500.000 Euro am Tagesgeldkonto bei der Skatbank Negativzinsen begleichen muss. Diese 500.000 Euro entsprechen dem Höchstbetrag, den man auf das Tagesgeldkonto einzahlen kann. Dass manche Geldhäuser für Geldeinlagen, wie Tages- und Festgeld, einen minimalen und/oder maximalen Anlagebetrag festlegen, gehört zur normalen Praxis. Dass Negativzinsen fällig werden, wenn man diesen überschreitet, ist jedoch nicht üblich.

Der Vollständigkeit wegen soll an dieser Stelle auch erwähnt werden, dass die Skatbank nicht nur auf Tagesgeld, sondern auch beim Girokonto einen „Negativzins von - 0,25 % p.a. für Großeinlagen mit einem Saldo über 2.000.000 Euro“ berechnet. Doch auch hier gilt wieder die oben zitierte Zusatzregelung, dass Negativzinsen – unabhängig von der Anlageform – erst ab einer Gesamteinlagensumme von drei Millionen Euro fällig werden.

Neben der Tatsache, dass der durchschnittliche deutsche Sparer keine drei Millionen angelegt hat und die Gruppe der Betroffenen deswegen wohl eher klein ist, soll noch einmal betont werden, dass die Skatbank die einzige Bank in Deutschland ist, die auf Großeinlagen von Privatkunden Strafzinsen berechnet. Daraus resultiert, dass jeder sein Geld bei einer der vielen anderen Banken, die keine negativen Zinsen verlangen, aufbewahren kann. Doch wird das auch in Zukunft noch so sein, oder kommen Strafzinsen nun in Mode?

Viele Geldhäuser distanzieren sich von Strafzinsen

Fakten:

  • nur eine einzige deutsche Bank (Skatbank) erhebt zurzeit Negativzinsen
  • Genossenschaftsbanken und Sparkassen sowie die Hypovereinsbank haben sich bereits von Negativzinsen distanziert
  • Wer spart, profitiert weiterhin vom Zinsertrag - auf den richtigen Anbieter kommt es an!

Asoka Wöhrmann, Investmentchef der Deutschen Asset & Wealth Management (DeAWM) alias oberster Vermögensberater der Deutschen Bank, sagte kürzlich in Interviews, dass seiner Meinung nach künftig viele Banken dem Beispiel der Skatbank folgen würden.

Davor warnte am Montag Bundesbankvorstandsmitglied Andreas Dombret bei der Tagung der Bankenaufsicht in Mainz. Er gab zu bedenken, dass Verbraucher zwar kein Recht auf positive Zinsen haben, Strafzinsen jedoch „negativ für die Sparkultur“ wären.

Dieser Ansicht ist auch Christian Ahlers vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Er verweist darauf, dass sich die Branche vor dem Hintergrund des Vertrauensverlustes durch die Finanzkrise Negativzinsen im großen Stil nicht leisten kann.

Von Strafzinsen für Privatkunden distanzierten sich bisher bereits der Raiffeisen- und Volksbanken-Verband (BVR), der Deutsche Sparkassen und Girokontoverband sowie die Hypovereinsbank.

Wer spart, zahlt drauf? Falsch! Wer spart, erhält 1,5 Prozent Zinsen aufs Tagesgeld!

Demzufolge gibt es derzeit keinen Grund, um Panikmache zu betreiben oder das Sparen an sich als nutzlos und überflüssig darzustellen. Denn eine Geldreserve anzulegen, ist noch immer sinnvoll – daran haben die Negativzinsen der Skatbank nichts geändert. Sie zeigen nur auf, wie wichtig es ist, eine geeignete Geldanlage bei der richtigen Bank zu besitzen.

Zudem lohnt sich das Sparen auch aus finanzieller Sicht trotz Niedrigzinspolitik immer noch. Eine kürzlich veröffentlichte Tagesgeldanalyse unseres Vergleichsportals zeigt, dass der CHECK24-Tagesgeldbestzins während des Untersuchungszeitraums von 40 Monaten dauerhaft über der deutschen Inflationsrate lag. Dass die Zinsen höher liegen als die Inflationsrate ist ausschlaggebend dafür, um mit einer Geldanlage Rendite zu erwirtschaften.

Mit welchen Tagesgeldkonten das zurzeit möglich ist, zeigt die untenstehende Tabelle. Über genauere Produktdetails und weitere Angebote informiert der Tagesgeldvergleich.

GeldinstitutZinssatz für Neukunden p.a.Zinsgarantie
Cortal Consors1,20 %24 Monate
PSA Direktbank1,50 %bis 28.02.2015
Wüstenrot1,30 %3 Monate
(lsc)

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