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Strompreise-Studie: Stromkosten höher als Hartz-IV Satz für Strom

22.11.2010 - 10:04

Der Hartz-IV Satz für Strom* eines alleinstehenden Arbeitslosen reicht in ganz Deutschland nicht aus, um die durchschnittlich anfallenden Stromkosten** bezahlen zu können. Um bis zu 30 Prozent übersteigen die Kosten die Hartz-IV Regelleistung für Strom. Dies ergab eine Strompreise Studie von CHECK24.

Die Untersuchung zeigt, dass besonders Verbraucher in Ostdeutschland betroffen sind: Dort gibt es nicht nur überdurchschnittlich viele Arbeitslose***, sondern auch überdurchschnittlich hohe Stromkosten.

Stromkosten höher als Hartz-IV Satz für Strom – im Schnitt 22 Prozent, in der Spitze 30 Prozent

Durchschnittlich 35 Euro zahlt ein alleinstehender Arbeitsloser mit einem Jahresverbrauch von 1.500 kWh pro Monat für Strom. Sein Hartz-IV-Satz für Strom beläuft sich jedoch nur auf rund 29 Euro im Monat. Somit übersteigen die tatsächlich anfallenden Kosten die staatliche Regelleistung im Schnitt um ca. sechs Euro bzw. 22 Prozent. In Thüringen, Sachsen, Sachen-Anhalt und Rheinland-Pfalz liegen die Stromkosten sogar fast 30 Prozent über dem Arbeitslosengeld-II-Regelsatz.

In allen Bundesländern reicht Hartz-IV Satz für Strom nicht aus

Die Strompreise Studie von CHECK24 zeigt, dass die durchschnittlich anfallenden Stromkosten eines Single-Haushaltes in allen Bundesländern über der staatlichen Grundsicherung für Strom liegen.

Selbst mit der geplanten Erhöhung des monatlichen Regelsatzes von 359 Euro auf 364 Euro wäre es nur Hartz-IV Empfängern in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen möglich, ihre Stromkosten vollständig aus den Regelleistungen zu begleichen. In allen anderen Bundesländern beläuft sich die Differenz zwischen monatlichen Stromkosten und dem Hartz-IV Satz für Strom auf über fünf Euro. Besonders in strukturschwachen Gebieten Deutschlands sind die Netznutzungsentgelte und damit die Strompreise hoch.

Ostdeutsche besonders betroffen: Arbeitslosenquote und Stromkosten über dem Durchschnitt

In allen ostdeutschen Bundesländern – mit Ausnahme von Berlin – übersteigen sowohl die Arbeitslosenquote als auch die Stromkosten den Bundesdurchschnitt. Die Arbeitslosenquote beträgt im Schnitt 7,1 Prozent, in Thüringen, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern dagegen  zwischen 8,3 Prozent und 11,1 Prozent.

Die Stromkosten in den genannten  Bundesländern übersteigen den Bundesdurchschnitt um bis zu sechs Prozent. In Ostdeutschland gibt es demnach nicht nur überdurchschnittlich viele Arbeitslose, sondern diese müssen für ihren Strom auch noch mehr zahlen als die meisten Westdeutschen.

Tarifwechsel spart Geld – Bonitätsprüfungen erschweren Wechsel

Der Wechsel zu einem günstigen Alternativanbieter ermöglicht einem Ein-Personen-Haushalt ein jährliches Sparpotenzial von über 100 Euro. Doch dieser Wechsel wird vielen erschwert, da nahezu alle alternativen Versorger Bonitätsprüfungen bei Neukunden durchführen.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass Bezieher des Arbeitslosengeld-II in der teuren Grundversorgung verbleiben müssen. Sie sollten hartnäckig versuchen,  zu einem günstigeren Versorger zu wechseln. Ist dies nicht möglich, lohnt sich ein Anruf beim aktuellen Versorger: Oftmals gibt es günstigere Stromtarife des Grundversorgers, die der Kunde wählen kann.

Hinweis: Die komplette Strompreise Studie zum Hartz-IV Satz für Strom und den realen Stromkosten finden Sie hier.

*Hartz-IV Satz für Wohnung (ohne Mietkosten), Strom etc. beträgt ca. 8 Prozent der Regelleistung; Regelleistung für Alleinstehende, Alleinerziehende sowie Antragsteller, deren Partner minderjährig ist, beläuft sich auf 359 Euro monatlich (8 Prozent von 359 Euro = 28,72 Euro), Quelle: Bundesagentur für Arbeit http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/A01-Allgemein-Info/A015-Oeffentlichkeitsarbeit/Publikation/pdf/Gesetzestext-20-SGB-II-Regelleistung-Sicherung-LUnterhalt.pdf **Jahresverbrauch: 1.500 kWh ***Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stand Oktober 2010 http://www.pub.arbeitsagentur.de/hst/services/statistik/000000/html/start/karten/aloq_land.html

(kb)

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