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Kapitalanlage: Tagesgeld vs. Gold

06.03.2013 - 16:36

Tagesgeld steht bei den Deutschen nach wie vor hoch im Kurs. Dies ist nicht weiter verwunderlich, da es sich hierbei um eine besonders sichere Form der Geldanlage handelt, die zudem flexibel, lukrativ und einfach zu handhaben ist. Aufgrund der derzeitigen Niedrigzinsen sehen sich immer mehr Anleger jedoch nach rentableren Alternativen um. Viele entscheiden sich letztendlich für Gold, welches als krisensicher und resistent gegen die Inflation gilt.

Während der Goldpreis seit 2001 über Jahre hinweg kontinuierlich anstieg, stand er die letzten Monate stark unter Druck. Mit derzeit 1.576 Dollar je Feinunze scheint sich der Wert des Goldes seit Februar jedoch wieder positiv zu entwickeln.

Einer Studie der Steinbeis-Hochschule Berlin im Auftrag des Hanauer Edelmetallkonzern Heraeus zufolge sind 69 Prozent der Deutschen in Besitz von Gold und lagern rund 8.000 Tonnen des Edelmetalls in den Privathaushalten. Der Gesamtwert dieser Schätze beträgt insgesamt 350 Milliarden Euro. Damit kommt jeder volljährige Bürger durchschnittlich auf 55 Gramm Gold in Schmuckform und 62 Gramm in Form von Barren oder Münzen.

Im Rahmen der Studie gaben die meisten Befragten an, sich aufgrund des sicheren Werterhaltes, der langfristigen Anlageperspektive und der Attraktivität eines unmittelbaren physischen Besitzes für Gold entschieden zu haben.

Gold bringt nicht automatisch eine hohe Rendite mit sich

Doch während es sich beim Tagesgeld um eine sehr sichere Anlage handelt, bei der das Kapital selbst im Falle einer Bankinsolvenz zu hundert Prozent abgesichert ist, kommen bei der Investition in Gold einige Risiken auf den Käufer zu. So seien die Preisschwankungen beim Gold durchaus vergleichbar mit denen von Aktien, bemerkte Niels Nauhauser, Anlageexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Zwar sei der Goldpreis in den vergangenen zehn Jahren stark gestiegen. Blicke man jedoch weiter zurück, so sehe die Entwicklung wesentlich schlechter aus. Anleger hätten beispielsweise in den neunziger Jahren mit Gold viel Geld verloren. Rückblickend werde deutlich, dass die Anlage in Gold im besten Fall die Preissteigerung ausgeglichen habe. Darüber hinaus seien aber keine positiven Renditen möglich gewesen, argumentierte Nauhauser weiter.

Ein zusätzlicher Vorteil beim Tagesgeld ist zudem, dass sich die Handhabung – von der Kontoeröffnung über die Verwaltung bis hin zu Ein- und Auszahlungen – besonders einfach gestaltet. Selbstverständlich kann auch hier der Zinssatz schwanken. Durch die tägliche Verfügbarkeit des Kapitals und die kostenlose Kontoführung ist es jedoch ganz einfach möglich, die Einlage jederzeit auf ein lukrativer verzinstes Tagesgeldkonto oder in eine andere Geldanlage umzuschichten.

Der Goldkauf erfordert organisatorischen und finanziellen Aufwand

Beim Gold dagegen müssen im Vorfeld einige organisatorische und finanzielle Fragen geklärt werden. Soll das Edelmetall zuhause gelagert oder in einem Institut untergebracht werden? Lohnt sich die Anschaffung eines Tresors oder sollte ein Schließfach angemietet werden? Zudem muss sich der Anleger über die Versicherungsfrage Gedanken machen. Eine standardmäßige Versicherung gegen Einbruchdiebstahl wie die klassische Hausratversicherung schließt auch Gold mit ein. Hier gibt es jedoch meist eine Entschädigungsgrenze für Wertsachen, die in der Regel bei 20 Prozent der Versicherungssumme liegt.

Bei den meisten Versicherungen gilt zudem eine besondere Entschädigungsgrenze von maximal 20.000 Euro für Gegenstände aus Gold und Silber sowie Schmuck, Edelsteine, Münzen und Perlen. Hier sollte zudem beachtet werden, dass die Hausratversicherung im Schadensfall nicht den Anschaffungs- sondern den Wiederbeschaffungspreis erstattet. Außerdem müssen bestimmte Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz des Edelmetalls getroffen werden – wie beispielsweise ein geeigneter Safe – damit die Versicherung den Schaden übernimmt. Auch diese Kosten sollten in die Kalkulation mit einberechnet werden.

Einfacher lagern lässt sich das Gold in einem Bankschließfach. Dieses kann – abhängig von der Größe –  bereits für knapp 30 Euro jährlich angemietet werden. Hier sollte darauf geachtet werden, dass im Mietpreis eine Versicherung enthalten ist. Andernfalls müssen separate Maßnahmen getroffen werden. Wichtig ist es, stets Kaufbelege und gegebenenfalls Fotografien des Schließfachinhalts aufzubewahren, um im Schadensfall den Besitz nachweisen zu können.

Fazit

Sparer, die in Gold investieren, sollten sich dem Risiko voll bewusst sein, schlussfolgert Nauhauser. Im Einzelfall sei es jedoch sinnvoll, einen kleinen Teil des langfristig angelegten Vermögens in Gold zu investieren. Auf diese Weise könne man sich zumindest teilweise gegen eine galoppierende Inflation oder eine Währungsreform absichern.

Gold kann also durchaus eine gute Ergänzung zum Tagesgeld darstellen. Völlig verlassen sollte man sich auf das Edelmetall jedoch nicht. Im Gegensatz zum Tagesgeld sollte Gold eher als längerfristige Anlage betrachtet werden. Obwohl auch das Edelmetall jederzeit wieder liquidiert werden kann, sollte für den Verkauf ein geeigneter Zeitpunkt abgewartet werden, um Verluste durch Kursschwankungen zu vermeiden

Auf Tagegeld kann bei finanziellen Engpässen dagegen flexibel zugegriffen werden. Obwohl die niedrigen Zinsen derzeit eher unattraktiv erscheinen, können durch einen Vergleich der verschiedenen Tagesgeldbanken noch immer lukrative Angebote ausfindig gemacht werden. So liegen die besten Angebote derzeit immerhin bei zwei Prozent jährlich. Auf diese Weise kann gut die Inflation ausgeglichen und sogar etwas Gewinn gemacht werden. Neukundenprämien können die Rendite zusätzlich erhöhen.

(fr)

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