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Strompreiserhöhung extrem: Stromrechnung über sechs Milliarden Euro

07.05.2012 - 12:31

Es ist eine Stromrechnung wie aus einem Albtraum: Rund sechs Milliarden Euro verlangte der slowakische Stromanbieter ZSE in einem Mahnschreiben von einer Kundin. Die astronomische Summe kam durch eine Fehler beim Versorger zustande: Die Kundennummer der Frau war versehentlich im Eingabefeld für den Betrag gelandet.

Das Unternehmen, das zum E.ON-Konzern gehört, entschuldigte sich laut Medienberichten bei der Kundin und nahm die Forderung zurück. Eine derartige Summe sollte allerdings auch schon auf den ersten Blick als auffällig erscheinen: Legt man die jüngsten Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat, die sich auf den Strompreis 2010 beziehen, zu Grunde, entspricht eine Stromrechnung von sechs Milliarden Euro in der Slowakei einem Stromverbrauch von rund 37 Milliarden Kilowattstunden.

Stromverbrauch würde mehr als drei AKWs auslasten

Zum Vergleich: Das leistungsstärkste deutsche Atomkraftwerk, das bayerische AKW Gundremmingen, produzierte 2011 mit seinen zwei Reaktorblöcken insgesamt 20,8 Milliarden Kilowattstunden. Die Stromkundin hätte also mit ihrem Haushalt mehr als drei große Atommeiler ein Jahr lang auslasten müssen, um auf eine derart hohe Stromrechnung zu kommen. Ganz zu schweigen von den riesigen Hochspannungsleitungen, die nötig gewesen wären, um den Anschluss der Frau mit diesen gewaltigen Energiemengen zu beliefern.

Stromkunden sollten aber auch dann einen prüfenden Blick auf ihre Stromrechnung werfen, wenn sie nicht mit einer derart exorbitanten "Strompreiserhöhung" konfrontiert werden. Schließlich zeigt der Fall, wie einfach Abrechnungsfehler auftreten können. 30 oder 50 Euro zu viel auf der Rechnung fallen beim Blick auf die Summe nicht sofort auf - können aber genauso ungerechtfertigt sein wie eine Forderung von sechs Milliarden Euro.

Stromrechnung prüfen statt einfach zahlen

Deshalb sollten Verbraucher stets prüfen, ob ihre Kundendaten und die Zählernummer übereinstimmen, ob der Abrechnungszeitraum korrekt ist und ob die angesetzten Preise mit denen in ihrem Vertrag übereinstimmen. Ideal sind eigene Aufzeichnungen des Verbrauchs: Sie zeigen, ob dem Versorger beim Ablesen des Zählerstands nicht möglicherweise ein Fehler passiert ist. Eine mangelhafte Rechnung sollte unverzüglich beim Stromanbieter moniert werden.

(mb)

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