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Studie: Strompreise beim Wechsel viel wichtiger als Umweltschutz

10.03.2011 - 11:42

Die Mehrheit der Deutschen findet eine umweltfreundliche Stromversorgung wichtig. Ein Studie entlarvt das aber in den meisten Fällen als Lippenbekenntnis: In der Praxis schauen die Verbraucher beim Wechsel ihres Versorgers statt auf den Umweltschutz vor allem auf die Strompreise. Dabei müssen Ökologie und Ökonomie gar kein Widerspruch sein. Oft lässt sich durch einen Vergleich ein Klimatarif finden, der sogar günstiger ist als der bisherige Versorger.

Eigentlich dürfte es in Deutschland fast keine Kern- und Kohlekraftwerke mehr geben. Denn in Umfragen geben sich die Bürger gern als Klimaschützer. So auch in einer aktuellen Studie im Auftrag von yahoo: Grundsätzlich bejaht das Gros der Befragten klar die Bedeutung von Nachhaltigkeit. Mehr als drei Viertel wollen auf Umweltschutz und Energiesparen nicht mehr verzichten. Gehe es aber um die Wahl des eigenen Tarifs, entscheide ganz klar der Geldbeutel und nicht der grüne Gedanke, so der stellvertretende Geschäftsführer Heiko Genzlinger.

Weit mehr als 90 Prozent der Befragten platzierten demnach das Kriterium "günstiger Preis" beim Wechsel des Energielieferanten als wichtig auf Rang 1. Danach folgt das Argument "lange Preisgarantie". Guter Service ist für weit mehr als 80 Prozent ein Anlass, den Strom- oder Gaslieferanten zu wechseln. Der Umweltgedanke spielt dagegen bei der Entscheidung für einen neuen Versorger eine relativ geringe Rolle. Auch dass Öko- oder Klimatarife angeboten werden finden nur rund 50 Prozent der Befragten wichtig.

Möglicherweise spielen dabei die jüngsten Debatten um die steigende EEG-Umlage eine Rolle, mit der ohnehin alle Stromkunden für den Ausbau der erneuerbaren Energien bezahlen müssen. Wozu dann noch einen extra Ökostrom-Tarif wählen? Allerdings: Die Fördermilliarden haben den Grünstrom-Anteil bisher nur auf rund 17 Prozent hochgetrieben - die in den Umfragen gewünschte Energiewende ist das noch lange nicht. Trotzdem wäre die Haltung der Studienteilnehmer verständlich, wenn ein Ökotarif ganz einfach unerschwinglich wäre. Das trifft aber nicht zu.

Für viele Haushalte ist sogar Ökostrom erhältlich, der billiger ist als der konventionell erzeugte Strom vom bisherigen Versorger. Im Januar fand CHECK24 in jeder der 50 größten deutschen Städte zumindest einen Stromanbieter, der mit einem Öko-Angebot den örtlichen Grundversorgungstarif unterbot. Zwar tun die teureren Öko-Anbieter oft mehr für die Umwelt als die günstigeren - auch ein billiger Klimatarif erhöht aber die Nachfrage nach Ökostrom und hat einen Umweltnutzen. Trägt er noch dazu ein Gütesiegel wie "Grüner Strom" oder "ok power", ist der Anbieter verpflichtet, in neue Öko-Kraftwerke zu investieren - langfristig werden dadurch schmutzige alte Kraftwerke ersetzt.

(mb)

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