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Strompreiserhöhung: Strompreise bei Energieriese EON steigen ab März

10.01.2011 - 18:07

Trotz massiver Kritik an der Preispolitik der Versorger erhöht nun auch Deutschlands größter Stromkonzern EON die Preise. Die Vertriebstöchter EON Bayern, EON edis und EON Hanse drehen zum 1. März an der Preisschraube, im Mai folgen dann EON Mitte, EON Avacon und EON Westfalen Weser. Die Preissteigerungen fallen allerdings weniger drastisch aus als bei Teilen der Konkurrenz.

Es kommt wenig überraschend: Auch EON lässt die aktuelle Preisrunde beim Strom nicht aus. Die ersten drei der insgesamt sieben regionalen Vertriebsgesellschaften des Konzerns kassieren ab dem 1. März höhere Strompreise. Kunden im Grundversorgungstarif müssen dann zwischen 1,44 Cent (EON Bayern) und 1,7 Cent (EON edis) mehr pro Kilowattstunde bezahlen. Auch EON Mitte und EON Avacon kündigten inzwischen eine Preiserhöhung an. Bei ihnen werden ab Anfang Mai 0,87 Cent beziehungsweise 1,23 Cent pro Kilowattstunde mehr fällig. Die monatlichen Grundpreise bleiben jeweils unverändert. Für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 5.000 Kilowattstunden heißt das unterm Strich: Jährlich fallen Mehrkosten von 43,50 Euro (EON Mitte) bis 85 Euro (EON edis) an.

Bei EON Westfalen-Weser soll es laut Focus Online im Mai ebenfalls eine Preisanpassung geben, genaue Daten sind aber noch nicht bekannt. Mit der EON Thüringer Energie fehlt dann noch die letzte der sieben EON-Vertriebstöchter, die aber bald mit ähnlichen Zahlen folgen dürfte. Auch die Rechtfertigung dürfte sich in etwa so anhören wie die der Schwesterunternehmen: Die Preiserhöhung erfolge wesentlich später als bei zahlreichen Wettbewerbern, die bereits im Januar ihre Preise angehoben hatten, hieß es zum Beispiel von EON Mitte, EON Avacon und EON edis. Zudem sei der Anstieg mäßiger als bei vielen Konkurrenten und falle geringer aus als das Plus bei der EEG-Umlage. Zumindest bei EON edis trifft letzteres aber nicht zu: Die Abgabe zur Ökostrom-Förderung wurde zum 1. Januar nur um rund 1,5 Cent pro Kilowattstunde erhöht. Und: Begeisterung bei den Kunden dürfte auch eine mäßige Preiserhöhung nicht auslösen.

Denn erst im Dezember war eine Studie im Auftrag der Grünen zu dem Ergebnis gekommen, dass die aktuellen Preiserhöhungen der Stromversorger unbegründet seien. Während steigende Kosten, zum Beispiel durch die EEG-Umlage, stets an die Kunden weitergegeben würden, blieben sinkende Einkaufspreise an der Strombörse bei den Preisanpassungen unberücksichtigt. Die Strompreise müssten daher derzeit fallen statt steigen. Verbraucherschützer und Politiker kritisierten die Preispolitik der Stromversorger teils heftig. Die dürften deshalb aber kaum freiwillig auf die Mehreinnahmen verzichten. Verbrauchern bleibt also nur eine Wahl: Die Preiserhöhung schlucken. Oder die eigene Marktmacht nutzen, Preise vergleichen und zu einem billigeren Stromanbieter wechseln.

(mb)

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