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Wasserstoff Hybridkraftwerk: Vattenfall steigt bei Pilotprojekt ein

18.01.2011 - 19:12

In Prenzlau entsteht derzeit ein neuartiges Versuchskraftwerk. Die Anlage soll die Energielieferanten Windkraft, Wasserstoff und Biogas sinnvoll vernetzen und die Speicherung von Ökostrom ermöglichen. Der Energieriese Vattenfall hat sich jetzt gemeinsam mit dem Mineralölkonzern TOTAL an einem Pilotprojekt des Windparkbetreibers Enertrag beteiligt.

Hybridfahrzeuge sind für ökologisch angehauchte Autofahrer bereits zu einer Art Statussymbol geworden. Jetzt soll die Hybridtechnik auch Einzug in den Kraftwerkssektor halten. Hybrid, das heißt: Die Anlage greift nicht nur auf eine Technologie zurück, sondern kann Strom aus mehreren Quellen erzeugen - so wie ein Hybridauto wahlweise mit Benzinantrieb, Elektromotor oder beidem fahren kann. Eine Pilotanlage des Öko-Kraftwerke-Betreibers Enertrag entsteht gerade im brandenburgischen Prenzlau. Zur Grundsteinlegung vor knapp zwei Jahren kam auch die Kanzlerin. Jetzt haben sich mit Vattenfall zwei Schwergewichte der Energiebranche an dem Projekt beteiligt.

Das 21 Millionen Euro teure Hybridkraftwerk soll mit seinen drei Windrädern umweltfreundlich Strom erzeugen. Der kann direkt ins Stromnetz eingespeist und zur Herstellung von Wasserstoff genutzt werden. Der Vorteil: Der Wasserstoff lässt sich speichern kann in den beiden angeschlossenen Blockheizkraftwerken - gemischt mit Biogas - wieder in Strom umgewandelt werden. Die Abwärme landet im Prenzlauer Fernwärmenetz. Das Hybridkraftwerk kann also auch bei Flaute Energie erzeugen. Zusätzlich kann der Wasserstoff auch zum Antrieb von Fahrzeugen genutzt werden. Im Sommer 2011 soll die Anlage den Betrieb aufnehmen.

Für Vattenfall ist das Projekt bedeutsam, weil es eine Speichermöglichkeit von Ökostrom erprobt. Denn Sonnen- und Windkraftwerke hängen vom Wetter ab und können nicht nach der Stromnachfrage geregelt werden. TOTAL wiederum setzt auf Wasserstoff als Fahrzeugtreibstoff der Zukunft. Noch in diesem Jahr soll das Öko-Gas aus Prenzlau an den ersten Zapfsäulen in Berlin in die Tanks der Versuchsfahrzeuge strömen. Auch die Deutsche Bahn hofft auf das Hybridkonzept und kooperiert mit Enertrag: Der Verkehrskonzern will CO2-freie Bahnfahrten anbieten können und setzt dazu ebenfalls auf Wasserstoff als Speicher für Windstrom.

(mb)

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