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Teuerung: Inflation steigt durch höhere Strompreise und Energiekosten

28.01.2011 - 12:31

Die Strompreise und die steigenden Energiekosten haben im Januar die Teuerung angetrieben. Die Inflationsrate kletterte laut Statistischem Bundesamt auf 1,9 Prozent. Unterdessen will das Bundesumweltministerium mit einer Kürzung des Grünstromprivilegs den Preisanstieg beim Strom bremsen.

Die jüngsten Erhöhungen der Strompreise machen sich auch bei der Preisentwicklung bemerkbar. Laut Statistischem Bundesamt erhöhten sich die Verbraucherpreise im Januar um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit beschleunigte sich die Jahresteuerung weiter, im Dezember lag die Rate noch bei 1,7 Prozent. Neben Strom mussten die Verbraucher auch für Heizöl und Kraftstoffe sowie Obst und Gemüse deutlich tiefer in die Tasche greifen. Im Januar hatten rund 530 Strom-Grundversorger ihre Tarife angehoben. Auch viele Sondervertragskunden, die einen alternativen Stromtarif gewählt haben, müssen seitdem höhere Preise bezahlen.

Experten erwarten, dass sich der Anstieg der Verbraucherpreise im Jahr 2011 weiter fortsetzt. Auch zahlreiche weitere Stromanbieter, darunter Branchenriesen wie die E.ON-Vertriebsgesellschaften, wollen in den kommenden Monaten an der Preisschraube drehen. Die Versorger begründen ihre Preiserhöhungen meist mit der seit dem 1. Januar gestiegenen EEG-Umlage zur Ökostrom-Förderung. Kritiker halten das Strompreis-Plus dennoch für ungerechtfertigt: Sie verweisen darauf, dass die Unternehmen gleichzeitig deutlich weniger für den Einkauf des Stromes bezahlen müssen. Politiker und Verbraucherschützer riefen deshalb dazu auf, Tarife zu vergleichen und zu einem günstigeren Stromanbieter zu wechseln.

Unterdessen will das Bundesumweltministerium den Anstieg der Ökostrom-Förderkosten bremsen. Nach der in der vergangenen Woche vorgeschlagenen Kürzung der Solarförderung soll spätestens im Herbst auch das Grünstromprivileg reduziert werden. Darüber soll laut Dow Jones Energy Weekly am Mittwoch in den Bundestagsfraktionen beraten werden. Das Grünstromprivileg befreit Stromversorger von der Zahlung der EEG-Umlage, die mehr als die Hälfte ihres Stroms aus vom EEG geförderten Anlagen beziehen. Das ist für Stromanbieter attraktiver geworden, seit sich die Umlage auf brutto 4,2 Cent pro Kilowattstunde erhöhte. Wenn aber immer weniger Stromversorger die Abgabe bezahlen müssen, steigt der Betrag für die übrigen umso stärker. Damit das die Strompreise nicht weiter anheizt, soll die Umlagebefreiung auf 2 Cent pro Kilowattstunde gesenkt werden.

(mb)

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