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Strompreise: Stromanbieter zocken laut Studie Milliarden ab

28.12.2010 - 12:06

Die Deutschen zahlen 2011 rund zwei Milliarden Euro zu viel für Strom. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie eines Energieexperten im Auftrag der Grünen. Die Preiserhöhungen wegen der steigenden EEG-Umlage seien ungerechtfertigt. Die Konzerne hätten gesunkene Kosten nie an die Verbraucher weitergegeben. 570 Stromanbieter haben bereits eine Erhöhung ihrer Strompreise im Januar und Februar angekündigt.

Wenn an Silvester die Raketen in den Himmel steigen, steigen auch die Strompreise: Es ist die größte Preiserhöhungswelle beim Strom seit 2007, die dann durch das Land rollt. Allein unter den Grundversorgern haben 570 Stromanbieter Preiserhöhungen im Januar und Februar angekündigt. Um durchschnittlich gut 7 Prozent steigen die Preise, einzelne Versorger langen aber auch deutlich kräftiger hin. Und zwar völlig grundlos, wie aus einer Studie des Energiewirtschaftlers Gunnar Harms im Auftrag der Grünen hervorgeht, aus der mehrere Zeitungen zitieren. Demnach zahlen die Haushalte von Flensburg bis Füssen dadurch 2011 rund zwei Milliarden Euro zu viel in die Kassen der Stromversorger.

Als Grund für die massiven Preissteigerungen wird von den Stromanbietern der gesetzlich geregelte Anstieg der EEG-Umlage um rund 1,5 Cent pro Kilowattstunde angeführt. Mit diesem Geld wird der Ausbau der erneuerbaren Energien gefördert. Laut der Studie eine nicht nachvollziehbare Argumentation: Gleichzeitig seien die Einkaufskosten für Strom seit Herbst 2008 um 30 bis 40 Prozent gesunken - ein erhebliches Preissenkungspotential, von dem bei den Verbrauchern bisher nichts angekommen ist. Die stellvertretende Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Bärbel Höhn, sagte der Leipziger Volkszeitung, die EEG-Umlage sei daher nur ein Vorwand, um ungerechtfertigte Preiserhöhungen zu kaschieren.

Ins Bild passt auch, dass 2010 für die Stromversorger ein Jahr der Rekorderträge werden dürfte. Allein die Gewinne der vier größten Energiekonzerne Vattenfall, RWE, E.ON und EnBW summieren sich laut der Studie auf rund 30 Milliarden Euro - das sei so viel wie nie zuvor. Auch die für die Regulierung des Strommarktes zuständige Bundesnetzagentur hatte daher bereits Anfang Dezember die Verbraucher aufgerufen, zu einem günstigeren Stromanbieter zu wechseln. Jetzt erneuerte Behördenchef Matthias Kurth seinen Appell. Rund 160 Euro jährliche Einsparungen seien für einen Durchschnittshaushalt drin. Ein Vergleich der verschiedenen Tarife und Stromanbieter und ein unkomplizierter Wechsel sind online bei Vergleichsportalen wie CHECK24 möglich - kostenlos und innerhalb von Minuten.

(mb)

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