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Tagesgeld: Nicht von ausländischen Banken abschrecken lassen

14.08.2013 - 14:38

Der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) befindet sich seit Monaten auf einem historischen Tiefstand. Dies hat zur Folge, dass auch die Tagesgeldzinsen immer weiter absinken. Sparern fällt es zunehmend schwerer, noch lukrative Angebote zu finden. Ein Vergleich von Tagesgeldkonten zeigt jedoch, dass einige Banken noch immer attraktive Zinsen bieten. Dabei handelt es sich jedoch oftmals um ausländische Institute - vor denen einige Anleger noch immer zurückschrecken.

Seitdem die Guthaben der Sparer im Fall Zypern erstmals für eine Bankenrettung herangezogen wurden, herrscht bei Verbrauchern große Unsicherheit. Sie wollen ihr Geld nur ungern einer ausländischen Bank anvertrauen, aus Angst, dass diese insolvent gehen könnte. Bei Anlagesummen unter 100.000 Euro pro Person sind diese Bedenken jedoch unbegründet. Bis zu diesem Betrag fallen sämtliche Spareinlagen unter die gesetzliche Einlagensicherung, die europaweit für alle Banken gilt.

Besonders hohe Anlagebeträge besser auf mehrere Produkte aufteilen

Wer mehr Geld anlegen und auf Nummer sicher gehen möchte, sollte seine Ersparnisse lieber splitten und Beträge unter 100.000 Euro auf zwei oder mehrere Institute aufteilen. Geht eine der Banken insolvent, befindet sich das Guthaben noch immer unter der gesetzlichen Einlagensicherungsgrenze, sodass es in voller Höhe zurückerstattet wird. Alternativ können sich Kunden auch informieren, ob das Institut für höhere Beträge zusätzliche Maßnahmen zur Absicherung ergreift. Die gesetzliche Einlagensicherung gilt uneingeschränkt auch für ausländische Anleger. Es gibt also keinen Grund, die attraktiven Tagesgeldprodukte der ausländischen Banken nicht zu nutzen.

Südtiroler Sparkasse: Top-Zinsen aufs Tagesgeld plus Zinsgarantie

Ein besonders gutes Angebot kommt derzeit beispielsweise aus Italien. Mit 1,5 Prozent jährlicher Verzinsung gehört die Südtiroler Sparkasse (Cassa di Risparmio) zu den Top-Anbietern im Bereich Tagesgeld. Das Institut bietet neuen Kunden sogar eine sechsmonatige Zinsgarantie – in diesem Zeitraum bleiben die Tagesgeldzinsen garantiert unverändert, sodass Sparer noch für einige Zeit von den attraktiven Konditionen profitieren können. Nach dem Auslaufen der Zinsgarantie fällt der Zinssatz auf den variablen Bestandskundensatz zurück, der aktuell bei 1,00 Prozent liegt.

Die Zinsausschüttung erfolgt bei der Südtiroler Sparkasse vierteljährlich. Die beworbene Verzinsung bezieht sich nur auf Spareinlagen bis zu einer Höhe von 100.000 Euro. Beträge, die darüber hinausgehen, werden nur mit 1,00 Prozent jährlich verzinst. Ein Mindestanlagebetrag ist nicht erforderlich.

Kundeneinlagen sind bei der Südtiroler Sparkasse über den italienischen Einlagensicherungsfonds „Fondo Interbancario di Tutela dei Depositi“ bis zu einer Höhe von maximal 100.000 Euro abgesichert. Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für größere Beträge ergreift das Institut jedoch nicht.

Gute Konditionen für Neu- und Bestandskunden bei der RaboDirect

Deutlich bekannter dürfte vielen Anlegern die RaboDirect sein. Bei diesem Institut handelt es sich um eine niederländische Direktbank, die ihren Kunden derzeit ebenfalls 1,5 Prozent jährliche Zinsen bietet. Die RaboDirect schüttet die Zinsen monatlich aus. Das Angebot gilt zudem für Neu- und Bestandskunden sowie für Anlagebeträge bis zu einer Höhe von 500.000 Euro. Einen Mindestanlagebetrag gibt es bei der Direktbank ebenfalls nicht.

Bei der RaboDirect ist der niederländische Staat für die Einlagensicherung zuständig. Im Falle einer Pleite werden Ersparnisse bis zu einer Höhe von 100.000 Euro pro Kunde in voller Höhe abgesichert. Die Direktbank gehört keiner zusätzlichen Sicherheitseinrichtung an, sodass sicherheitsbewusste Anleger nur Summen unterhalb der gesetzlichen Einlagensicherungsgrenze auf das Tagesgeldkonto einzahlen sollten.

Bei der Bank of Scotland sind Kundeneinlagen doppelt abgesichert

Auch die Bank of Scotland gehört mit 1,4 Prozent jährlicher Verzinsung nach wie vor zu den Top-Anbietern im Tagesgeld Vergleich. Die schottische Geschäfts- und Privatkundenbank hat ihren Hauptsitz in Edinburgh und gehört seit 2009 zur Lloyds Banking Group. Das Angebot der Bank of Scotland gilt für Neu- und Bestandskunden. Die Zinsausschüttung erfolgt jährlich.

Spareinlagen sind bei der Bank of Scotland gleich doppelt abgesichert. Zum einen durch den britischen Staat, der die Einlagensicherung von 85.000 Pfund – rund 100.000 Euro – pro Kunde gewährleistet. Darüber hinaus gehört die Bank of Scotland dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken an. Im Rahmen dessen sind auch Ersparnisse bis zu einer Höhe von 250.000 Euro garantiert abgesichert.

(fr)

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