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Teldafax mit Kundenansturm und Strompreiserhöhung

04.02.2011 - 16:08

Kunden des Gas- und Stromanbieters Teldafax müssen sich auf eine Strompreiserhöhung einstellen. Die Tarife für Bestandskunden sollen steigen, um das Unternehmen profitabel zu machen. Sie sollen nur noch geringfügig weniger zahlen als Kunden in den Grundversorgungstarifen. Nur für Neukunden soll es noch Discountpreise geben. Unterdessen verzeichnete Teldafax am Jahresende einen wahren Kundenansturm.

Teldafax verabschiedet sich - zumindest bei den Bestandskunden - aus dem Billigsegment. Wie Geschäftsführer Klaus Bath gegenüber Wirtschaftjournalisten ankündigte, sollen die Preise für Bestandskunden steigen. Discountpreise soll es nur noch für Neukunden geben. Damit soll Teldafax 2011 den Sprung in die schwarzen Zahlen schaffen. 2010 schrieb der Energieversorger weiter Verluste, Spekulationen über eine bevorstehende Insolvenz machten die Runde. Doch trotz der Negativschlagzeilen rannten die Kunden Teldafax buchstäblich die Tür ein.

Monatlich 50.000 Neukunden verzeichnete das Unternehmen von Oktober bis Dezember 2010, so Bath laut sueddeutsche.de. Insgesamt versorgt Teldafax demnach aktuell rund 160.000 Gas- und 600.000 Stromkunden. Und trotz aller Verluste sei das Unternehmen finanziell flüssig, beruhigt der Chef. Dafür habe ein russischer Investor gesorgt, der aber weiter ungenannt bleiben müsse. Auch Angaben zur Höhe der Schulden machte Bath nicht.

Im Januar hatte der Gas- und Stromanbieter bereits die Tarifstruktur umgestellt und die jährlichen Vorauszahlungen abgeschafft. Gleichzeitig wurden die Sonderabschläge aber auf bis zu 600 € angehoben. Zitat eines Brancheninsiders zu den neuen Teldafax-Tarifen: „Ein Schelm, wer böses dabei denkt.“ Die Preise orientieren sich am jeweiligen Grundversorgungstarif, der um einen Cent pro Kilowattstunde (0,6 Cent beim Gas) unterboten wird. Mit einem Sonderabschlag kann der Rabatt erhöht werden.

Gleichzeitig stellte Teldafax ungefragt die Zahlungsweise auch für Bestandskunden um. Die fälligen Beträge werden nun nicht mehr per Lastschrift abgebucht, sondern müssen von den Kunden überwiesen werden. Verbraucherschützer warnen, dass dadurch im Insolvenzfall die Gelder nicht mehr zurückgebucht werden können. Die Bundesnetzagentur leitete inzwischen ein Verfahren gegen Teldafax ein. Grund: Der Verdacht eines Verstoßes gegen das Energiewirtschaftsgesetz. In §41 heißt es dort, dass Energieverträge eindeutige Regelungen zur Zahlungsweise enthalten müssen.

(mb)

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