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Fremdwährungskonten unterliegen gesetzlicher Einlagensicherung

16.06.2015 - 11:14

Ab dem 3. Juli 2015 unterliegen Fremdwährungskonten der gesetzlichen Einlagensicherung. Das berichtet die Zeitschrift Finanztest am Dienstag. Demnach sind auch Einlagen auf Konten, die nicht in der Währung Euro geführt werden, bis zu einer Höhe von 100.000 Euro pro Kunde und Bank geschützt.

Wenn die Bank auch der freiwilligen Einlagensicherung angehört, gilt dieser zusätzliche Schutz auch für die Fremdwährungskonten. Die freiwillige Einlagensicherung schützt Gelder in einer Höhe von 20 Prozent des haftenden Eigenkapitals des jeweiligen Geldinstituts. Pro Kunde und Bank sind so mindestens eine Million Euro sicher, denn im Kreditwesengesetz ist geregelt, dass eine Bank mindestens über fünf Millionen haftendes Eigenkapital verfügen muss. Im Fall einer Bankenpleite wird die Entschädigung für Fremdwährungskonten in Euro ausgezahlt.
 

Münzen und Scheine
Ab 3. Juli sind auch die Einlagen auf Fremdwährungskonten über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt.
Anders als bei Tagesgeldkonten zahlen Banken für Fremdwährungskonten allerdings nicht immer Zinsen. Die Zeitschrift Finanztest der Stiftung Warentest weist zudem darauf hin, dass bei Konten in ausländischer Währung oftmals die Spekulation im Vordergrund stehe und warnt, dass höhere Zinserträge von Wechselkursschwankungen schnell wieder aufgefressen werden könnten.

Auch Tagesgeldkonten unterliegen natürlich der gesetzlichen Einlagensicherung und – sofern das entsprechende Geldinstitut Mitglied ist – auch der freiwilligen Einlagensicherung. Der spekulative Aspekt entfällt bei dieser Geldanlage jedoch. Der Zinssatz, den Kunden erhalten, ist von Beginn an festgelegt. Sofern das Tagesgeldkonto über eine sogenannte Zinsgarantie verfügt, kann der zu Beginn abgeschlossene Zinssatz von der Bank nicht verändert werden. Der Kunde hat so absolute Planungssicherheit und bleibt gleichzeitig flexibel. Denn von Kundenseite kann das Geld bei der Bank jederzeit abgezogen werden.
 

Das ändert sich ab 3. Juli außerdem in der gesetzlichen Einlagensicherung

Der 3. Juli 2015 ist auch der Stichtag für weitere Änderungen in der gesetzlichen Einlagensicherung. Beispielsweise wird der Schutzumfang von maximal 100.000 Euro pro Kunde und Bank unter besonderen Umständen auf 500.000 Euro erhöht. Das gilt beispielsweise für Gelder aus einem Immobilienverkauf, der Schutz ist dann auf sechs Monate begrenzt. Auch, wenn das Geld mit besonderen Lebensereignissen des Kontoinhabers verknüpft ist, können höhere Beträge geschützt sein. Dazu zählen etwa Heirat, Scheidung, Renteneintritt, Ruhestand, Kündigung, Entlassung, Geburt, Krankheit, Pflegebedürftigkeit, Invalidität, Behinderung oder Tod, wie der Bundesverband der Banken am Dienstag mitteilte.

Darüber hinaus wird das Entschädigungsverfahren unbürokratischer und schneller. Das Stellen eines Antrags ist künftig nicht mehr nötig, die Entschädigung erfolgt automatisch. Auch die Entschädigung über Landesgrenzen hinweg wird einfacher. Hat ein Kunde sein Geld beispielsweise bei einer Zweigstelle einer Bank angelegt, die ihren Sitz in einem anderen Staat des Europäischen Wirtschaftsraumes hat, erfolgt die Entschädigungszahlung über das deutsche Einlagensicherungssystem - auch wenn die Zweigstelle der Einlagensicherung ihres Heimatlandes angehört.

Die Kunden müssen darüber hinaus besser von den Banken informiert werden. Verbraucher werden beispielsweise auf ihren Kontoauszügen regelmäßig darüber in Kenntnis gesetzt, ob die Einlagen durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt sind. Einmal jährlich wird zudem ein Informationsbogen verteilt, der über den Schutz der Einlagen und das zuständige Einlagensicherungssystem informiert.

(bm)

 

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