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Finanzrepression: Werden unsere Ersparnisse schleichend vernichtet?

07.11.2012 - 20:00

Die Angst vor Inflation scheint derzeit die größte Sorge der deutschen Anleger zu sein. Dabei unterschätzen sie jedoch eine weitere Gefahr, der ihre Ersparnisse auf dem Kapitalmarkt jeden Tag ausgesetzt sind: Die Finanzrepression. Sie entsteht dann, wenn die Realzinsen über einen längeren Zeitraum hinweg negativ sind. So wird es den Anlegern beinahe unmöglich gemacht, mit ihrem Kapital eine gute Rendite zu erwirtschaften.

Im Gegensatz zur Hyperinflation handelt es sich bei der Finanzrepression um einen schleichenden Prozess. Die Hyperinflation tritt schlagartig und für jeden sichtbar auf. Das Geld verliert so rapide an Wert, dass Anleger nur hilflos dabei zusehen können, wie sie innerhalb kürzester Zeit ruiniert werden.

Anders bei der Finanzrepression. Jahrelange Negativzinsen sorgen dafür, dass das Kapital der Sparer zwar sehr langsam aber dennoch kontinuierlich weniger wird. Die Negativzinsen entstehen dabei durch dauerhaft niedrige oder immer weiter sinkende Zinsen bei gleichzeitig steigender Inflation. Wer hier noch eine reale Rendite erzielen will, muss sich für eine Kapitalanlage entscheiden, bei der die Zinserträge sowohl die Inflation als auch Kapitalertragsteuern und eventuell anfallende Bankgebühren übersteigen.

Die Regulierung des Leitzinses wirkt sich auf den Wert von Kapitalanlagen aus

Die Ursache einer Finanzrepression ist eine repressive Banken- und Finanzmarktregulierung durch die Zentralbanken. In der Geschichte konnte man das Phänomen Finanzrepression schon häufiger beobachten. Nur bis Anfang der dreißiger Jahre waren die Kapitalmärkte wenig reguliert. Anschließend kam es zur ersten großen Finanzrepression, welche die Realzinsen in den Industrie- und Schwellenländern fast vier Jahrzehnte lang im negativen Bereich hielt. Erst Ende der Siebziger wurden die Kapitalmärkte wieder stärker liberalisiert. Nach der skandalträchtigen Pleite der Lehman Brothers begannen die Zentralbanken jedoch wieder mehr zu intervenieren.

Steigt die Staatsverschuldung zu stark an, korrigiert die Zentralbank unter dem Argument der Preisstabilität den Leitzins nach unten. Für den Staat wirkt sich die Finanzrepression folglich positiv aus. Während die Sparer durch die Niedrigzinsen enteignet werden, kann er sich günstig neu verschulden oder umschulden. Alleine in Deutschland wird der Vermögensverlust durch Negativzinsen auf 40 Milliarden Euro jährlich geschätzt.

Lohnt sich Tagesgeld als Kapitalanlage in Zeiten der Finanzrepression?

Für Anleger stellt sich nun die Frage, ob sich mit sicheren Anlageformen wie dem Tagesgeld noch immer eine gute Rendite erwirtschaften lässt. Tatsächlich gibt es noch einige lukrativ verzinste Angebote auf dem Markt. Ein Vergleich der Tagesgeldbanken zeigt, dass die Inflation durch die Zinsen noch immer abgedeckt werden kann. Sparer können also auf diese Weise ihr Geld vor Entwertung schützen. Zusätzlich werben einige Tagesgeldbanken mit attraktiven Startguthaben oder Prämien für Neukunden, so dass sich auf diese Weise eine zusätzliche Rendite erzielen lässt.

(fr)

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