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Strompreise: Netzbetreiber kassieren zu hohe Entgelte

14.01.2016 - 09:55

Die Netzentgelte machen einen Großteil des Strompreises aus. Sie werden nicht von den Stromversorgern, sondern von den Netzbetreibern festgelegt. Laut Bundesnetzagentur setzen die Betreiber ihre Entgelte zu hoch an. Endkunden zahlen demnach unangemessen hohe Netzgebühren.

Rund 800 Unternehmen betreiben die Stromnetze in Deutschland. Als Monopolisten unterliegen sie staatlicher Regulierung. Für die Durchleitung des Stroms verlangen sie Gebühren, die von der Bundesnetzagentur (BNetzA) kontrolliert und genehmigt werden müssen. Zudem bestimmt die Behörde die sogenannte Erlösobergrenze der Netzbetreiber, sprich wie viel sie maximal an der Durchleitung verdienen dürfen.

Bilanztricks trotz staatlicher Kontrolle

Netzentgelte zu hoch
Kunden müssen den Netzbetrieb mitbezahlen.
Doch genau diese Obergrenze scheinen die Betreiber häufig künstlich in die Höhe zu treiben ─ zu Lasten der Endverbraucher. Denn die Erlösobergrenze ist an das Eigenkapital der Firmen gekoppelt. Durch Auslagerung von Fremdkapital können die Firmen ihr Eigenkapital steigern und die Erlösgrenzen höher ansetzen. Diese Bilanztricks verbessern die Gesamt-Erlös-Situation der Netzbetreiber und gehen zu Lasten der Stromkunden.

Rechtliche Grundlage muss sich ändern

Die Bundesnetzagentur steht dieser bislang legalen Vorgehensweise machtlos gegenüber. So sind die Betreiber nicht dazu verpflichtet, ihre Bilanzen zu veröffentlichen. Da sich die Unternehmen auf ihr Geschäftsgeheimnis berufen, kann die Behörde nur geschwärzte Zahlen bekanntgeben. Zwar geht die BNetzA von unangemessen hohen Erlösobergrenzen aus, hat aber keine rechtliche Handhabe sie nach unten zu korrigieren. Fiete Wulff, Leiter der BNetzA-Pressestelle, spricht sich für eine Änderung der Gesetzesgrundlage aus, die die Netzbetreiber zur Veröffentlichung ihrer Bilanzen verpflichtet.

Stromkunden zahlen drauf

Experten schätzen, dass Verbraucher auf diese Weise rund eine Milliarde Euro zu viel für Netzentgelte ausgeben. Deshalb fordern Verbraucherschützer mehr Transparenz und schärfere Gesetze. „Es darf keine geschwärzten Daten mehr geben. Diese müssen auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden", fordert Niels-Sönnik Schnoor Energieexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Das Bundeswirtschaftsministerium sollte der Bundesagentur mehr Kontrollmacht geben und so für mehr Transparenz sorgen. Doch laut des ZDF-Fernsehmagazins WISO sieht das Ministerium hier keinen gesetzgeberischen Handlungsbedarf. Die Rechnung zahlt also vorerst weiterhin der Endverbraucher.

So sparen Sie beim Strompreis

Sie können zwar die Höhe der Netzentgelte nicht beeinflussen, doch den Preis, den Sie für Strom bezahlen bestimmen Sie selbst. Nutzen Sie einfach unseren Vergleichsrechner und wechseln Sie im Handumdrehen zu einem günstigeren Stromanbieter.

(sst)

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