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Alle Jahre wieder: Die Steuererklärung ist fällig

24.04.2014 - 12:00

Erst vor kurzem schien sie noch weit entfernt, und nun rückt sie doch wieder bedrohlich näher: Die Frist zur Abgabe der Einkommensteuererklärung 2013. Auch Kapitalerträge sind in Deutschland steuerpflichtig. Zwar müssen sie dank der Abgeltungssteuer meist nicht mehr angegeben werden – in einigen Fällen lohnt es sich aber doch. Im Interview mit CHECK24 spricht Dr. Christian Baretti, Steuerberater bei der Kanzlei Falch & Partner in München, über die Versteuerung von Kapitalerträgen. Auch für Geringverdiener und Ehepartner hat der Experte einige gute Tipps parat.

Die gesetzliche Frist zur Abgabe der Einkommensteuererklärung endet am 31. Mai. In diesem Jahr haben Verbraucher allerdings zwei Tage länger Zeit, um ihre Dokumente einzureichen. Denn der gewohnte Abgabetermin fällt 2014 auf einen Samstag, sodass sich die Frist bis zum 2. Juni verlängert. Wer die Steuererklärung mit Hilfe eines Steuerberaters oder einem Lohnsteuerhilfeverein erstellt, kann sich sogar bis zum 31. Dezember 2014 Zeit lassen.

Doch auch für alle, die nur noch bis Ende des Monats Zeit haben, besteht kein Grund zur Panik. Denn erst Anfang der Woche warb Finanzminister Christian Görke in Potsdam dafür, die Einkommensteuer elektronisch beim zuständigen Finanzamt einzureichen. Am einfachsten und schnellsten könne die Steuererklärung online abgegeben werden, sagte Görke. Während sich beispielsweise im Jahr 2002 nur 3,4 Prozent der Brandenburger an die elektronische Steuererklärung wagten, seien es mittlerweile schon rund 59 Prozent. Auch wer sich erst am Wochenende aufraffen kann, schafft den Termin also problemlos.

Obwohl Kapitalerträge, wie beispielsweise Zinsen aufs Tagesgeld, sind in Deutschland steuerpflichtig sind, gestaltet sich die korrekte Versteuerung mittlerweile unkompliziert. Das hat den Grund, dass die sogenannte Abgeltungssteuer seit 2009 automatisch von der Bank an das Finanzamt abgeführt wird. Diese Kapitalertragsteuer wirke abgeltend, so Dr. Christian Baretti. Eine Angabe der Erträge in der Steuererklärung sei nur noch dann nötig, wenn es sich um Kapitalerträge bei ausländischen Banken oder ausländischen thesaurierenden Fonds sowie um Privatdarlehen handle.

Steuerfrei mit Freistellungsauftrag oder Nichtveranlagungsbescheinigung

In wenigen Tagen endet die Abgabefrist.
Sparer können die Versteuerung ihrer Ersparnisse außerdem mit einem sogenannten Freistellungsauftrag für Kapitalerträge bis zu einer Höhe von 801 Euro (bzw. 1.602 Euro für Verheiratete) umgehen. Diesen müssen sie ihrer Bank (oder gegebenenfalls auch mehreren Banken) erteilen, sodass diese die Steuerabfuhr einstellen kann.

Wurden die Freistellungsaufträge nicht oder nicht pünktlich eingereicht, bestehe die Möglichkeit, sich zu viel einbehaltene Steuern über eine Steuererklärung zurückzuholen, so Baretti. Dafür benötige man eine Steuerbescheinigung von der Bank, die zwar kostenlos sei, aber gegebenenfalls angefordert werden müsse.

Bei jedem unbeschränkt Einkommensteuerpflichtigen seien die ersten 8.354 Euro an Einkünften zudem steuerfrei, sagt der Experte weiter. Der Steuerpflichtige könne dann beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen und bei der Bank vorlegen. Das Institut behalte in diesem Fall auch dann keine Steuer ein, wenn der Freistellungsauftrag überschritten wird.

(br)

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