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Tagesgeld oder Bankschließfach?

12.11.2014 - 10:20

Wieso sollten Sparer ihr Geld trotz Niedrigzinspolitik noch zur Bank bringen? Zumal der Schock der letzten Finanzkrise noch tief sitzt und auch in Deutschland viele Menschen Angst haben, bei einer Insolvenz des Bankinstituts keinen Cent ihres Ersparten wiederzusehen. Wäre da ein Bankschließfach nicht genau die richtige Alternative?

Wer keinen eingebauten Tresor zu Hause hat, kann Bankschließfächer nutzen, um Wertsachen wie Schmuck, Edelmetall, Urkunden und wichtige Dokumente sicher zu verwahren. Für die Nutzung zahlt man entweder monatlich oder jährlich eine Mietgebühr an die Bank. Die Höhe der Gebühr unterscheidet sich je nach Größe des Schließfachs. Bargeld in solchen Fächern einzuschließen, ist allerdings aus mehreren Gründen nicht ratsam.

Sicherheit: Im Schließfach gelagertes Bargeld ist oft nicht versichert!

In Bankschließfächern sollte man Urkunden und Schmuck, aber kein Bargeld einlagern.
Der Psychologo Heiko Thomas hat vor Kurzem herausgefunden, dass bei der überwiegenden Mehrheit der Deutschen ab einem Alter von 55 Jahren vor allem ein Kriterium ihre Finanzentscheidungen beeinflusst: Sicherheit. Nur ein kleiner Teil der Befragten bemüht sich, das eigene Geld zu vermehren. Ein weitaus größerer Teil gab an, Angst ums Geld zu haben. Dieser Zustand erhöht das Bedürfnis nach Sicherheit.

Sicherheit ist allerdings nicht gleichzusetzen mit einem Bankschließfach. Ohne Zweifel sind Wertgegenstände dort sicherer verstaut als unter der Matratze oder im Kleiderschrank, aber Bargeld sollte man trotzdem nicht einfach wegschließen. Denn es gibt keine einheitlichen Regeln, was den Versicherungsschutz von Bankschließfächern betrifft.

Klassische Schließfächer sind meist bis zu 20.000 Euro versichert – Bargeld ausgenommen! Das ist besonders problematisch, wenn es, wie im Januar 2013 in Berlin, zu einem Raubüberfall kommt. Damals haben Räuber über einen Tunnel Zugang zu den Schließfächern der Berliner Volksbank gefunden und den Inhalt von einem Drittel aller Fächer erbeutet.

Doch welche Alternative gibt es zum Bankschließfach? Gibt es überhaupt eine sichere Geldanlage, die ebenfalls täglichen Zugriff auf das eigene Geld gewährt? Ja, die gibt es. Tagesgeld zum Beispiel ist ein Finanzprodukt, das man als sehr sicher beschreiben kann. Denn durch die gesetzliche Einlagensicherung, die für alle Termin-, Sicht- und Spareinlagen gilt, sind 100.000 Euro pro Person geschützt.

Wer also nicht mehr als diesen Betrag auf dem Tagesgeldkonto angelegt hat, bekommt diese Summe im Insolvenzfall des Bankinstituts zurückerstattet. Zudem gibt es in Deutschland auch den auf freiwilliger Beteiligung basierenden Einlagensicherungsfond der deutschen Banken. Alle Mitglieder sichern bis zu einer gewissen Grenze auch Beträge über 100.000 Euro pro Person.

Geldentwertung: Unverzinstes Geld verliert an Wert!

Neben dem Schutz der freiwilligen und gesetzlichen Einlagensicherung sprechen auch die Zinsen aufs Tagesgeld gegen das Schließfach. Denn wenn man Geld einfach wegsperrt, verliert es an Wert. Das ist auf die Inflation zurückzuführen. Zur Veranschaulichung, wie viel Geld man verliert, wenn man der natürlichen Geldentwertung nicht entgegen wirkt, sei dieses Rechenbeispiel angeführt: Hortet ein Anleger beispielsweise 10.000 Euro über fünf Jahre unverzinst im Schließfach oder auf dem Girokonto, schrumpft sein Vermögen auf 9.191 Euro, sofern die Inflation im Schnitt 1,7 Prozent beträgt.

Schließt man aber ein Tagesgeldkonto ab, dessen Zinsen über der Inflationsrate des jeweiligen Landes liegen, kann man der Teuerung entgegenwirken. In Deutschland lag die Inflation im Oktober 2014 bei 0,8 Prozent. Tagesgeld ab einer Verzinsung von 0,9 Prozent wäre demnach wünschenswert. Doch während der jetzigen Niedrigzinsphase findet man nicht bei allen Banken ein gut verzinstes Tagesgeldkonto. Umso wichtiger ist es, einen Tagesgeldvergleich durchzuführen und sich somit das Konto mit der besten Renditemöglichkeit zu sichern.

Um mit Tagesgeld viel Rendite erwirtschaften zu können, ist nicht nur ein Zinssatz über der Inflation wichtig, sondern auch die Zinsgarantie. Damit ist der Zeitraum gemeint, in dem die Bank sich verpflichtet, die Zinsen aufs Tagesgeld nicht zu verändern. Am meisten Rendite werfen momentan (Stand: 11.11.2014) diese Angebote ab:

GeldinstitutZinssatz für Neukunden p.a.Zinsgarantie
Cortal Consors1,20 %12 Monate
PSA Direktbank1,50 %bis 28.02.2015
Wüstenrot1,30 %3 Monate
1822direkt1,30 %bis 01.02.2015

Fazit: Tagesgeld statt Bankschließfach

Das Wichtigste im Überblick

  • Bargeld im Schließfach ist in der Regel nicht versichert
  • Bargeld im Schließfach ist unverzinst
  • Tagesgeld ist verzinst und sicher
  • Tagesgeld ist täglich verfügbar

Will man sein Erspartes in Sicherheit wissen, ist das Tagesgeld gegenüber dem Bankschließfach zu bevorzugen. Denn zum einen bietet das Schließfach in der Regel keinen Versicherungsschutz für Bargeld, zum anderen sind 100.000 Euro am Tagesgeldkonto durch die Einlagensicherung geschützt.

Ein weiterer Grund, wieso man sich für Tagesgeld entscheiden sollte, ist die Verzinsung. Liegt diese über der Inflationsrate kann man mit dem Zinsertrag Gewinn erwirtschaften, sodass man damit der natürlichen Teuerung entgegen wirkt.

Auf das Bargeld im Bankschließfach kann man jederzeit zugreifen, wenn man ein elektronisches Schließfach besitzt. Um es zu öffnen, benötigt man einen Sicherheitschip und eine Geheimnummer. Nicht elektronische Fächer können nur während der Öffnungszeit der Bank geöffnet werden. Meistens muss man sich zuvor ausweisen, Datum und Uhrzeit des Besuchs werden protokolliert und mit einer Unterschrift bestätigt. Auf das Ersparte am Tagesgeldkonto kann man täglich in voller Höhe zugreifen.

(lsc)

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