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Stromkosten durchschnittlich 31 Prozent höher als Hartz-IV-Satz für Energie

19.03.2013 - 11:18

Eine kräftige Preiserhöhung gab es zu Beginn des neuen Jahres bei den Strompreisen: Verbraucher bezahlen im Durchschnitt in der Grundversorgung zwölf Prozent mehr als noch im Vorjahr. Von der Preissteigerung betroffen sind auch jene, die mit sehr wenig Geld auskommen müssen, beispielsweise Arbeitslosengeld-II-Bezieher (ALG II). Zwar wurde das ALG II mit Jahresbeginn auch erhöht, allerdings lediglich um acht Euro (2,14 Prozent) auf 382 Euro. Der darin vorgesehene Regelsatz für Energie, Wohnen und Instandhaltung beträgt 31,94 Euro1 – rund zehn Euro weniger, als ein durchschnittlicher deutscher Single-Haushalt pro Monat für Strom bezahlt2 (41,88 Euro). Das ergab eine Analyse von CHECK24.

Bereits 2011 hat CHECK24 die Lücke zwischen dem Regelsatz und den tatsächlichen Stromkosten untersucht. Hartz-IV-Empfänger mussten zu diesem Zeitpunkt im Schnitt 26 Prozent (acht Euro) mehr bezahlen, als im Hartz-IV-Satz für Energie vorgesehen war. Seit 2011 ist die Belastung um ein Viertel gestiegen, von acht Euro auf rund zehn Euro (2013). Damit bezahlt ein Ein-Personen-Haushalt 31 Prozent mehr als vorgesehen.

Unterschied zwischen ALG-II-Regelsatz und Stromkosten bis zu 144 Euro pro Jahr

Die Differenz zwischen ALG-II-Satz und Stromkosten ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. In Thüringen müssen Hartz-IV-Empfänger am tiefsten in die Tasche greifen, um die Lücke zu füllen: Mit einem durchschnittlichen Strompreis von 43,94 Euro pro Monat entsteht eine Differenz von zwölf Euro (38 Prozent). Auf das Jahr gerechnet liegen 144 Euro zwischen dem Regelsatz und dem durchschnittlichen Strompreis. Im Gegensatz dazu beträgt die Kostenlücke für ALG-II-Bezieher in Bremen „nur“ 6,65 Euro (21 Prozent). Selbst wenn die Differenz dort weniger groß ist: Hartz-IV-Empfänger können in keinem Bundesland mit der Bemessungsgrundlage für Energie im ALG II ihre Stromkosten decken.

In Ostdeutschland viele ALG-II-Bezieher und hohe Strompreise

Die Preisspanne ist aber nicht nur von Bundesland zu Bundesland verschieden, auch zwischen Ost und West gibt es Unterschiede. Besonders betroffen sind die Ostdeutschen. Zum einen beziehen 10,5 Prozent der Bevölkerung ALG II, während im Westen 6,2 Prozent auf die staatliche Hilfe angewiesen sind.3 Zum anderen ist Strom im Schnitt um 3,19 Prozent teurer als in Westdeutschland. So bezahlt ein Ein-Personen-Haushalt in Ostdeutschland 43 Euro im Monat für Strom – 11,06 Euro (35 Prozent) mehr, als im Regelsatz für Energie vorgesehen. Bei den Westdeutschen gibt es, neben einer geringeren Zahl von Hartz-IV-Empfängern (6,2 Prozent), im Schnitt auch den günstigeren Strom. Dort bezahlt ein Single-Haushalt im Durchschnitt monatlich 41,67 Euro. Die Differenz zwischen dem Strompreis und dem Hartz-IV-Satz liegt bei 30 Prozent (9,37 Euro).

Hinweis: In der kompletten Pressemitteilung zum Hartz-IV-Satz für Strom finden Sie weitere Informationen.

(jst)

1Hartz-IV-Satz für Wohnen (ohne Mietkosten), Strom etc. beträgt 8,36 Prozent der Regelleistung; Regelleistung für volljährige Alleinstehende, Alleinerziehende sowie Antragsteller, deren Partner minderjährig ist, beläuft sich auf 382 Euro monatlich (8,36 Prozent von 382 Euro = 31,94 Euro); Quelle: http://www.sozialleistungen.info/hartz-iv-4-alg-ii-2/alg-ii-leistungen.html

2Durchschnittlicher Jahresverbrauch eines Ein-Personen-Haushalts: 1.500 kWh, alle Preise ausgehend vom Grundversorgungstarif

3Statista, Stand Februar 2013; Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/4275/umfrage/anteil-der-hartz-iv-empfaenger-an-der-deutschen-bevoelkerung/

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