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Umweltbundesamt warnt vor giftigem Quecksilber aus zerbrochenen Energiesparlampen

03.12.2010 - 17:37

Energiesparlampen sparen Strom, enthalten aber giftiges Quecksilber. Das Umweltbundesamt warnt deshalb vor den Gesundheitsgefahren durch zerbrochene Energiesparlampen. Die Behörde fordert einen besseren Schutz der Lampen vor Beschädigungen und langfristig einen Verzicht auf Quecksilber in Leuchtmitteln.

Sie sollen das Klima retten helfen - Energiesparlampen, die leuchtenden Stromgeizkrägen. Im Vergleich zu herkömmlichen Glühbirnen verbrauchen sie bei gleicher Helligkeit nur rund ein Sechstel des Stroms. Die Politik setzt auf die Sparwunder, sie sollen die Glühlampen mittelfristig ersetzen. Doch sie haben einen Haken: In ihnen steckt das hochgiftige Schwermetall Quecksilber. Bis zu 5 Milligramm pro Birne sind erlaubt. Das Umweltbundesamt hat jetzt geprüft, was passiert, wenn eine Energiesparlampe zu Bruch geht.

Der Test simulierte den schlimmsten anzunehmenden Fall: Die Energiesparbirne zerbricht in einem geschlossenen Raum während des Betriebs, also wenn sie heiß ist. Zwei Energiesparlampen europäischer Markenhersteller demolierten die UBA-Mitarbeiter unter diesen Bedingungen, dann starteten sie ihre Messungen. Das Ergebnis: In beiden Fällen lag die Quecksilberkonzentration in der Atemluft nach fünf Minuten deutlich über dem empfohlenen Richtwert. Der wurde auch fünf Stunden später noch überschritten, wenn die Bruchstücke nicht aus dem Raum gebracht wurden. Vor allem für Schwangere und kleine Kinder bestehe die Gefahr von gesundheitlichen Beeinträchtigungen, so UBA-Präsident Jochen Flasbarth.

Das UBA rät daher vor allem in Kinderzimmern und Turnhallen zur Verwendung von bruchsicheren Energiesparlampen, zum Beispiel mit einer speziellen Kunststoffummantelung. Mögliche Alternativen seien auch der Umstieg auf LED- oder Halogenlampen. Zudem müssten die Hersteller Hinweise für den Fall eines Lampenbruchs auf den Packungen anbringen. Flasbarth forderte auch, die Entsorgung alter Energiesparlampen neu zu regeln, das derzeitige System sei für den Verbraucher nur selten zumutbar. Mittelfristig solle die Industrie ganz auf das Quecksilber verzichten, so UBA-Präsident Flasbarth. Notfalls müsse die EU die nötigen Anreize setzen.

(mb)

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