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Tanken mit Solarenergie, Heizen mit altem Brot

20.10.2015 - 09:19

Während des Brötchenkaufs das Elektroauto aufladen? Bei einer Bäckerei im nordrhein-westfälischen Hilden ist das seit einiger Zeit möglich. Die Bäckerei stellt ihren Kunden einen großen Solarcarport zur Verfügung. Dieser ist jedoch nur ein Teil eines umfassenden Energiekonzeptes, für das dem Betrieb am Samstag der Deutsche Solarpreis verliehen wurde.
 

Kaffee trinken, Brötchen holen und währenddessen das Auto mit Solarstrom aufladen.
Kaffee trinken, Brötchen holen und währenddessen das Auto mit Solarstrom aufladen.
 
Eine Bäckerei funktioniert anders als andere Betriebe – das merkt man auch an den Photovoltaikanlagen: Sie sind bei „Ihr Bäcker Schüren“ nach Osten ausgerichtet, denn so wird vor allem in den Morgenstunden Solarenergie produziert – also zu der Tageszeit, zu der eine Bäckerei den höchsten Energiebedarf hat. Neben dem großen Solarcarport, an dem die Lieferfahrzeuge ebenso aufgeladen werden wie Autos von Kunden, werden auch die Dächer der Backstube und des Verwaltungsgebäudes zur Solarstromerzeugung genutzt.

Kein Schneeschippen dank Wasserkühlung

Doch nicht nur Solarenergie kommt zum Einsatz. Die Backöfen werden mit Biomasse beheizt. Der Vorteil: Übriggebliebenes Brot wandert nicht in den Müll, sondern kann den Holzpellets beigemischt werden. Auch in einer Bäckerei wird jedoch für die Kühlung weit mehr Energie benötigt als für die Beheizung der Öfen. Die Kühlanlagen werden mit Wasser gekühlt, das durch spezielle Sonden mit Erdkühle rückgekühlt werden kann.

Zudem hat die Bäckerei unter den Kundenparkplätzen und Zufahrten einen Wasserkreislauf verlegen lassen, der im Winter für die Kühlung genutzt wird. Ein weiterer Vorteil: Die betreffende Fläche ist immer schnee- und eisfrei – so spart man sich das Schneeschippen. Diese speziellen Kälteanlagen verbrauchen nach Angaben der Bäckerei nur 15 bis 20 Prozent der Energiemenge, die für eine konventionelle Kühlung benötigt würde. 

Klimafreundliche Brötchen haben reißenden Absatz

Die Bäckerei musste übrigens kürzlich ihr Backstubengebäude erweitern, um der hohen Nachfrage nach ihren Backwaren gerecht zu werden. Neben der Qualität der Produkte spielt hier auch das innovative Energiekonzept eine Rolle. Die Kunden freuen sich, wenn ihre Brötchen und Croissants klimafreundlich hergestellt werden.

(mwa)

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